In diesen Tagen werden in der Seniorenleichtathletik die Seniorensportler des Jahres 2007 gewählt. Mir fiel in diesem Zusammenhang eine Pressemeldung aus Zeven auf: Dort wurde das schnelle M50/M55-Team mit Joachim Hickisch, Hans-Georg Müller, Helmut Meier, Jürgen Umann und Fritz Müller (Foto, v.re.) bei der Sportlerwahl “Mannschaft des Jahres 2007″.
Herzlichen Glückwunsch an die flotten Tänzer aus Nordniedersachsen!Und dann hab ich mir gedacht: Warum eigentlich nominieren in der Masters-Leichtathletik die Verbände WMA/IAAF und EVAA sowie in Deutschland die Zeitschrift Senioren-Leichtathletik “nur” Einzelsportler, aber kein “Seniorenteam des Jahres” ? Die zahlreichen tollen nationalen wie internationalen Staffeln und DAMM-Teams geben dafür doch allen Anlass.Dieter Massin, übernehmen Sie!
Archiv für Oktober 2007
Team
28. Oktober 2007Schade
22. Oktober 2007Beim Surfen im Internet habe ich heute diese kleine Reportage aus dem Allgäu über Ulrike Wellmann gefunden:
Sie ist noch immer durchtrainiert wie eine Jugendliche, doch nach langer Karriere hängt sie jetzt die Leichtathletik-Schuhe an den Nagel: Ulrike Wellmann (40), geborene Schroth, war viele Jahre die Vorzeige-Leichtathletin im Allgäu. Nach 30 Jahren Wettkampfsport will die Sonthoferin, die in der vergangenen Saison noch vier Mal Allgäuer Meisterin wurde, die Stadien nur noch als Besucherin betreten.
Bei den Senioren zu starten – das kommt für Ulrike Wellmann nicht in Frage…(alles weitere)
Ich habe mich gefragt, warum Ulrike ein so deutliches Nein zur Masters-Leichtathletik sagt, und mir ist keine plausible Antwort dazu eingefallen. Es macht doch so großen Spaß und viel Freude, aktive Leichtathletik zu betreiben und nicht “nur” Bergwandern, das Ulrike Wellmann künftig bevorzugt. Schade, dass die Allgäuerin sich so entschieden hat.
ps Vielleicht weiß jemand mehr, weshalb, wieso, warum Ulrike Wellmann Adieu zur Leichtathletik sagt?
Peinlich
16. Oktober 2007Ich find es wirklich nur noch peinlich. Da setzen sich der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes DOSB und der deutsche Umweltminister vor die Presse und stellen einen flotten und guten Ratgeber für die umweltschonende Organisation und Durchführung von Sportveranstaltungen vor. Und wie heißt der Leitfaden? “Green Champions” und die Herren Gabriel und Bach erwähnen, dass es im letzten Jahr bei der Fußball-Weltmeisterschaft ein “Green Goal” gab, das demselben Ziel diente.
Kann man diesen d-englischen Sprachwerbemüll, der hierzulande Weltläufigkeit vortäuschen soll und doch so unendlich kleinkariert ist, bitte einfach mal lassen?!
Betrug IV
13. Oktober 2007Es lohnt sich genauer hinzusehen.
Nachricht Nr. 1:
Beim mit über 40 215 Teilnehmern gespickten Berlin-Marathon hat die Liechtensteinerin Kerstin Metzler-Mennenga ein beeindruckendes Resultat erzielt. Innerhalb von 2:42:03 Stunden verbesserte sie ihren eigenen Landesrekord um zehn Minuten und erreichte damit die nationale Olympia-Limite.Mehr…
Nachricht Nr. 2:
Bei der gestern von ihr einberufenen Medienkonferenz gab die Langstreckenläuferin Metzler-Mennenga unter Tränen zu, dass ihre sensationelle Schlusszeit am Berliner Marathon, die sie vermutlich zu den Olympischen Spielen nach Peking gebracht hätte, jemand anders gelaufen ist.
Es handelt sich dabei um einen deutschen Läufer, der dachte, er würde mit einem Chip laufen, der nicht zur Zeitmessung, sondern für das Erfassen von anderen Daten wie Höhenmeter oder Schrittlänge bestimmt ist und für eine Studie eingesetzt wird. Dieser deutsche Läufer brachte den Betrugsfall mit seinen Mails an die Veranstalter auch ans Licht.”
