Athletics- one family. Leichtathletik- eine Familie. Es ist der Programmsatz der Offiziellen in WMA und EVAA und aller Masters-Leichtathleten. Aber bekommen eigentlich in einer Familie deren Senioren ihre Präsente in der Diele oder in der Küche, während die Jugend im Wohnzimmer ausgezeichnet wird?
Unwillkürlich musste ich an diesen Vergleich denken, als mir klar wurde, dass die beiden hoch verdient zu Masters Athlete of the Year 2008 gewählten Senioren-Spitzensportler Wolfgang Ritte (Wesel) und Christine Müller (Zürich) zwar bei der IAAF-Gala in Monaco ausgezeichnet wurden - aber am Rande, nicht auf der Bühne, nicht unter dem Beifall der vielen hundert, illustren Gäste. Es fand eine kleine, wenn auch feine Verleihung der Auszeichnungen statt - in einem Vorraum des großen Saales.
Mit Verlaub, ich empfinde das als ein wenig schäbig. Es wird weder der sportlichen Leistung der beiden Europäer gerecht, noch dem Selbstverständnis (”one family”) und der Qualität der IAAF. Im nächsten Jahr muss sich dies ändern und der demnächst in Lahti neu zu wählende WMA-Präsident muss sich der Sache annehmen, gleichgültig ob er Amerikaner, Australier oder Europäer ist. Und auch Cesar Moreno -Vorsitzender des IAAF-Masters-Kommitee ist gefordert, diesen Punkt mit dem IAAF-Präsident Lamine Diack zu erörtern und die Sache ins Reine zu bringen.
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Familie
2. Dezember 2008Kleid
29. November 2008
Also- selten haben wir uns so intensiv mit einem Kleid befasst. Ehrlich gesagt, noch nie. Aber auf vielfachen Wunsch interessierter Damen aus der Szene und dank Wolfgang Rittes Ehefrau Ute, die eine Kamera dabei hatte und zu bedienen wusste, können wir heute endlich mit einem Bild des Kleides dienen, das Christine Müller (Zürich) bei der IAAF-Gala am letzten Sonntag in Monaco trug. Die bescheidene Schweizerin erhielt wie Deutschlands Wolfgang Ritte die Auszeichnung IAAF-Masters of the Year 2008.
Das Bild vom Kleid links - ganz exklusiv für unsere Leser.
Christine Müller schreibt dazu: “ Tatsächlich habe ich noch etwas Passendes gefunden, in dem ich mir nicht verkleidet vorkam. Auch die flachen Schuhe waren durchaus tragbar. Die Fotos sind von Wolfgang und Ute, welche ich übrigens als außerordentlich nette Leute kennen gelernt habe.”
Und sie ergänzt: “ Nun hat auch mich der Alltag wieder eingeholt. Doch jetzt am Wochenende werde ich sicher nochmals und nochmals das vor einer Woche in Monaco Erlebte in Gedanken durchgehen. Es war wirklich wie im Film, und Wolfgang und ich waren mitten drin. Die Kulisse von Monaco, die Anwesenheit so vieler großer Leichtathletik-Stars und des Fürsten machte den Ausflug zu einem einmaligen Erlebnis.”
Soso, “den Ausflug”. Ich glaube, über dieses Wort werde ich noch einmal nachdenken und vielleicht einen kleinen Blogbeitrag schreiben…
Dankbar
28. November 2008US-Masters Ken Stone hat im Blog auf seiner Webseite geschrieben, wir sollten dankbar sein, nicht Seniorenleichtathleten in Thailand zu sein. Dort sind gestern wegen der Unruhen in Bangkok die 15. Asienmeisterschaften in Chiang Mai abgesagt worden. Die Seniorenathleten aus 15 Ländern konnten nicht in die nordthailändische 150.000-Einwohner Stadt kommen. Stone hat recht, und auch ich freue mich bei solchen Meldungen immer, wie gut und sicher es uns in Mitteleuropa geht. Dann denke ich darüber nach, wie sich die Frauen und Männer fühlen, die seit Monaten diese Meisterschaften organisieren, jetzt vor den Scherben ihrer Arbeit stehen und trotzdem zuversichtlich sind, die Meisterschaften in sechs Wochen doch noch durchzuführen.
