Archiv für Mai 2009

WMA

28. Mai 2009

WMA-LogoNicht nur, weil man mit bemerkenswerten Athleten wie Alfred Gross geradezu respektlos umgeht, stelle ich (mir) die Frage, was eigentlich beim Weltverband der Seniorenleichtathletik los ist. Die WMA ist weit entfernt von Zeiten, in denen Präsidenten wie Torsten Carlius oder Cesare Beccalli positive Meldungen und Entwicklungen verkünden konnten. Auf der Internetseite der WMA finden sich zunehmend nur Warnungen, Absagen und Richtigstellungen – aber beispielsweise nicht einmal ein Hinweis über die am Monatsende offiziell ablaufende Meldefrist für die WM in Lahti.
So wirkt die WMA weder souverän noch positiv. Es wird daher Zeit für einen Neuanfang, der mit einem neuen Präsidenten gelingen kann. Bekanntlich kandidieren auf der Generalversammlung in Lahti zwei Bewerber:  Rex Harvey (USA) und Stan Perkins (Australien). Gleich wer es ist, frage ich, ob der Wahlgewinner diesen Neuanfang leisten kann? Wir alle sollten es hoffen. Denn es gibt zu einer funktionierenden WMA keine Alternative.

Club

28. Mai 2009

LaufenQuasi über Nacht hat der Mastersleichtathletik-Weltverband WMA die Zusammenarbeit mit der IAU beendet und dies auf seiner Internetseite mitgeteilt.  Der 22.  IAU 100km World Cup, der als Masters-WM konzipiert war, ist dies also plötzlich nicht mehr. Wir recherchieren -bisher erfolglos- gerade, aus welchen Gründen dies geschehen ist. Was derlei für den einzelnen Athleten bedeutet, schreibt uns der Tübinger Ultraläufer und vielfache deutsche Meister Alfred Gross:

„Zu dumm, wenn man sich gewissenhaft vorbereitet, das Hotel gebucht, die Reisepläne gemacht und sich ein Nationaltrikot zugelegt hat und dann in die Röhre schaut. Die WMA scheint ein ganz besonderer Club zu sein….“

Dem ist leider nichts hinzuzufügen.

(Foto: MarMar, pixelio)

Frage

28. Mai 2009

328954_R_K_B_by_geralt_pixelio.deWir melden heute:

Die US-Amerikanerin Nadine O’Connor, 67, hat am 23. Mai ihre eigenen Stabhochsprungweltbestleistung auf 3,13m verbessert. Bei einem Leichtatletiksportfest im südkalifornischen Orange Coast College in Costa Mesa steigerte sie ohne Fehlversuch ihren eigenen früheren Weltrekord gleich um 6 Zentimeter. Ihr unglaublicher Weltrekord liegt sogar über den Altersklassenrekorden im Stabhochsprung der W 60 (3,12m), den sie selbst augestellt hat und dem der W 55 (3,05m), den keine geringere als ihre berühmte Landsfrau Phil Raschker (USA) aufgestellt hat. …

Ich frage mich, ob diese Leistung mit lauteren Mitteln möglich ist. Bis zum Beweis des Gegenteils wird man es mit der Antwort halten müssen wie damals bei Marion Jones –  oder?

 

(Grafik/Foto: geralt, pixelio)

DAMM

26. Mai 2009

DSCN2390Es ist ein bisschen DAMM-Durcheinander aufgetreten. Da stand doch hochoffiziell hier  zu lesen, dass die neue Seniorenwertung bereits ab 01.05.09 im Mehrkampf zur Anwendung kommt. Offenbar stuft manch Landesverband des DLV aber Mannschaftswettkämpfe als Mehrkämpfe ein, was in der Folge zu skurrilen DAMM-Mischwertungen je nach Disziplin aus alter und neuer Wertung führt. Ein kurzer klarstellender Hinweis oder Nachsatz des DLV hätte diese Fehlinterpretation vermieden.

Wenn Staffeln und Langstrecken jenseits der 1500m überhaupt nicht in der mit Altersfaktoren veröffentlichten Wertung auftauchen, sollten eigentlich Zweifel in Bezug auf die Anwendbarkeit aufkommen. Allerdings nicht so bei unseren Sportkameraden im Süden, wie Interessierte  hier, zB  an der M60-Wertung  leicht erkennen können.

Innerhalb der Qualifikationsperiode und vor Einladung zum DAMM-Endkampf wird aber der DLV derlei zweierlei Maß erkennen und korrigieren. Nehmen wir mal an.

