Posts Tagged ‘EVAA’

Erika Sauer

7. Oktober 2011

Eine schöne Nachricht zum Wochenende. Wieder einmal hat es ein deutsche Senior, pardon: eine deutsche Seniorin geschafft, eine Wahl zur „EBV“ (European Best Veteran) zu gewinnen: Mehrkämpferin Erika Sauer, W 70, SpVgg. Warmbronn.

Im Vorjahr bereits deutsche „Seniorensportlerin des Jahres“ nach Wahl durch die Leser des Magazins „Senioren Leichtathletik“, steigt Erika Sauer nun eine Stufe höher und wird auf europäischer Ebene als Leichtathletikseniorin des Jahres 2011 ausgezeichnet.

Mit Wolfgang Reuter (TSV Klausdorf) fing 2005 alles an, dann folgten 2006 Melitta Czerwenka-Nagel (LAG Saarbücken), 2008 Wolfgang Ritte (Weseler TV) und 2009 Guido Müller (TSV Vaterstetten).

Mit diesen Best-of-Ehrungen, vom Weltverband WMA, vom europäischen Partner EVAA und durch das Magazin „Senioren Leichtathletik“, wird die große Bedeutung des Seniorensports in der Leichtathletik national wie international herausgestellt.

Herzlichen Glückwunsch an Erika Sauer, die in Gent wie auch in Sacramento erfolgreich wie keine andere war und als I-Tüpfelchen in den Staaten gar noch einen Weltrekord im Siebenkampf aufstellte. Deutschland hat mit Erika Sauer eine weitere Botschafterin für die Seniorenleichtathletik.

Bei den Männern gewann Dreispringer Stig Bäcklund. Der Finne ist seit Jahren in seiner Disziplin der Weltbeste (und Rekordhalter) und konnte in Gent wie in Sacramento jeweils mit großem Abstand gewinnen. Die Ehrung der European Best Veterans erfolgt Ende Januar 2012.

Nota bene:
Das Council des Leichtathletik-Weltverbandes der Senioren (WMA) hat übrigens entschieden: Auch 2011 kommen die weltbesten Senioren aus Ozeanien. Im Vorjahr waren es zwei Australier, dieses Mal fiel die Wahl auf Lyn Ventris (W 50, Australien) und auf Ron Robertson (M 70, Neuseeland).
Beide werden zur IAF-Gala am 12. November nach Monaco eingeladen und dort geehrt.

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Europäisch

26. September 2011

Geht man nach dem Tageszähler auf der Homepage der EM-Organisatoren von Zittau, Bogatynia und Hradek 2012, so ist bald die 300 erreicht. 300 Tage bis zu den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren im nächsten Jahr.
Als europäischer Athlet muss man aber immer noch Geduld haben. Nicht so sehr als deutscher Athlet, aber auf jeden Fall als Athlet, der der deutschen Sprache nicht so zugetan ist. Die Startseite in Deutsch, die Informationen zu Unterkünften in Deutsch und das Aktuelle ebenfalls in Deutsch. EVACS 2012 eine deutsche Meisterschaft mit internationaler Beteiligung?

Die Statuten des europäischen Seniorenleichtathletik-Verbandes EVAA weisen Englisch als „Amtssprache“ aus, natürlich nicht von jedem hundertprozentig beherrscht, zumindest aber im Groben erfasst. Englisch fehlt. Polnisch fehlt, Tschechisch fehlt. Es fehlt jede andere europäische Sprache. Man muss viel Geduld haben bei den Organisatoren, die sich wohl nach der Entlassung des LOC-Geschäftsführers Hermann Härtwig im Laufe des Frühsommers immer noch neu orientieren müssen und die Versäumnisse der Vergangenheit aufarbeiten.

Ob diese Geduld jedoch bei den nicht-deutschen Athleten noch lange anhält, ist die drängende Frage; denn gerade die (Leichtathletik-)Senioren planen langfristig, fast immer deutlich  jenseits der nur noch zur Verfügung stehenden 300 Tage. Also, Ihr EM-Organisatoren: Zeigt endlich, dass es mehr als internationale deutsche Meisterschaften sind, die da im Dreiländereck im Herzen Europas stattfinden. Präsentiert endlich eine vielsprachige Internetseite. Bitte!

