Posts Tagged ‘Deutscher Leichtathletikverband’

Kuckucksei

17. April 2011

Jetzt haben wir den Salat! Das werden all’ jene sagen und beklagen, die sich jahrelang – letztlich erfolgreich – die Finger in Leserbriefen wund geschrieben haben, damit ihnen kein älterer, leistungsstärkerer Athlet durch Runterstarten in ihre (jüngere) Altersklasse in die Suppe spuckt. Bei der von 43 auf 28 Seiten entrümpelten Deutschen Leichtathletik-Ordnung (DLO) wird nun genau das in deren ab 2012 gültigen Fassung wieder möglich.

Dazu heißt es in der Kommentierung von Eberhard Vollmer auf der Verbandsnetzseite im Wortlaut: „Weggefallen ist auch die bisherige Bestimmung, dass man bei einer Veranstaltung die gleiche Disziplin nur in einer Altersklasse bestreiten darf. Zukünftig ist es also erlaubt, dass ein Jugendlicher zunächst am Kugelstoßen der U20 teilnimmt und etwas später noch einmal am Kugelstoßen der Männer.“ Das mag ja speziell in dieser Disziplin Sinn machen, wenn man beispielsweise ein Jahrhundert-Talent wie David Storl aus Chemnitz hat(te)
Plakativer David Storl.

Bei „Fliegende Kugeln im Advent“ im Dezember 2009 in Rochlitz gab er zunächst seinen Ausstand bei der A-Jugend mit der Sechser und ist anschließend bei den Männern (7,26 kg) gestartet, schlug bei der Gelegenheit so „ganz nebenbei“ Ralf Bartels (Neubrandenburg). Durfte er damals eigentlich nicht. Und darum stieß er eine Etage höher mit einem streng genommen ebenfalls nicht erlaubten Kunstgriff außer Konkurrenz. Bartels bezwungen und doch nicht gewonnen. Schizophren.

Gehört also ab 2012 der Vergangenheit an. Das ist einem dermaßen gelagerten Fall sicherlich zu begrüßen. Aber haben die Herren Frank O. „Napoleon“ Hamm und Konsorten auch an die Senioren gedacht? Gewiss nicht! Bleiben wir beim Kugelstoßen, da es gerade so gut ins Bild passt. Unterstellt, der Verbandsrat macht im Juli in Kassel den Beschluss Senioren-Eingangsalter M/W 40 rückgängig, würde ein Ausnahmeathlet wie Tilman Northoff (M 40) bei den „Deutschen I“ unter Garantie gleich die Titel in der M 30, 35 und 40 einheimsen. Ein noch krasseres Beispiel gefällig? Klaus Liedtke (M 70) könnte sich bei den „Deutschen II“ an der Kugelstoß-Anlage einnisten und die gesamte Palette von der M 70 bis 50 abwärts mit der Vierer, Fünfer und Sechser bestreiten. Wenn auch nicht alles siegreich. Ob solche denkbaren Szenarien gewollt waren, wage ich füglich zu bezweifeln. Ein Kuckucksei der Marke überdemensional.

Wetten, dass nunmehr wieder, wie schon anno dazumal, die Engels, Klimmer, Vogt & Co. auf den Plan treten und sich in Leserbriefen sowie Foren mit mehr oder weniger qualifizierten Argumenten ausweinen…

Ein Kommentar von Axel Hermanns (lampis.net)

Verkauft

25. Juli 2010

Viertelmeiler Andreas Grieß schreibt in seinem -nicht nur aus nachstehendem Anlass lesenswerten – Blog Bemerkenswertes über den Deutschen Leichtathletikverband im Allgemeinen und Ausrüster Nike im Besonderen. Grieß: „Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) hat seinen Ausrüster-Vertrag mit Nike verlängert. Ob das so gut ist, möchte ich in Frage stellen. Der Verband erzielt zwar scheinbar gute Einnahmen durch den Vertrag. Vereine, in denen die Grundlagen für die Leichtathletik von morgen – aber auch von heute – gelegt werden, gucken jedoch in die Röhre und haben kein Mitspracherecht.

Der DLV will charakterstarke Athleten. Deren Seele hat er jedoch an Nike verkauft. Diesen Eindruck habe ich am vergangenen Wochenende in Braunschweig bekommen, wo ich als Teilnehmer und Zuschauer bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften war. Dass ein Ausrüster/Sponsor Stände aufbaut und Werbung macht, ist vollkommen legitim. Auch mit dem „dieser Wettbewerb wird präsentiert von…“ hat man sich zähneknirschend abgefunden. Aber irgendwo muss eine Grenze sein. Und die ist für mich da, wo ein Sportwettkampf zur Werbeveranstaltung degradiert wird. (weiterlesen…)…“

und nun?

23. November 2009

Unter meinen laufenden Informationen gibt es an diesem Wochenende einen Bericht über den 45. DLV-Verbandstag in Berlin. Der sollte mit einem kleinen Bild aufgelockert werden, das den scheidenden DLV-Vize Michael Böhnke zeigt, an den ich mich gerade gewöhnt hatte. Also taucht ein urheberrechtliches Problem auf. Der führt zu dem folgenden  Schriftverkehr mit dem verdienstvollen Christian Fuchs, der die Internetseite des DLV so verzüglich betreibt:

1.) Meine E-Mail an Christian Fuchs

Hallo Christian Fuchs,
ich habe auf meine Webseite das Foto von Michael Böhnke aus dem „Drei neue BA-Ausschüsse“-Artikel übernommen. Es enthält keinen ©-Hinweis, und ich hoffe, dass dies ok geht. Sonst bitte ich um eine Nachricht und nehme das Bild unverzüglich von der Seite.

Viele Grüße
Annette Koop
www.masters-sport.de

2.) Antwort von Christian Fuchs:

Hallo Frau Koop,
Es ist nicht so, dass dann, wenn wir keinen Fotohinweis angeben, das Bild automatisch rechtefrei ist. Das Recht am Bild hat zunächst immer der Urheber.
In diesem Fall lässt sich der Urheber/Fotograf nicht mehr zurückverfolgen, deshalb fehlt der Fotohinweis. Dieser könnte sich aber dennoch gegen die Veröffentlichung auf Ihrer Seite aussprechen.
Sie müssen selbst entscheiden, wie Sie damit umgehen. Ich kann Sie nicht von einer möglichen Urheberrechtsverletzung freisprechen. Für leichtathletik.de gilt:
http://www.leichtathletik.de/index.php?SiteID=310
Viele Grüße

Christian Fuchs

3.) Und jetzt?  Wer hat das Foto geschossen? Und will er Tantieme? Das kann ich verstehen, weshalb ich dann das Foto von der Seite nehmen muss. Also: Bitte melden!

ps Wie schön ist es doch, dass Christian Fuchs die Übernahme der redaktionellen leichtathletik.de-Meldungen auf masters-sport.de vor langen Jahren genehmigt hat. Allerdings habe ich diese E-Mail längst in einem geschrotteten Mac entsorgt. Aber unter Leichtathleten („one Family!“) gilt ein Wort eben immer noch. Ein Dankeschön dafür!