Mehr Diskussion hier

(Foto: S. Hofschlaeger, pixelio)

Gewaltig

25. Mai 2009

Debs.logoEntgegen aller Unkenrufe:

Die Deutschen im öffentlichen Dienst bewegen sich! Jedenfalls am kommenden Mittwoch in Niedersachsen und dabei ersichtlich nicht nur den Kugelschreiber-Daumen. Wir lesen diese Hannöversche Presseerklärung:

 

SPD-Landtagsfraktion Niedersachsen

 

Bartling: »Schnellste niedersächsische Behörde« ? 143 Staffeln rennen um den Titel – 10. Niedersächsischer Behördenmarathon stellt neuen Rekord auf

 

Pressemitteilung 16-191 vom 25.05.09

 

Auf Einladung der Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion werden sich am 27. Mai (Mittwoch) 143 Staffeln aus ganz Niedersachsen mit 1.001 Läuferinnen und Läufern um den Titel »Schnellste niedersächsische Behörde« bewerben.

 

»Ich freue mich über diese überwältigende Resonanz und bin guter Hoffnung, dass wir anlässlich des 10. Behördenmarathon-Jubiläums eine großartige Kulisse und eine prickelnde Atmosphäre am hannoverschen Maschsee erleben werden«, so Behördenmarathon-Schirmherr Heiner Bartling. Als Parlamentarischer Geschäftsführer bekräftigte er zugleich das sportliche Ziel der SPD-Fraktion, auch dieses Jahr wieder schnellste Landtagsfraktion zu werden. Dazu wolle er selbst ein gutes Stück beitragen und sich als Startläufer der SPD-Fraktionsstaffel »Sportlich, Progressiv, Dynamisch« pünktlich um 16:00 Uhr auf die Maschseerunde begeben. Bartling: »Ich freue mich auf eine einzigartige Mischung von Sport und Spaß und nicht zuletzt auf eine angemessene Feier des zehnten Behördenmarathon-Geburtstages.«

 

Der Behördenmarathon wurde im Jahr 2000 von der Bezirksregierung Hannover erfunden und wird seit fünf Jahren von den Abgeordneten der SPD-Landtagsfraktion ausgerichtet. Inzwischen hat der Behördenmarathon eine gewaltige Strahlkraft erreicht: Von Aurich bis Göttingen und von Osnabrück bis Lüchow-Dannenberg sind im wahrsten Sinne des Wortes Behörden aus dem ganzen Land am Start.

 

Naja, gewaltige Strahlkraft erscheint zwar etwas übertrieben. Aber immerhin ist Niedersachsen Behörden-Marathon kein  Beamten-Mikado

ps Auch für die ruhende Fraktion des öffentlichen Dienstes gibt es Verwendung, passenderweise diese: 

Nach wie vor Streckenposten gesucht: Die steigenden Teilnehmerzahlen erfordern einen höheren Sicherheitsaufwand. Wir sind daher auf der Suche nach freiwilligen Helferinnen und Helfern, die den 10. Nds. Behördenmarathon am 27. Mai 2009 als Streckenposten unterstützen wollen. Interesse? – Bitte melden Sie sich unter streckenposten@behoerdenmarathon.de  bei uns!

Gross

25. Mai 2009

100px-Flag_of_Switzerland.svgAnglizismen versuche ich auf meiner Seite zu vermeiden, soweit es geht. Jetzt lese ich Beeindruckendes und erkenne: Von den Schweizern lernen, ist wirklich etwas Besonderes. Sehen wir es Ihnen nach, dass sie das „ß“ gestrichen haben und gross statt groß schreiben. Aber der Begriff Grossanlass-Limit hat mich regelrecht sprachlich umgehauen. Und erst der Plural: Grossanlass-Limiten. Großanlass-Limit müssten wir schreiben und damit die kleine Quali in die sprachliche Wüste schicken…

Jedenfalls bleibt damit der Klapprechner (für Laptop) des Verein Deutsche Sprache locker auf der Strecke…

Muttertag

10. Mai 2009

Hab gestern ‘n bisschen bei Heidi im Litfass gefeiert. War spät, sehr spät, aber es ist ja Muttertag und da kann ich richtig ausschlafen und zwar so:

8.13 Uhr noch einmal im Bett ‘rumdrehen. Vielleicht noch 1, 2 Stunden weitermümmeln…
8.15 Uhr. Das Telefon klingelt – unerbittlich. Müde zum Hörer. Ganz müde höre ich:  “Hallo….wollt’ nur berichten, dass Wilhelm Modersohn von der TG Bielefeld die 4 Kilokugel auf 13,90m gestoßen hat. Is ja vielleicht interessant. Schönen Tach noch“ 