Übrigens:  Heute, am 26. September ist der Europäische Tag der Sprachen. Jedes Jahr werden an diesem Tag in Europa die vielen Sprachen ins Rampenlicht gestellt, die auf unserem Erdteil erklingen. Seit 2001 bezeugt dieser Tag  unser reiches linguistisches Erbe und regt die Menschen an, neue Sprachen zu lernen.

Gernrode

24. März 2011

Die Zugbindung hat einen Riesenvorteil: die Fahrkarte ist enorm preisgünstig. Eine Zugbindung hat aber auch Nachteile: man muss sehr früh buchen und ist dann allen Zufällen wie z.B. einem Lokführerstreik ausgesetzt. Und so fuhr mancher zuggebundene EM-Gent-Teilnehmer mit einem mulmigen Gefühl Richtung Belgien zu den Hallen-EM, denn der deutsche Lok-Führerstreik von Anfang März konnte sich ja genau im Zeitraum um die Meisterschaft in Gent wiederholen.

Es passierte aber nichts dergleichen, und so stand am Montag nach der Meisterschaft eine Gruppe Deutscher auf dem Bahnsteig in Gent und wartete auf den Zug Richtung Brüssel. Auf Gleis 8 sollte der IC laut Anzeigetafel abfahren. Um 9:24 Uhr. Doch die ca. 20 deutschen Senioren warteten vergebens und sahen stattdessen auf Gleis 3 einen Zug, der abfahrbereit war. Ein Senior (wohl ein Sprinter?) erreichte außer Atem das Gleis 3, rief dem Schaffner ein lautes „Halt“ zu, ehe dann seine Sportfreunde wenig später den Bahnsteig erreichten. Doch auch in Belgien gilt: „Abpfiff ist Abpfiff“. Lautstarke Proteste gab es dann in der Bahnhofshalle, denn weder eine Durchsage noch eine Anzeige hatten den Gleiswechsel angekündigt.

Es trat also ein, was bei einer Zugbindung nicht passieren darf: der vorgesehene Zeitplan war durcheinander und laut Geschäftsbedingung der Bahn muss dann eine neue Karte gelöst werden.

Bis Brüssel ging es noch ohne Probleme. Doch dann wurde es eng. Für EVAA-Präsident Dieter Massin gar zu eng, da er am Nachmittag einen wichtigen Termin im heimatlichen Ahlener Rathaus hatte. Er handelte kurz entschlossen, da er ohnehin das Szenario „Nachzahlung“ vor Augen hatte, mietete einen Wagen und bot drei weitere Plätze für Mitfahrer Richtung Westfalen an.

Christa Happ sagte zu, und so fuhren beide von Brüssel in das westfälische Hamm, wo dann Christa Happ ihren Anschlusszug nach Gernrode suchte. Der Fahrkarten-Automat (um eine Karte nachzulösen) funktionierte nicht, die Hilfe eines weiteren Fahrgastes klappte auch nicht, und so ging Christa Happ schnurstracks zum Fahrkartenschalter, auf Bahn-Deutsch „Ticket-Counter“, erklärte dem Dienstleistenden ihr Missgeschick. Statt nachzuzahlen bekam sie zwei Stempel, die (er)klärten, dass sie ohne weitere Kosten in ihren Wohnort fahren konnte. Über Hannover und Madgeburg nach Gernrode. Mit sechs Medaillen im Gepäck, 2x Gold, 2x Silber, 2x Bronze. Und ohne Zusatzkosten, weder von Gent nach Brüssel, weder von Brüssel nach Hamm und auch nicht von Hamm nach Gernrode.

Nun sage bitte keiner, Deutsche Bahn (und EVAA-Präsident) seien nicht kundenfreundlich!

(Foto Bahnhofshalle Hamm Hbf: © eindruckschinder CC)

Gent

20. März 2011

Gent präsentierte eine angenehm freundlich organisierte Hallen-EM. Geknirscht hat es nur hinter den Kulissen zwischen den Flamen und … – aber das ist gleichgültig. Hoffen wir, dass die Spanier in zwei Jahren ähnliche Arbeit abliefern. Allerdings wackelt der Organisator San Sebastian gerade gewaltig, wie ein ebenso angestrengter wie aufgeräumter EVAA-Präsident Dieter Massin am Samstag beim Technical Meeting zu berichten wusste. In Spanien ist aber noch nicht das letzte Wort gesprochen, so dass San Sebastian ebenso Ausrichter sein kann wie ein anderer Ort. Wir haben uns am Freitagabend im „Le Mystique“ in Hoogport auf das schottische Edinburgh als Austragungsort verständigt: Mike Smith und der andere Mike aus UK mit ihrem Coach und Herbert, Hans und… -aber das ist auch gleichgültig. Es war jedenfalls ein schöner Abend.

