Durchblick

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Dass unsere Leichtathletik schon genug kompliziert ist und manches detailliertes Fachwissen voraussetzt, ist uns allen bewusst und macht die Sache gegenüber Außenstehenden nicht gerade leichter. Dass man sich aber gegenseitig, also intern, die Sache noch schwerer macht, ist kaum mehr vermittelbar. Das Beispiel der 10 km – Meisterschaft (Straße) am Wochenende in Ohrdruf verdeutlicht es.

Die Seniorenathleten (auf der Straße) haben im DLV seit Jahren ihr eigenes Altersfeld; die Seniorinnen beginnen mit der W 35, die Senioren bei M 40 – zum Vergleich: in der Stadion-Leichtathletik à la Kevelaer und Kaiserslautern in diesem Jahr war die Eingangsklasse jeweils M/W30.

Im Vorjahr hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF bei seinem Kongress in Berlin auf Wunsch mehrerer finanz- und publicity-trächtiger Marathonläufe unverhofft festgelegt, dass die Seniorinnen und Senioren einheitlich auf der Straße erst ab 40 als Alterssportler gewertet werden dürfen. Außer einem Aufschrei im Vorjahr und viel Kopfschütteln hat sich seither nichts getan. Leidtragende sind zweifelsohne die Seniorinnen und Senioren. Auf ihren Rücken wird alles ausgetragen, was Funktionäre aushecken.

Im Stadion ab 30 (in Deutschland) bzw. ab 35 (international), auf der Straße ab 35 -Frauen- und ab 40 -Männer- bzw. ab 40 (international). Dazu die Variante, dass international die Männer/Frauen ab 35 die Langstrecke im Stadion laufen (dürfen) und erst ab 40 dieselbe Distanz auf der Straße.

Blickt da noch einer durch oder sollte nicht mal einer energisch Klarheit einfordern? Der Deutsche Leichtathletik Verband hätte es doch in der Hand – nachdem er in seinen eigenen Reihen für Ordnung gesorgt hat…

(Straßenlauf; © Reinhard Schuldt creative commons)

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3 Antworten to “Durchblick”

  1. Klimmer, Hellmuth Says:

    Dieses Kuddelmuddel ist tatsächlich kritikwürdig. Meines Erachtens kann es überhaupt keine verschiedenen „Eingangs-AK“ bei den leichtathletischen Disziplienen geben – Läufer, Werfer, Springer, Sprinter sollten im Seniorenalter gleich behandelt werden.

    Der Ausgangspunkt dieser Ungleichbehandlung liegt ca. ein gutes Jahrzehnt zurück: Die Laufveranstalter wollten sich wohl (bes. bei den Siegerehrungen) Arbeit ersparen und setzten durch, dass (ausschließlich) bei den Langstrecken-(Staßen-)Wettbewerben die S e n i o r e n klasse erst mit der M40 beginnt; die (nicht logische) Begründung war u.a., dass die Langstreckler mit 35 bis 39 Jahren ja noch s o leistungsfähig seien, sie sich durchaus mit den Konkurrenten der Aktiven-Klasse messen könnten. Ein undurchdachtes Argument!, denn auf Werfer trifft das erst recht zu.

    Hellmuth Klimmer

  2. K. Minter Says:

    Ich schließe mich den Ausführungen von Hellmuth Klimmer vollstens an und erlaube mir eine ketzerische Frage: gehört Werfen beim DLV überhaupt zur Leichtathletik?
    Ich frage aus dem Grunde, da gerade bei den Senioren viele Wurfwettbewerbe aus dem Blickfeld ausgelagert werden. Werfen findet auf dem Nebenplatz statt. Für mich ist das eine perfekte Variante der „Zweiklassengesellschaft“, wobei dem DLV immer noch nicht klar geworden ist, dass die Medaillenträger aus dem Wurfbereich (gerade bei den Senioren) kommen und nicht aus dem (Lang-)Laufbereich, den man so hegt und pflegt.

    • Heinz Engels Says:

      Frage : Warum wird denn gerade der Laufbereich sooo gehegt und gepflegt ?
      Antwort : Weil Laufen gesund ist !

      Oder hat jemand schon mal gehört, dass Werfen gesund ist ?
      Die Pflege gehört zur Gesunderhaltung, deshalb laufen, laufen……

      Übrigens, ich habe noch nicht gehört, dass jemand beim Werfen (oder Springen) wegen Überlastung umgefallen ist und ärztlich behandelt (oder von Sanitätern gepflegt) werden musste………

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