Beipackzettel

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Wie sich die Geschichten doch alle gleichen: ‚mein Arzt hat mir das Medikament doch verschrieben‘, ‚man hat mir was in das Getränk gemischt‘, ‚ich kann diese Medizin doch in jeder Drogerie kaufen‘. Die Reihe ist beliebig fortzusetzen mit weiter grotesken Entschuldigungen.
In diese Reihe mischt sich nun die mehrfache Welt- und Europameisterin aus Irland, Geraldine Finnegan. Sie hat ein Mittel wie jeder Normalbürger (einschl. Kinder) in einem Health shop  erstanden, hat es genommen, da es ihr ja half und ist nun bass erstaunt, dass es zur Gruppe der verbotenen Substanzen zählt; Health shop sei ein Reformhaus, sagt http://www.leo.org. Diese Geraldine Finnegan ist, was ihre Trainingsmethoden angeht, sicher bestens aufgehoben bei Experten und ausgefuchsten Trainern; sie weiß sicher auch vieles um das Meldewesen zu internationalen Meisterschaften, bei denen sie per Unterschrift bestätigt, dass sie auf dem Gebiet der Fairness, sprich auch Antidoping, bestens unterrichtet ist. In jedem Ausschreibungsheft zu einer internationalen Meisterschaft wird auch sie darüber informiert, dass per TUE Antrag Sondergenehmigungen möglich sind.
Von all dem will Geraldine nichts gewusst zu haben; nun klagt sie an, dass sie Opfer von Fehlinformationen und Missverständnissen ist. Aber ernsthaft: Würden Sie den Verkäufer in einem Reformhaus, pardon: health shop fragen,  ob  verbotene Doping-Substanzen in dem Medikament sind, das sie gerade gegen gesundheitliche Beschwerden kaufen? Was, meinen Sie, steht auf dem Beipackzettel, wenn in einem Medikament Ephedrin drin ist? Traubenzucker vielleicht? Die Irin hat offenbar auf die Öffnung der B-Probe verzichtet. Sie weiß, warum.

(Foto: © Kakadu, creative commons)

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5 Antworten to “Beipackzettel”

  1. pino pilotto Says:

    Ich möchte nicht wissen, wieviele Masters jeweils aus Gründen zeitweiligen körperlichen Unwohlseins das eine oder andere in der örtlichen Apotheke erstandene Medikament zu sich nehmen, in der Hoffnung, dass es ihnen besser gehe und dabei, blauäuigig oder nicht, den Beipackzettel, der womöglich auf finnisch, einer Sprache die z.B. nicht jeder Deutsche, Schweizer oder Amerikaner lesen und verstehen kann, angeschrieben ist, missachtet.
    Ich möchte es nicht wissen, aber ich vermute: es sind viele.
    Wenn nun in Kamloops der Beipackzettel in der Sprache angeschrieben ist, die von den meisten Irinnen und Iren verstanden wird, so ist es im vorliegenden Fall möglicherweise – ach was, wahrscheinlich – so, dass einen die heilende Wirkung und nicht die leistungsförderende interessiert.
    Für Geraldine Finnegan ist es dumm gelaufen. Für Spott, Ironie und Sarkasmus braucht sie sich nicht zu sorgen. Daraus aber einen Dopingfall à la Pekka Viippo oder Val Barnwell zu machen, erschiene mir jedoch unangebracht.
    Deshalb: I don’t stay tuned

    • Heinz Engels Says:

      Beipackzettel hin, Beipackzettel her, TUE hin, TUE her, Nasenspray, Zahnpastatube hin……., meine Güte, was wurde darüber schon diskutiert.
      Wer betrügen will, betrügt, wie im normalen Leben auch.