Helsinki
26. November 2008Heute hat mir erst Hans-Peter Skala und dann hat mir Dieter Massin mitgeteilt, dass Helsinki wieder da ist. genauer: Die Ergebnisse der Senioren-Hallen-WM 2007 in Helsinki sind wieder da. Das las sich so:
Hej,
die Ergebnisse von Helsinki, die eine Zeitlang verschwunden waren, sind wieder aufgetaucht und jeder, der sich für Ancona melden will, kann sich schnell noch informieren.
Die Ergebnisse gibt’s wieder auf der EVAA-Seite, die ab dem 1. Januar 2009 dann “www.evaa.ch” heißen wird.
Ciao und Glückauf
Dieter
Was es mit dem Umzug von evaa.nu auf evaa.ch auf sich hat, muss ich noch weiter recherchieren. Aber ich habe erst heute Abend geschaut, ob die Resultate wirklich verschwunden waren. Waren sie natürlich nicht, jedenfalls hier, bei uns waren sie alle da. Da hab ich dann zufrieden geschmunzelt und einen Link Resultate II auf der Helsinki-Sonderseite hinzu gesetzt. Aber seither fehlen die beiden EVAA-Akademie-Bilder. Warum auch immer.
Action
22. November 2008Heute berichten die Medien, Deutschlands Antidrogenkämpfer Nr. 1, der Heidelberger Biologe Werner Franke, habe den Ex-DLV-Trainer-des-Jahres Thomas Springstein angezeigt. Zur Erinnerung: Das Amtsgericht Magdeburg hatte Leichathletiktrainer Springstein im März 2006 wegen eines Verstoßes gegen das Arzneimittelgesetz in besonders schwerem Fall zu einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr 4 Monaten verurteilt. Springstein hatte der minderjährigen Anne-Kathrin Elbe Anabolika ausgehändigt, die sie einnehmen sollte. Die damals 16-jährige zeigte aber Zivilcourage, wandte sich an den DLV, und das Strafverfahren gegen Springstein nahm seinen Lauf.
Weitere Ermittlungsvorwürfe gegen den Leichtathletiktrainer wurden damals gegen ihn schließlich eingestellt - eine im Strafverfahren durchaus übliche Praxis, zumal wenn ihr eine Absprache zwischen Staatsanwälten und Verteidigern vorausging. Frankes Heidelberger Rechtsanwalt Lehner entrüstet sich jetzt darüber: “”Wie man sowas 2006 in Deutschland noch einstellen konnte, ist nur politisch erklärbar.”
Tatsache ist aber die Einstellung des Verfahrens, der offenbar, glaubt man Lehner insoweit, eine entsprechende Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und den Verteidigern von Springstein voraus ging, zu denen auch der ebenso renommierte wie hochseriöse Hamburger Rechtsanwalt Johann Schwenn zählte. Dann aber ist kein Raum für neue Ermittlungen. Für die (versuchte) Körperverletzung an Anne-Kathrin Elbe ist Springstein ohnehin verurteilt, weil sie mit dem Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz einher ging. Niemand, auch kein Dopingtrainer, wird zwei Mal wegen einer Tat bestraft.
Und wenn sich also damals Staatsanwälte und Angeklagter tatsächlich einigten, ist eine neue Strafverfolgung Springsteins nur möglich, wenn die Staatsanwaltschaft ihre Zusagen bräche - ein in einem Rechtsstaat nicht denkbarer Vorgang. Das alles mag man bedauern, es ist aber so. Die Messe gegen Springstein ist gelesen.
Ich sehe das Medien-Echo der Strafanzeige und glaube fast, dass es auf diesen Medienreflex ankam bzw. ankommen sollte. Mir sieht das eben alles sehr nach “action” aus, und ich finde, der mehr als verdienstvolle Professor Franke sollte derlei “action” lassen. Es schadet nach meinem Empfinden seiner Seriösität und hilft damit dem Antidopingkampf nicht wirklich.
Darmstadt
18. November 2008Darmstadt ist nicht nur Sitz der Zentrale des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) sondern sozusagen auch die deutsche Hauptstadt des Crosslaufes. Grund dafür zweifellos sind die organisatorischen Fähigkeiten von Wilfried Raatz.