Muttertag.

gefunden

4. Mai 2009

von_PlakatWir haben Bente Ingvardsen (DEN) gefunden. Sie erinnern sich: Beim Hamburg-Marathon vor einer Woche war die aus Holstebro in Jütland stammende Laborantin als Gesamtdreizehnte mit einem neuen W60-Weltrekord in den Resultatlisten aufgetaucht. Das warf Fragen auf, weil die im Internet vermerkten bisherigen Zeiten der Dänin eine Weltrekordleistung ausschlossen. Also gingen wir auf die Suche nach Bente. Die Veranstalter des Hamburg-Marathon schreiben heute auf unsere Anfrage:

Hallo,
in diesem Fall ist eine Disqualifikation ausgesprochen worden, da mit dieser Nummer ein Mann unterwegs war.Online ist dies aber noch nicht sichtbar.

Gruß,
Marcel Bahlke 
Möbel Kraft Marathon Hamburg
 

Tja, is’ nichts mit einem neuen Marathonweltrekord in der W60. Es bleibt die Frage, was gegen solche blöden Verhaltensweisen hilft. Vielleicht dies:

a) Auf jede Startnummer wird auch der (Vor-)Name des Läufers bzw. der Läuferin gedruckt und

b) Wer nicht laufen kann und absagen muss, kann die Startnummer auch weitergeben, muss das aber mitteilen.

c) Wer ohne Ummeldung mit einer anderen Startnummer läuft, kriegt was auf die Finger. 

Oder denk ich da zu kompliziert und bin befangen, nachdem ich zwei Stunden meines Lebens hinter der lieben Bente her recherchiert habe?

 

(Foto brit berlin, pixelio)

Tasche

3. Mai 2009

tascheStrafjuristen, die nördlich der Mainlinie etwas auf sich halten, irritiert schon traditionell vieles von dem, was südlich dieser Linie, zumal in Bayern, an staatlichem Zwang und Eingriff für normal oder jedenfalls geboten gehalten wird. So wundert es sie kaum, wenn die Postillen seit ein paar Tagen melden, Clemens Prokop, der Präsident des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), fordere „erneut ein härteres Vorgehen gehen Dopingsünder“.

«Die Nationale Antidoping-Agentur NADA müsste so etwas wie eine Doping-Polizei mit staatlicher Kompetenz werden», sagte der 52-jährige DLV-Chef in einem Interview der «Mittelbayerischen Zeitung» in Regensburg. Prokop, der 2006 am Entwurf der bayerischen Justizministerin Beate Merk (CSU) für ein schärferes Anti-Doping-Gesetz maßgeblich beteiligt war, sprach sich dafür aus, Dopingkontrollbehörden mit hoheitlichem Charakter auszustatten.

Bemerkenswert, wenn der DLV-Chef, im Hauptberuf Amtsgerichtsdirektor im bayerischen Kelheim, grundlegende rechtstaatliche Dinge über Bord werfen will.,  so es gegen Doping geht, etwa  dass grundsätzlich Durchsuchungen nur durch einen Richter   angeordnet werden können. Gleichwohl wünscht er sich eine NADA-Dopingpolizei, denn:

«Sie könnte – banal gesagt – auf dem Sportplatz auch einmal in die Tasche eines Trainer schauen, was dieser denn so bei sich trägt.» 

Möglicherweise ist es ja eher ungewöhnlich, dass Trainer auf dem Sportplatz Spritzbesteck und Dopingtralala in ihrer Tasche dabei haben. Könnt’ ich mir jedenfalls vorstellen. Und dann gibt es da außerdem noch diese unpraktischen rechtsstaatlichen Regeln, die so gar nicht den Grundsatz „Der Zweck heiligt die Mittel“ akzeptieren. Bestimmte Vorschläge sollte man besser zu Ende denken, bevor man sie ausplappert.

 

(Foto: Johannes Wortmann, pixelio

M

3. Mai 2009

Wir lesen auf der informativen Internetseite des Landesverbandes Rheinland

Hildegard Mockenhaupt von der LG Sieg siegte in der M55 in 20:41,85 Min. über die 5.000 m.

Es passiert so schnell beim Schreiben und M und W sind verwechselt. Aber hier ist alles ok. Denn M kürzt natürlich Mockenhaupt ab. M55 für Hildegard und M28 für Tochter Sabrina.

;-)