Überhaupt wissen wir: Das ostflandrische Gent ist eine Reise wert, wie die Australier im nächsten Jahr mit ihrem Olympiateam erleben werden und Kalli Flucke schon vorher wusste, der mit Jörg Reckemeier (er sitzt wirklich nicht auf den gepackten Koffern, lieber Dieter Tisch) und Jörg Erdmann die Betreuerfahne des DLV hochhielt- zusammen mit Margit Jungmann, der allerdings der Faux pas unterlief, die Masters zur EM „ganz herzlich im nächsten Jahr in Deutschland“ einzuladen, wo sie doch im Dreiländerck Deutschland-Polen-Tschechien stattfindet. Danke an sie für die Arbeit und an unseren Physio Thorsten Beckemeyer  (Hamm). Und die wunderbare PR-Kampagne der Franzosen für eine WM in Lyon 2015. Und den engagierten EVAA-Sekretär Kurt Kaschke, der vor Müdigkeit Abends beim Italiener fast einschlief. Und natürlich den Briten Tom Philips, der am letzten Tag in einem irischen (!) Trikot seine beeindruckenden Fotos schoss.

Gefreut habe ich mich über die überraschende Goldmedaille der deutschen W55-Staffel, über unerwartetes Bronze für Roswitha Schlachte und Hermi Staubermann und Jörg Senders furiose 800m, den demütig-fairen Guido Müller und den überglücklich-stolzen Arno Hamaekers. Und all die Werfer, für die sich Axel Hermanns immer ins Zeug legt.

Also, es war das erwartet wunderbare Sportfest der europäischen Sportfamilie mit großer Freude und ganz viel Spaß an der  Leichtathletik. Und mit großartigen Leistungen. Danke, Gent!

6 Plätze

5. Februar 2011

Meldefalle

5. Januar 2011

Auf einigen Insider-Kanälen hat sich mittlerweile herum gesprochen, dass der DLV kurz vor Weihnachten heimlich still und leise die Ausschreibung für die Deutschen Senioren-Hallenmeisterschaften 2011 in Erfurt (Erfurter Kramerbrücke, Foto re.) „ins Netz“ gestellt hat. Leider bleibt diese Version insbesondere älteren  Athletinnen und Athleten wegen eines fehlenden Internetanschlusses verborgen. Hinweise auf die verkürzten Qualifikationszeiträume erfolgten von eifrigen Surfern auf verschiedenen Ebenen. Aber diese Hinweise reichen bei weitem nicht, denn hinter der Ausschreibung verbirgt sich richtiger Zündstoff.

Die Stimmung der Athletinnen und Athleten ist in letzter Zeit sowieso durch die undurchsichtigen Planungen des DLV im Meisterschaftsbereich mit dem von der WMA und EVAA abweichenden Beginn der Altersklassen und den unterschiedlichen Maßen und Gewichten mehr als beansprucht. Die von der Athletenvereinigung proMASTERS angestrebte Harmonisierung scheint  in weite Ferne zu rücken.

Aber zurück zum Thema:

Dass man rechtzeitig Ausschreibungen veröffentlicht, ist erstrebenswert und organisatorisch sinnvoll – erst vier Wochen vor einem Meldeschluss aber doch eher peinlich und wenig athletenfreundlich. Und dann werden in dieser Ausschreibung auch noch klammheimlich Verschärfungen für eine Teilnahme aufgenommen, die nicht jeder Athlet oder Verein erkennt. Gespannt darf man sein, wie die Teilnehmerlisten mit der eingeschränkten Teilnahmeberechtigung aussehen werden. Hallenleistungen bis 31.10.2010 werden ja nicht mehr anerkannt. Nur noch Freiluftleistungen aus 2010 und Hallenleistungen ab 01.11.2010. Da werden sicher viele Athleten (darunter Deutsche-, Europa- und Weltmeister) und Vereine sorglos und wie immer ihre Hallenbestleistungen aus 2010 angeben, ohne zu merken oder zu wissen, dass damit ihre Teilnahme ausgeschlossen ist (wird).