Allerdings hat der OK-Chef des ASC Darmstadt -zurückhaltend formuliert- nicht immer einen Blick für die Mastersläufer. Dies ist auch wieder so beim traditionsreichen Darmstadt-Cross am nächsten Sonntag (23. November) auf der Lichtwiese. Zwar starten bei diesem großen Finale des Deutschen Cross-Cups auch Masterssportler. Die im Internet veröffentlichten Starterlisten weisen sie aber nicht eigens aus, und es fehlt in den Listen auch das Geburtsjahr der gemeldeten Läuferinnen und Läufer.
Sie sehen folglich so aus:
Starterliste Lauf 5 6700 m mJA, Frauen, Juniorinnen, Masters, Männer open
Lauf 5
Startnummer Name Verein/Ort 0313 Amend, Georg Griesheim 0452 Ararsa, Gammachu LG Eintracht Frankfurt 0447 Bah, Wurie LG Reinhardswald 0312 Bahl, Thomas LG Neu-Isenburg/Heusenstamm 0174 Baierl, Anita TuS Krems Münster /Österreich 0436 Bardehle, Benito LC Erfurt 0107 Baumann, Sandra Schweiz 0309 Becht, Joachim FC Unterkirnach 0104 Becker, Juliane LAC Quelle Fürth.. - FU Berlin 0152 Becker, Katharina LG badenova Nordschwarzwald 0116
Natürlich liegt die Annahme fern, dass deshalb nicht sehr viele Mastersläufer beim Deutschen Cross Cup und in Darmstadt starten, aber vielleicht liegt es auch daran, dass Wilfried Raatz andere, eher jugendliche Schwerpunkte setzt. Der DLV ist in diesem Punkt ja genauso infiziert - morbus darmstadtiensis könnte man es nennen.
Fakt ist: Mastersläufer sind in Darmstadt weder sonderlich wohl gelitten noch sehr zahlreich; so waren zum Beispiel im letzten Jahr nur vier Seniorinnen dabei. Diese Zurückhaltung mag auch daran liegen, dass das Darmstädter Cross-Spektakel in unserer Seniorenszene zu wenig bekannt ist. Aber selbst wenn wir mit unserer kleinen Seite daran mitwirken möchten, das zu ändern, stünde bei uns zunächst eine stundenlange Auswertung von Starterlisten an, um herauszufinden, welche Seniorinnen und Senioren überhaupt auf der Lichtwiese dabei sind.
Durch die Aufnahme des Geburtsjahres in die Starterliste, eine einfache und vorhandene Zusatzfunktion, wäre dies -wie sagt es LG-Emstal-Trainer Arno Kosmider immer- “kein Thema”. Stundenlanges Herumsuchen nach Geburtsjahren aber macht uns überhaupt keinen Spaß und deshalb haben wir dazu auch keine Lust, um es deutlich zu sagen. Unsere Schlussfolgerung: Kein Vorbericht zum Darmstadt-Cross 2008.
ps. Aber immerhin kümmert sich die SPD um die Altersklassen M/W60+ in Darmstadt. Da trudelt just (18.11., 17.49 Uhr) diese passende Presseerklärung rein:
Mitteilung für die Presse
Hubertus Heil bei Kreisseniorenfest in Darmstadt
Der Generalsekretär der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands, Hubertus Heil, spricht am kommenden Samstag, dem 22. November 2008, beim Kreisseniorenfest der AG 60 plus Darmstadt-Dieburg. An dieser Veranstaltung nimmt auch die örtliche Bundestagsabgeordnete, die Bundesministerin der Justiz Brigitte Zypries, teil.
Das Kreisseniorenfest findet statt
am Samstag, dem 22. November 2008,
ab 13:00 Uhr
im Bürgerzentrum,
Carl-Ulrich-Straße 9, 64331 Weiterstadt (Region Darmstadt).
Für Rückfragen steht Ihnen die Pressestelle des SPD-Parteivorstandes unter der Rufnummer 030 25991-300 zur Verfügung.
Über Ihr Interesse freuen wir uns.
Siehst Du Wilfried, es geht doch, auch wenn es sich um eher etwas Sitzendes handelt!
