Archiv für Dezember 2007

Kumpanei

26. Dezember 2007

„Schluss mit Kumpanei – Leichtathleten unterwerfen sich dem Schiedsgericht in Köln“ ist ein Artikel der Frankfurter Rundschau vom 20. Dezember überschrieben. Danach hat der DLV eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der er sich dem nationalen Sportschiedsgericht (DIS) unterwirft. Verpflichtend wird diese Unterwerfung für alle Kader-Athleten des DLV, die eine Athletenvereinbarung unterzeichnen, für sonstige Athleten, die dem Wettkontrollsystem unterworfen sind, also insbesondere auch die Senioren, gilt die Unterwerfung nur, wenn der entsprechende Athlet eine gesonderte Individualvereinbarung unterschreibt. Tut er das nicht, werden Dopingverstöße nach wie vor vom DLV selbst geahndet.

Es wird bei den Senioren also ein „Zweiklassenstrafrecht“ geben: Für solche, die durch den DLV geahndet werden und solche, die sich der unabhängigen Schiedsgerichtsbarkeit der Deutschen Institution für Schiedsgerichtsbarkeit individuelle unterworfen haben.

Der NADA-Vorstandsvorsitzende Armin Baumert, selbst ehemaliger Leichtathlet im Seniorenalter, feiert diesen Fortschritt: „Die Glaubwürdigkeit bei der Sanktionierung von Doping-Fällen wird sich fern von Sportkameraderie und Kumpanei vergrößern.“ Das sind hehre Worte. Nur, was sagt uns Senioren das?

Wenn pauschal davon gesprochen wird, dass sich „Leichtathleten dem Schiedsgericht in Köln unterwerfen“, gilt dies nicht generell für Senioren. Gehören diese Senioren, die sich nicht unterworfen haben, nicht zur Familie der Leichtathleten? Wird die Vereinbarung mit dem DLV als Abkehr von „Sportkameraderie und Kumpanei“ gefeiert, kann dies ja im Umkehrschluss nicht für die Senioren gelten, die keine Einzelvereinbarung mit dem DLV abschließen. Sie sind weiter „Sportkameraderie und Kumpanei“ unterworfen! Warum lässt man einen Teil der Senioren der Sportkameraderie und Kumpanei ausgesetzt, ginge es doch so einfach, auch sämtliche Wettkampfsportler der unabhängigen Sportgerichtsbarkeit zu unterwerfen: Mit der Abgabe der Meldung zu einer Meisterschaft unterwirft sich der Senior generell diesem Schiedsgerichtssystem. So drohen dem Senioren unterschiedliche Strafen, abhängig davon, ob er die Vereinbarung unterzeichnet oder nicht.

Schöne Aussicht! Die Senioren „bedanken“ sich für diese Sonderbehandlung, das Zweiklassenstrafrecht und die drohende Sportkameraderie und Kumpanei sowie dem Verdacht, auf diese Weise geahndet worden zu sein.

Verschwiegen

11. Dezember 2007

Ganz sicher weiß ich, dass die beiden „IAAF Masters of the Year 2007″ Ende November bei der Gala des Leichtathletikweltverbandes in Monaco waren und geehrt wurden. Fragt sich nur, weshalb die aktuellen IAAF-News das nicht erwähnen. Dort werden akribisch alle Auszeichnungen aufgelistet: „World Athletes of the Year“,  “Performances of the Year“, „Hero of Athletics Award“, „Newcomer of the Year“, „Inspirational Award“, „Rising Star Award“ und “ Coaches’ of the Year“ – bloß die zu recht geehrten Masters-Athleten des Jahres 2007 Phil Raschker (USA) und Andrew Jamieson (Australien) werden verschwiegen. Ich finde, das ist peinlich.

Einladung

5. Dezember 2007

Der DLV lädt zu einem Kongress „Leichtathletik mit Perspektiven“.

Einmal mehr meine Frage: Schon mal was von Senioren gehört? Haben die keine Perspektiven?  

PROGRAMM
Freitag, 11. April

Eröffnung/Begrüßung – Frank Hensel

Samstag, 12. April

 „Perspektiven und Ziele der Deutschen Leichtathletik“ – Clemens Prokop

Die Schnittstellenproblematik – Jürgen Mallow

Nachhaltigkeit durch langfristigen Leistungsaufbau – Frank Lehmann

Körperliche Verfassung der Athleten/Gesundheitsmanagement des DLV – Uwe Wegner/Bernd Schors 

Leichtathletik-Entwicklung in Schweden – Curt Högberg

Praxisdemonstrationen – exemplarische Trainingseinheiten für Schnelligkeit, allgemeine Athletik, Techniktraining –
Ausgewählte Verbands- und Vereinstrainer

Einbindung der exemplarischen Trainingseinheiten in das Grundlagen- und Aufbautraining – Uwe Mäde/Klaus Oltmanns 

Talentförderung im musisch-kulturellen Bereich Manfred Aust/Vladimir Gloss

6 Workshops: Bausteine der Nachwuchsoffensive 2016• Wege von der Kinderleichtathletik zur Talentförderung • Erwartungen an die Ausbildung/Arbeit mit den neuen RTPs• Schnittstellenproblematik – duale Karriere• Zielsetzungen der Kaderarbeit – Möglichkeiten und Grenzen• Allgemeine athletische Ausbildung im täglichen Training • Gesundheitsmanagement im Verein

Zusammenfassung der Ergebnisse/Ausblick: „Berliner Thesen“, Regionalkonferenzen – Eike Emrich

:-(

Ähnlich

4. Dezember 2007

„IAAF Best Masters of the Year 2007″ Phil Raschker (USA) ist trotz ihrer 10 Goldmedaillen bei der Masters-WM in Riccione und mehrerer Weltrekorde nicht zur US-Senioren-Leichtathletin des Jahres gewählt worden. Das wurde jetzt völlig überraschend die Ausdauerläuferin Louis Ann Gilmore aus Janesville im US-Bundesstaat Wisconsin.  

Wie  ähnlich die Dinge doch sind: 

2005 wurde die Niederländerin Rietje Dijkman  “IAAF Best Masters of the Year“, Europäische Seniorenleichtathletin 2005 – aber nicht Seniorenleichtathletin des Jahres in den Niederlanden. 2006 wurde Deutschlands Melitta Czerwenka-Nagel  “IAAF Best Masters of the Year“ und beste Europäische Seniorenleichtathletin 2006 – aber nicht Seniorenleichtathletin des Jahres in Deutschland…

Ehrlich

3. Dezember 2007

Nach etwas mehr als einem Jahr ist Kurt Kaschke, Vertreter von proMasters und EVAA-Sekretär, aus dem DLV-Bundesfachausschuss „Senioren“ (BFA) zurückgetreten. Er  sieht keinen Sinn mehr im BFA zu arbeiten, weil die Interessenslagen zu sehr differerieren und wünscht der Arbeit im BFA „künftig viel Erfolg und Ehrlichkeit“.  

Tja, das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: Ehrlichkeit.