      Im Seniorenbereich geht es nicht um die begehrte Kohle, sondern um die Ehre. Darum wird gepokert, gemauschelt, was das Zeug hält. Und i.d.R. wird das Zeug genommen, nicht kurz vor dem Wettkampf, neee, so blöd‘ sind i.d.R. nur die gaaanz Blöden, oder die mit dem Pokerface und dem Beipackzettel.
      Hier zum unzähligsten Male : Die unangemeldete Trainingskontrolle muss her. Es würden schon bis zu 10 gezielte D.-Kontrollen/Jahr reichen. In der Selbstverpflichtungserklärung (mit Unterschrift) bekräftigen ja z.B. alle ihre „ausdrückliche Bereitschaft zu jederzeitigen Kontrollen“.
      Nun müßte auch endlich die ausdrückliche Bereitschaft der Verantwortlichen vorhanden sein, hier nicht nur Worthülsen zu produzieren und Scheindebatten zu führen.
      Mir ist kein Fall einer „jederzeitigen Kontrolle“ bekannt. Was soll also dieses Bekenntnis, wenn jeder weiß, dass eine solche Kontrolle nicht erfolgt ?
      Die Ernsthaftigkeit der Anti-Doping-Bekämpfung im Seniorenbereich wird daher bezweifelt.

  2. pino pilotto Says:

    „Anti-Doping-Bekämpfung“, das muss man sich im Mund zergehen lassen und nach einer gewissen Zeit setzt die Wirkung bei den Synapsen ein:
    Die Bezweiflung der Ernsthaftigkeit nennt man Lachen.

    • Heinz Engels Says:

      Hallo Pino,
      da muss ich jetzt lachen : „Anti-Doping-Bekämpfung“ ist blöd. Natürlich „Kampf gegen Doping“ (- VE:…. offensiv zu führen -).

      Auch über die ernstgemeinte (verstehe ich zumindest so) Bereitschaft, sich „offensiv“ einzusetzen, kann ich tatsächlich nur lachen, nicht nur, weil Lachen gesund sein soll……

      Die Doping-Fälle im Aktivenbereich sind anders gelagert, sollte man nicht vergleichen (Ausnahmen im jüngeren Sen.-AK-Bereich).

  3. Jürgen Rudert Says:

    Seit mindestens 7 Jahren predige ich, das mit der Ernsthaftigkeit im DLV nicht viel los ist udn das sich Einzelen Sen. mit Aktionen hervortun um abzulenken. Leute die bekannt sind werden zu keiner Dopingkontrolle gerufen, die kennt man. Man muß eben nur eine überaus positive Aktion für den DLV starten, dann ist man alle Dopinguntersuchungen auf einen Schlag los und kann merkwürdige Rekorde am Fließband schaffen. Diese Heuchelei ist unerträglich.
    Hier jetzt wird über eine Sportlerin geredet, die ,gem. Agentur, gedopt hat. Da ist es völlig egal was sie zu sich genommen hatte. Ausreden ?
    Wer Heute um Medaillen kämpfen will , muß insgesamt Sauber sein und
    Sauber bleiben. Wer Medikamente zu sich nehmen muß um seine Leistung schaffen zu können, weil er ständig chronischen Schnupfen hat, der sollte das besser aufgeben, statt in irgendwelchen Apotheken etwas zu suchen war später Leistungssteigerndes Mittel genannt wird.
    Wie H. E. schon richtig feststellt, Scheindebatten sollte man nicht führen.

    Mein Vorschlag war ja bei einer der nächsten DM II mal rigorose Doping Kontrollen anzukündigen. mal sehen , wer dann alles plötzlich Krank ist
    oder sich Abmeldet. Daraus kann das , Jeder für scih, Schlüsse ziehen. Nur Namne dürfen nicht genannt werden, weil , wennman Jemanden verdächtigt und der eben keine Kontrolle kriegt, ist man wegen Verleumdung dran.
    Doch um so was auszuschließen , tut auch der DLV eben viel zu wenig , eigentlich gar nichts. Und das ist eben Scheinheilig.
    Auch in Kevelaer wird es sicher kaum Proben geben udn wenn , dann sicherich nur von Sportlern, di e „keinen großen Namen “ tragen; denn die läßt der DLV regelmäßig , was Proben angeht, links liegen… Schon merkwürdig.

    Nun bin ich ja mal gespannt, wie die Reaktion ist; hinsichtlich Kommasetzung, grammatikalisch etc.. , das wird ja oft nach Freien Meinungsäußerungen verwendet, um andere Meinungen Platt zu machen.
    Na, dann los !

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