Denn wie steht in der „Allgemeinen Ausschreibung zur DM“? – „Unvollständige oder fehlerhafte Meldungen werden vom Landesverband nicht berücksichtigt. Eine Benachrichtigung darüber erfolgt nicht!“. Die böse Überraschung erfolgt dann für alle in Erfurt.

Hier erhebt sich sowieso die Frage, wie die Landesverbände eine Kontrolle über eine Startberechtigung durchführen wollen und sollen. Derzeit gibt es in den Verbänden und beim DLV noch keine Datenbank, die alle Seniorenergebnisse erfasst. Und was machen die Athleten, die im Sommer pausierten oder gesundheitlich nicht starten konnten? Denn offene Hallenwettkämpfe für Senioren werden erst nach dem Meldeschluss am 24.01.2011 angeboten! Also zu spät! Soll der Athlet oder Verein doch sehen, wie er zu seinen Qualifikationsleistungen kommt. Und was ist eigentlich mit neuen Startgemeinschaften, die sich für die 4 x 200 m Staffeln qualifizieren müssten? All diesen Athleten oder Vereinen hilft nur noch ein rechtzeitiger Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung beim DLV oder der Vorsitzenden des Bundesausschusses Senioren.  Aber welcher Athlet und Verein weiß das schon und kann rechtzeitig darauf reagieren? Viele Fragen, die sich aus einer kurzfristigen und unüberlegten Ausschreibung ergeben. Auf Einsprüche und Proteste darf man gespannt sein, insbesondere wenn nicht einmal im Vorfeld über eine Nichtteilnahme informiert wird. Wie viele Athleten reisen an und dürfen nicht starten?

Es bewegt sich also doch etwas in der Seniorenleichtathletik, auch ohne dass sich irgend ein Athlet bewegt. Aber wohin und warum ohne die Athleten?

Fazit:

-darauf achten, dass die Qualifikationsleistungen aus der Freiluftsaison 2010 oder aus der Hallensaison ab 01.11.2010 stammen

-für alle Staffeln und Startgemeinschaften ganz schnell noch irgendwo an einem offiziellen Wettkampf laufen (es bleiben noch 3 Wochen Zeit)

-ansonsten bleibt nur der Weg über einen Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung beim DLV oder der Vorsitzenden des Bundesausschusses Senioren

Dieter Tisch

PS: Auch ich bin Antragsteller..

(Foto © asminhasferias CC )

Rekorde

19. September 2010

Seit Jahren ein Dauerbrenner: die Mastersrekorde. Jüngstes Beispiel dazu gestern in Gleina, wo die DM im Straßengehen stattfand. Über 50 km Gehen gibt es mehrere Rekorde:

Die  der Liste der WMA enthält einen anderen Weltrekord als die Rekord-Liste der sehr versierten Italiener. Bei den Europäern gibt es gar keinen Rekord über 50 km .

Also:_ „Der Dumme im Leben ist immer der Sportler“. So möchte man einen Schlager von Chris Howland und Fred Bertelmann aus den 1950ern gern umbenennen. In Gleina bei den Straßenmeisterschaften der Geher war dieser Sportler der Este Kalju Niidusaar (Foto unten), der vor einem Vierteljahr 65 Jahre alt geworden ist und nun versucht, Rekord an Rekord zu gehen. In Gleina bot sich bei einem Klassefeld die Gelegenheit. Doch welchen Rekord sollte er gehen? Den Rekord, den die WMA festhält? Den Rekord, den die EVAA festschreibt? Den Rekord, den Briten, Spanier oder Italiener festhalten? Oder vielleicht den Rekord, den ein Statistiker privat notiert, da er besser informiert ist als die gewählten Statistikexperten der Verbände?

Es mutet fast so an, als befänden wir uns in der Leichtathletik auch in Box-Zuständen. Hier kämpfen im wahrsten Sinne des Wortes vier Verbände um die Herrschaft und um das Sagen weltweit, WBA, WBC, IBF und WBO. Jede Organisation mit dem selben Anspruchsdenken.

Doch so etwas tut der Leichtathletik überhaupt nicht gut. Die Verbände und auch die Statistiker sollten bemüht sein, eine einheitliche Linie zu fahren statt individuelles Denken in den Vordergrund zu stellen. Das Ganze dann zeitnah oder in einem festgelegten Rhythmus der Öffentlichkeit preisgeben. Derzeit ist das Durcheinander riesengroß. Privatstatistiker haben andere Daten als der Weltverband und der Europaverband.