Es betrügen also nicht nur Masters-Athleten. Auch 26-Jährige können das. Dass die Betrügerin eine abenteuerliche Hintergrundgeschichte behauptet, macht dabei alles nur noch schlimmer. Gut finde ich es, dass aufgepasst wird und der Betrug raus kommt. Er wäre letztlich auch ohne die E-Mails des aufmerksamen deutschen Triathleten Christian Neumann (TriAs Hildesheim) aufgeflogen, weil das Zielvideo von Metzler-Mennenga eben ohne Metzler-Mennenga zu sehen ist.
Kerstin, schäm’ Dich!
Betrug III
10. Oktober 2007Nein, es ist keine Seuche. Aber auch beim Köln Marathon gab es einmal mehr Läufer, die offenbar zu betrügen wussten. Einer von ihnen, Roland Brandenburger (M65), ist für seine Unsportlichkeiten schon länger bekannt; Birgit Schillinger vom www.laufreport.de hat da erstklassige Recherche-Arbeit geleistet. Über Brandenburger teilen die Organisatoren des Köln Marathons heute mit:
Wir haben Herrn Brandenburger … disqualifiziert. Wir hatten auf der Strecke wie angekündigt zwei Kontrollmatten und auf beiden hat er keine Zwischenzeit. … Zudem wird Herr Brandenburger in Köln nicht mehr an den Start gehen.
Eine konsequente und richtige Entscheidung, die man auch den beiden W35-erinnen Diana Görges-Frank (Andernach) und Gitta Vogel (DJK Kalkar) wünscht…
Betrug II
7. Oktober 2007Ich habe am 3. Oktober im Blog geschrieben:
Roberto Madrazo Pintado ist ein führender Politiker Mexikos und wohl kaum den Berlin-Marathon 2007 gelaufen. Jemand hat sich offenbar seines Namens bedient und auch sonst besch… .
Inzwischen ist klar, Martin Wahl (*1950, SV Oberhof) hat am vergangenen Sonntag beim 34. Berlin Marathon die Altersklasse M55 gewonnen. Der Mexikaner Roberto Madrazo, der zuerst als M55-Sieger gemeldet wurde, ist ein Lauf-Betrüger; er hätte die zweite Hälfte des Marathons in Berlin in weniger als 60 Minuten laufen müssen, um seine angebliche Siegerzeit von 2 Stunden 40 Minuten zu erreichen. Denn bei 20 Kilometer hatte er schon 1 Stunde 42 Minuten auf seinem Zeitkonto – und da waren noch mehr als 22 km zu laufen. Also hat er abgekürzt, ist Bus oder U-Bahn gefahren oder zu Fuß gegangen. Dazu böte sich direkt nach der 20km-Zeitnahme und der Verpflegungsstation die Potsdamer Straße an, um das Rennen nach einer Strecke von nur 400m bei Laufkilometer 36 in eben derselben Straße (an der Verpflegungsstation bei eben diesem Laufkilometer) wieder aufzunehmen.
Ich kann es nicht glauben, dass ein einst führender Politiker Mexikos so etwas macht. Aber das Zielvideo mit dem jubelnden Madrazo und die Erklärung seines Sprechers, Roberto Madrazo habe am Berlin-Marathon teilgenommen und es habe keinerlei Unregelmäßigkeiten gegeben, sprechen für sich…
Betrug
3. Oktober 2007Schon mehrfach habe ich über Betrüger bei Laufereignissen berichtet. Roberto Madrazo Pintado ist ein führender Politiker Mexikos und wohl kaum den Berlin-Marathon 2007 gelaufen. Jemand hat sich offenbar seines Namens bedient und auch sonst besch… .
Diese Urkunde entlarvt den angeblichen Sieger der Altersklasse M55 beim diesjährigen Berlin-Marathon als Betrüger. Denn gleichzeitig vermerkt sie zuerst langsame, dann gar keine Zwischenzeiten und schließlich eine extrem schnelle Endzeit. Dafür gibt es nur eine plausible Erklärung: RM ist nicht gelaufen, er ist U-Bahn gefahren. Der betrogene wahre Berlin-Sieger der M55 ist übrigens Martin Wahl (*1950, WSV Oberhof) – ein untadeliger Sportmann, der in Berlin starke 2:43:55h lief.

(Höhere Bilder-Qualtiät:[.jpg][.pdf])
Anti- -doping
2. Oktober 2007Am 1. Oktober erschien der neue Anti-Doping-Newsletter des DLV. Die Mastersleichtathletik kommt darin nicht vor. Es ist und bleibt schon Weltklasse, wie der DLV sich Monat für Monat der Senioren annimmt…
….und dabei ist der 1. Oktober der “Internationaler Tag der älteren Menschen“. Stimmt wirklich!