Läuft
18. November 2008Heute (erst) gefunden auf der Seite von suedkurier.de im Bericht über die Badischen Waldlaufmeisterschaften 2008:
“Im Lauf der Altersklasse M 60 wurde Josef Konrad seiner Favoritenrolle gerecht. Trotz des Handicaps, mit zwei rechten Schuhen laufen zu müssen, nachdem er in der Eile des Packens die passenden Partner übersehen hatte, diktierte Konrad von Anfang an das Geschehen und überlief nach 22:38 min die Start-Ziellinie. ..”
HH…
17. November 2008…HaHa möchte man zu dem sagen, was sich da im Norden abspielt, bliebe das Gelächter nicht im Halse stecken:
Denn Hamburgs Leichtathletik-Landesfürst Erwin Rixen, jüngst für den agilen Hansjörg Riederer (Mainz) in den Bundesfachausschuss (BFA) Senioren nachgerückt, fehlte gleich beim ersten Mal in der BFA Sitzung. Das verwundert schon. Oder wagte er die Reise ins ferne Darmstadt nicht, weil er nicht über das erwünschte “Knowhow” verfügt? Fragen sind durchaus angebracht, denn der Landesverband Hamburg hat schon seit Jahren, also sozusagen traditionell keinen Seniorenwart mehr.
Was also soll man davon halten, dass der DLV Landesverband Hamburg keinen Seniorenwart hat - übrigens trotz der traditionellen Seniorenstärke Hamburger Vereine - und dass ein Hamburger als Vertreter aller DLV-Landesverbände gleich bei seinem ersten Termin im BFA nicht an Bord war?
Massin!
30. Oktober 2008Die WMA ist nicht zu beneiden. Sie hat für die Hallen-WM der Seniorenleichtathleten im Jahr 2012 noch keinen Ausrichter gefunden. Über die Gründe zu spekulieren, ist müßig. Über die Alternativen zu sprechen, allerdings nicht.
Ich meine, Massin muss ran. Wer anders als der agile EVAA-Präsident könnte das Dilemma lösen? Ich meine auch, dass die Dortmunder Helmut-Körnig-Halle mit dem benachbarten Stadion Rote Erde für Winterwurf und dem Westfalenpark für die weiteren Wettbewerbe ein wirklich geeigneter Schauplatz wäre - “is’ ja bei Massin umme Ecke”. Ok, sie hat nur vier Rundbahnen, aber der nächste WM-Austragungsort in Kamloops (Kanada) besitzt nicht einmal eine Kurvenerhöhung auf der 200m-Rundbahn.
Allerdings ist die Halle am Westfalenstadion, das seit einiger Zeit irgendwie anders heißt, arg in Mitleidenschaft gezogen. Angeblich dauern die Reparaturarbeiten an der Halle an, deren Dach mittlerweile stark beschädigt ist. Also muss Massin, der Westfale, auch da nach vorn und den Dortmunder Stadtvätern neben der Bewerbung noch die gründliche Instandsetzung der Halle abtrotzen. Alle deutschen Leichtathleten würden es ihm danken, und die niederländischen auch, die immer noch nicht ihre Halle in Amersfoort haben und traditionell gern in Dortmund starten. Die Argumente für ein Engagement Dortmunds drängen sich auf. Oder sollten die Dortmunder auf 4000 Aktive und mindestens ebenso viele Gäste für eine Woche in ihrer Stadt verzichten wollen?
Allerdings braucht Dieter Massin ein offizielles WMA-Mandat und zwar auch, um die überzogen wirkenden finanziellen Forderungen des Weltverbandes sachgerecht den bodenständigen westfälischen Verhältnissen anpassen zu können: 150.000 Dollar Bewerbungsgarantiezahlung vorab - das wird der Ahlener den Dortmundern nicht auch noch abverlangen können.
Scheibe
29. Oktober 2008Hat er? Hat er! Jos Hermens, umstrittener niederländischer Sportagenturbesitzer, ist von der FAZ interviewt worden und hat gesagt:
«Ich habe zu Thomas (Springstein) immer gesagt: Vergiss die DDR, vergiss Doping; die Zeiten sind vorbei.»
Vergiss Doping, die Zeiten sind vorbei. Hat er gesagt.
Übrigens, da fällt mir ein, wir sollten alle miteinander auch diese, etwas ältere These noch einmal prüfen. Mijnheer Hermens, Sie haben das Wort!
