Archiv für Februar 2008

Mainz-Marathon

29. Februar 2008

Heute schreibt Frank Hellmann in der Frankfurter Rundschau über den Vertrag zwischen DLV und den Veranstaltern des Mainz-Marathon Bemerkenswertes:

Was ist solch ein Vertrag wirklich wert? Als Frank Hensel, der Generalsekretär des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), und der Mainzer Bürgermeister Norbert Schüler die Vereinbarung über die Ausrichtung der deutschen Marathon-Meisterschaft für die nächsten drei Jahre unterzeichnet hatten, durfte es an hehren Worten nicht fehlen. Hensel sprach von einer klugen Entscheidung, Schüler vom „großartigen Zugewinn“ für den Gutenberg-Marathon mit seinen 10 000 Teilnehmern. Darüber darf man streiten: Auch wenn 600 ambitionierte Läufer am 4. Mai nach dem Titel trachten werden, bleibt die Meisterschaft nun bis 2010 doch eher ein Muster ohne sportlichen Wert. Denn selbst die wenigen guten deutschen Kräfte werden um die Doppelschleife am Rheinufer einen großen Bogen machen. Anreize in Form von Prämien kann der DLV nicht bieten. 

Podcast

28. Februar 2008

Fernsehen, wann immer man will, ist die aktuelle Entwicklung: Podcast! Professionell hat der deutsche Leichtathletikverband diese Entwicklung aufgenommen und erstmals bei seiner Hallen-DM am vergangenen Wochenende in Sindelfingen umgesetzt. 35 Video-Aufzeichnungen geben jetzt dauerhaft (!) einen erstklassigen Überblick über diese Hallenmeisterschaften. Leider müssen wir bei der anstehenden Hallen-DM der Senioren in Erfurt auf Vergleichbares verzichten. Da wären wir alle schon froh, wenn es in diesen Zeiten zumindest eine offizielle Internetseite für Deutsche Seniorenmeisterschaften gäbe und nicht nur das hier

Podcasts gehört jedenfalls die Zukunft. Bei den Masters-Weltmeisterschaften in Riccione 2007 gab es erste, noch amateurhaft wirkende Ansätze (zB hier). Es fehlt die Professionalität. Aber immerhin. WMA und EVAA sind jedenfalls aufgefordert, Podcasts  als modernes Medium zu nutzen, um Freude, Spaß und Sport der Masters-Leichtathletik bekannt(er) zu machen. Was bitte spricht dagegen, sie in den Pflichtenkatalog für die Vergabe internationaler Masters-Meisterschaften aufzunehmen?
Spannend bleibt daneben auch „die nationale Frage“ – also, ob sich der DLV dazu durchringen kann, seine fortschriftliche Podcast-Idee auch bei Seniorenmeisterschaften um- und einzusetzen. 

Stuttgart

27. Februar 2008

Als ich dieses youtube-Video heute wieder gesehen habe und mich an die Leichtathletik-WM in Stuttgart ‘93 erinnerte, konnte ich mir noch weniger vorstellen, dass die Rundbahn aus dem Stuttgarter Daimler-Stadion verschwinden soll. In Jena ist und bleibt sie jedenfalls; das muss seit gestern Abend mal gesagt werden… ;-)

Tribüne

26. Februar 2008

Tja, das war’s wohl mit Erfurt. Mein rechter Fuß ist grün und blau und dick. Die Bänder sind gedehnt, und das alles, weil mir beim Training eine Katze über den Weg lief, ich erschrak und dabei mit dem rechten Fuß umknickte. Die DM in Erfurt werde ich mir daher wohl von der Tribüne aus ansehen müssen – sagt mein Arzt. Sch…Scheibenkleister! :-(

Allerdings immer noch besser, als sich „eingekreist“ zuhause in dem kleinen Raum aufzuhalten, wo wir kein Telefon haben… ;-)

Eingekreist

25. Februar 2008

Ich freu mich sehr auf die Hallen-DM in Erfurt. Allerdings kreist mich seit letzter Woche der Virus ein; es dürfte der Norovirus sein. Sohn Georg brachte ihn aus der Schule mit, die dann auch zeitweise geschlossen wurde. Sohn Lukas übernahm ihn ebenso wie Schwiegermutter Anneliese und jetzt hat es Sohn Bernd erwischt.

Sie wissen, der Norovirus ist ein ganz unangenehmer Vertreter: Seine Vertreter sind inzwischen die häufigsten Erreger von Magen-Darm-Erkrankungen. Die Infektionen äußern sich -so die Presse- durch Bauchkrämpfe, Durchfall und schwallartiges Erbrechen, oft begleitet von Fieber und Kopfweh. Nach etwa zwei bis drei Tagen klingt die Krankheit wieder ab. Das Robert-Koch-Institut rät Betroffenen zu größtmöglicher Hygiene. Handtücher und Kleidung sollten mit Vollwaschmittel bei mindestens 60 Grad gewaschen, verunreinigte Flächen gründlich gereinigt und die Hände oft gewaschen werden. Wegen des hohen Flüssigkeitsverlusts bei der Infektion sei es ratsam, trotz Erbrechens viel zu trinken. Vor allem ältere Menschen wird geraten, frühzeitig den Arzt zu konsultieren.