Sieger ist keiner bei diesem „Wettstreit“; der Verlierer hingegen ist bekannt: es ist der Masterathlet.

(Foto: WMA-Rekordseite/Ausschnitt; Kalju Niidusaar Foto: privat)

Übertreten

18. April 2010

Ab 2010 gilt die neue Fehlstartregel: Wer fehl startet, scheidet aus. Wie es die WMA und andere Masters-Organisationen halten, ist unklar, denn Masters machen oft noch Fehlstarts. So auch bei der neuen Punktewertung nach (Bernd) Rehpennig (WMA Modell 2010 – kann auf der Website  der WMA runtergeladen werden). Kaum war sie 2009 einschlägig bekannt worden, kursierten nach Lahti 2009 auf Ken Stones Website Punkte-Umrechnungen, die meisten mehr oder weniger unrichtig. Und im neuen Jahr setzt sich das fort. Und nicht mehr nur auf Ken Stones Website feiert das Fehlerteufelchen Urständ, sondern auch bei Annettes Meldung vom 13.04.2010!

Das Beispiel gefällig? Bitte:

Da findet in Borken am 10. April 2010 ein qualitätvoller Masters-Werfer-Fünfkampf statt. Qualitätvoll nicht zuletzt deswegen: Susanne Wissinger, W75, wirft hervorragend. So gut wirft sie, dass ihr 4796 Punkte gutgeschrieben werden. Diese 4796 Punkte werden mit den in den EVAA-Rekordlisten geführten 4594 Punkten der Finnin Kaija Jortikka aus dem Jahre 1998 verglichen und festgestellt: Hurra! Europarekord um 202 Punkte verbessert. Und was ist mit dem Weltrekord? Nun, bis die Schnarchsäcke der WMA die WR-Listen korrekt nachgeführt haben, kann man sich auf den Nimmerleinstag vertrösten. Denn dort wird Kortijka mit einer tieferen Punktzahl (4539) geführt, die sie 1999 bei der WM in Gateshaed (also ein Jahr später!) erreicht hatte und im Gegensatz zu der ER-Liste der EVAA, in der die Einzelleistungen aufgeführt sind, sind auf der WR-Liste der WMA keinerlei Einzelleistungen aufgeführt: soviel zur Verlässlichkeit der WMA-Rekordlisten. Nun hatte aber an den WMG in Sydney Doherty Heather am 15. 10. 2009 ganze 4864 Punkte erreicht, mithin eine in Punkten bessere Leistung, als in den offiziellen WR- und ER-Listen. Somit, schliesst man bei Annette messerscharf: kein WR für Susanne Wissinger!

Falsch! Susanne Wissingers 4796* Punkte sind mit der neuen Wertung (WMA Modell 2010) errechnet worden, dahingegen Heathers und Jortikkas Punkte mit der alten. Wieder mal der alte Äpfel-mit-Birnen-Vergleich!

Also, nochmals:

„Auf die Plätze“:

Mit der alten Wertung gerechnet erreichte
Kaija Jortikka 1998: 4594 Punkte;
Doherty Heather 2009: 4864 Punkte;
Susanne Wissinger 2010: 5291 Punkte.

„fertig“:

Mit der neuen Wertung gerechnet erreichte
Kaija Jortikka 1998: 4157 Punkte;
Dojerty Heather 2009: 4425 Punkte;
Susanne Wissinger 2010: 4794* Punkte.

(*Die in Borken errechneten 4796 sind um 2 Punkte zu hoch, da dort beim Umrechnen des Speerwurfresultates ein Rundungsfehler begangen wurde. Wie beim Umrechnen vorzugehen ist, ist in den Reglementen und Appendices der IAAF und der WMA genau beschrieben. Leider wird das von verschiedenen im Umlauf befindlichen Umrechnungsprogrammen nicht berücksichtigt.)

Das ist zwar kein Fehlstart, denn im Werfen gibt es das nicht, aber es ist:
ÜBERTRETEN!