Das alles klingt nicht so toll. Ich habe daher beschlossen, dass der Norovirus mich nicht zwicken wird. Hauptsache, er hält sich dran!

Berlin

24. Februar 2008

Im Sommer 2009 finden in Berlin die nächsten Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt.  Bisher geht die Vorbereitung ziemlich an den Menschen in Berlin vorbei.Die Financial Times Deutschland zitiert Helmut Digel, OK-Mitglied und Marketing-Spezialist des Weltverbandes IAAF. Es sei «nicht ganz einfach», ein solches Ereignis in einer Weltstadt wie Berlin zu positionieren. «So eine WM muss als Thema in den Medien präsent bleiben: Und dazu braucht es Helden, Stories, positive Geschichten und originelle Ideen.»

Wir wär’s mit Masters-Einlagewettkämpfen, Herr Digel? Bei der WM in Helsinki zählten sie dazu, bei den Meisterschaften in der USA gehören sie vielumjubelt sozusagen zum festen Inventar.  Guido Müller und die andern flotten 70-er würden schon zeigen, wo der Masters-Hammer hängt.

Hamburg

24. Februar 2008

Leichtathleten wissen, dass die reiche Freie und Hansestadt Hamburg bis zum Jahr 2006 brauchte, um für ihre Sportler eine Leichtathletikhalle zu bauen. Der Schönheitsfehler: Es gibt keine Tribünen, von denen aus die Wettkämpfe beobachtet werden können. Es können lediglich ein paar ganz kleine Behelfstribünen aufgebaut werden, die das Problem aber nicht lösen. Größere Meisterschaften wird es also in Hamburg nicht geben können. Allerdings hat Hamburg eine Top-Rundbahn.

Die Größen des Weltverbandes WMA wollen jetzt die Hallen-WM der Senioren 2010 in das kanadische Kamloops vergeben. Die Sportstadt Kamloops, im Westen des riesigen Landes gelegen, hat wie Hamburg eine nagelneue Leichtathletikhalle. Schönheitsfehler in Kamloops: Es fehlen sowohl ordentliche Tribünen als auch eine vernünftige 200m-Rundbahn; die vorhandene hat nämlich keine Kurvenerhöhung. Das hindert die WMA-Gewaltigen offenbar aber nicht an ihrem Plan.
Keine Frage: Nordamerika ist längst dran, wenn es um  internationale Meisterschaften für Leichtathletikmasters geht. Sie wären auch längst dran gewesen, hätte nicht eine bisweilen hysterisch wirkende Mischung von Prävention, Angst und Kontrollwut der USA nach dem 11.09.2001 dazu geführt, dass Mastersathleten gleich aus einer ganzen Reihe von Ländern kein Einreisevisum bekommen hätten und ausgeschlossen worden wären. Bei solchen Rahmenbedingungen war eine Vergabe internationaler Meisterschaften in die USA natürlich nicht möglich, obwohl die Gastfreundlichkeit des Nordamerikaner legendär ist.
Jetzt aber schießt die WMA daneben, wenn sie das große Manko der letzten Jahre ausgleichen und die Hallen-WM 2010 in eine untaugliche „Trainingshalle“ vergeben will. Zu einer Weltmeisterschaft zählt nämlich mehr als ein „Gut-gemeint“ – vor allem eine für Athleten und Zuschauer meisterschaftswürdige Sportstätte. Fragt mal in Hamburg nach…

Zwanzigster oder Dreißigster?

14. Februar 2008

Zwanzigster oder Dreißigster? Das ist hier die Frage.  Zunächst stand im Kopf meiner Seite der Hinweis auf diesen Meldeschluss:EM in Ljubljana (SLO) am 20.05.2008   Dann schrieb uns ein Leser:
 „nimm Du nicht auch noch DLV-Niveau an und verbreite bitte keine falschen Meldetermine. Du hast als Meldeschluss für Laibach den 20. Mai angegeben. Das stimmt nicht. Es ist der 30. Mai. „  

Stimmt und stimmt nicht! Auf der Webseite der slowenischen Veranstalter steht zwar:„The entries have to be on hand with the Organisation Committee by May 30, 2008 at the latest. “ 
Trotzdem ist das Niveau des DLV und damit der 20. Mai verbindlich. Denn dort will man diesmal -nach den völlig verunglückten WM-Meldungen des vergangenen Sommers- die Meldungen rechtzeitig transferieren, nehm ich mal an. Daher gilt hierzulande der Zwanzigste!