Pino Pilotto, untröstlich

ps Alles haarklein hier

Pinkelpapst

24. Februar 2010

„Er ist ein Mann für (fast) alle Fälle, wenn es um die Senioren-Leichtathletik (SL) geht. Es ist beileibe keine Übertreibung, ihn als einen der größten Mentoren dieser Bewegung zu bezeichnen. Nicht nur, aber auch in der Bundesrepublik. Als Präsident steht er der European Veterans Athletic Association (EVAA) vor, das gleiche Amt bekleidet er bei den European Masters Games (EMG). Wer sich in der Szene ein bisschen auskennt, weiß längst, dass von Dieter Massin aus Ahlen in Westfalen die Rede ist (Foto re. mit Bekannter). Lampis darf sich glücklich schätzen, in ihm einen Fürsprecher zu haben, der unsere Initiative nach Kräften unterstützt und dies manifestierte, in dem er sich ehrenhalber bei uns anmeldete. Klar, dass wir ihn in unsere VIP-Lounge aufgenommen haben. Nun ist der 69-jährige (Un-)Ruheständler ab morgen Vormittag einmal mehr in Sachen SL unterwegs. Der Ahlener fliegt über den großen Teich via Vancouver zu den 4. Senioren-Hallen-Weltmeisterschaften nach Kamloops (Kanada). Dort leitet er, wie schon bei der letztjährigen Stadion-WM im finnischen Lahti, die Anti-Dopingkommission, wacht darüber, dass bei den Kontrollen alles mit rechten Dingen zugeht. Ironisch bezeichnet er sich als „Pinkelpapst“, wobei die Urheberrechte für diese Umschreibung beim DLV-Vizepräsidenten und Anti-Doping-Beauftragten Theo Rous (Alpen/Niederrhein) liegen.
Sein sehnlichster Wunsch: Bei viel Arbeit möglichst keinen Ertrag, sprich: keine positiven Befunde. Anders als bei der WM in Lahti, bei der zwei Sünder erwischt wurden, ein Verfahren allerdings noch schwebt. Was uns besonders freut: Dieter Massin bot sich an, aus Kamloops den einen oder anderen Gastbeitrag für Lampis zu verfassen. Nicht allein deshalb: Wenn es ihn nicht gäbe, müsste er glatt erfunden werden. Ehrlich!“
(von Axel Hermanns auf lampis.net)

Händeln

4. Januar 2010

Bekanntlich ist Dieter Massin, der polyglotte Präsident der EVAA, ein engagierter Kämpfer für die deutsche Sprache. Eigentlich für die Gleichberechtigung aller Sprachen. Für ihn ist es beispielsweise keine Frage, dass bei Diskussionen und Versammlungen der EVAA jede Wortmeldung in jeder Sprache gehört wird. Die Muttersprache des Einzelnen wird akzeptiert und der Westfale reagierte daher äußerst ungehalten, als der Weltverband WMA in Lahti die ausschließliche Verwendung des Englischen in seine Satzung schreiben lassen wollte. Der Verein für deutsche Sprache hat Massin denn auch längst in seinem Magazin einen Beitrag gewidmet, und auch wir bemühen uns -dank Dieter Massin-, deutsch zu schreiben.
Im Interview zum Jahresbeginn mit masters-sport.de aber rutschte  jetzt ausgerechnet Dieter Massin einer dieser Anglizismen heraus, die ihn bisweilen auf die Palme bringen. Er sprach von „händeln“. Keine Frage: Der Begriff „händeln“ hat es sogar bis in den Duden gebracht. Aber dort stehen auch E-Mail (Massin: „E-Post“) und „Handy“ (Massin: „Mobiltelefon“), weshalb der Eintrag dort für den Sprachkritiker aus Ahlen noch kein Maßstab ist.
Um schwierigste Verwerfungen zu vermeiden, haben wir daher zurückgefragt, und siehe, die Antwort kam prompt,

„aus ‚händeln‘ habe ich handhaben gemacht und kehre auch in meine Spur zurück. Daher wird der Anhang zu „Sprachwahrer“ auch gut gefallen, wobei ich den Bayern-Trainer van Gaal (trotz Bayern) nun in mein Herz geschlossen habe (nach Jürgen Klopp, versteht sich…).“

Klopp hängt natürlich mit dem großen BVB aus Dortmund zusammen, aber das ist eine andere Geschichte.

Heute klicken Sie am Besten auf „Sprachwahrer„. Dann sind Sie ordentlich „gebrieft“, und es  ist „alles roger“, oder?  OK! 😉