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Makulatur

1. März 2011

Jedes Gemeinwesen lebt davon, dass es eine Vereinbarung über sein Zusammenleben und –wirken abgeschlossen hat. Nur so kann ein solches existieren. Dies hat bereits Jean-Jacques Rousseau in seinem im Mai 1762 erschienenen Werk „Der Gesellschaftsvertrag“ erkannt. Dies gilt insbesondere für einen Staat, der sich eine Verfassung gibt, aber auch für Gemeinwesen innerhalb eines Staatsgebildes, zum Beispiel eine GmbH, aber auch einen Verein oder einen Fachverband. Im Sport sind es die internationalen und nationalen Verbände, die sich Satzungen geben, um ihr Zusammenwirken grundlegend zu regeln. In der Leichtathletik sind dies für Senioren die Satzungen des Internationalen Leichtathletik-Verbandes (IAAF) sowie des „World Masters Athletics (WMA)“  im internationalen und des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) für den nationalen Bereich. Sowie Verstöße gegen das Grundgesetz Verfassungsverstöße bedeuten, sind die nationalen und internationalen Sportfachverbände an ihre selbst gesetzten Grundgesetze, also die jeweiligen Satzungen gebunden. Regelungen, die gegen das Grundgesetz verstoßen, sind verfassungswidrig, solche, die gegen Satzungen von Fachverbänden verstoßen satzungswidrig.

Der Verbandsrat des Deutschen Leichtathletik-Verbandes,nach dem Verbandstag das höchste Gremium dieses Verbandes, hat nunmehr auf seiner letzten Sitzung im Zusammenhang mit den Deutschen Hallenmeisterschaften die Seniorenaltersklassen erst mit den Klassen M/W 40 beginnen lassen, also die bisherigen der M/W 30 und M/W 35 ersatzlos gestrichen. Entsprechende Änderung der Leichtathletik-Ordnung haben die Mitglieder des Verbandsrates, also die Präsidenten der 20 Landesverbände und die Präsidiumsmitglieder des DLV beschlossen. Hierzu waren sie satzungsgemäß berufen, weil Änderungen der LAO vom Verbandsrat vorzunehmen sind. Damit dieser Beschluss aber nicht in den Verdacht gerät, dass die selbst (vom DLV) oder von den internationalen Verbänden (IAAF oder WMA) nur Makulatur sind, stellen sich die vielen betroffenen Seniorenleichtathleten U40 die Frage, ob ein solcher Beschluss rechtens ist oder gegen das „Grundgesetz der Leichtathleten“ verstößt.

Der DLV ist zunächst sowohl Mitglied der IAAF als auch der WMA. Damit erkennt er deren Regelwerk an. Selbstverständlich kann er, von deren Vorschriften abweichende Regeln treffen, also solche, die nur „national“ gelten. Die internationalen Fachverbände, also IAAF und WMA, geben die Altersklassen der Senioren vor: Sowohl in Regel 141 der IAAF-Satzung als auch in der Regel 141 der WMA-Satzung wird vorgegeben, dass die Senioren mit der jeweiligen Altersklasse M/W 35 beginnen, dass also auch diejenigen Senioren sind, die das 35. Lebensjahr vollendet haben, aber noch nicht 40 sind. Denn dort heißt es:

IAAF:
„Altersklassen bei IAAF-Veranstaltungen: Senioren/Seniorinnen: für Stadionwettbewerbe: jeder Athlet, der seinen 35. Geburtstag erreicht hat, für Wettbewerbe außerhalb des Stadions: jeder Athlet, der seinen 40. Geburtstag erreicht hat.“

WMA:
„Wettkämpfe werden nur in den unten angegebenen Altersklassen durchgeführt:
Alter: 35-39 M 35 +W 35“

Ist dies international festgelegt, fragt es sich, ob der nationale Fachverband hiervon zulasten einer Altersklasse, derjenigen der M/W 35, abweichen darf (Bislang ist der DLV zugunsten einer Altersklasse, nämlich der M/W 30 bereits abgewichen, die er in die Senioren miteinbezogen hat). Die Satzung des DLV, dessen Grundgesetz, das für jeden, also nicht nur für Athleten und Vereine, sondern auch für die Gremien, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen des Verbandes, verpflichtend ist, schreibt in § 2 unter anderem Folgendes vor: Der Verband ist verpflichtet, „die Leichtathletik im Gebiet der ihm angeschlossenen LV in Übereinstimmung mit den Regeln der International Association of Athletics Federations (IAAF) einheitlich auszurichten“ („ 2 Abs. 1.1 der Satzung). Der nunmehrige Beschluss des DLV-Verbandsrates setzt somit die Vereinheitlichungsverpflichtung der DLV-Satzung außer Kraft, lässt sie zur Makulatur werden. Der Verband ist zur Vereinheitlichung verpflichtet, ihm ist es satzungsgemäß untersagt, Beschlüsse zu verabschieden, die dem entgegenstehen, also eine
Altersklasse vom Seniorenwettkampfbetrieb auszuschließen. Zumindest die Abschaffung der Altersklassen M/W 35 verstößt daher gegen die DLV- Satzung und damit gegen das „Grundgesetz der Leichtathleten“. Und dies zulasten einer Altersklasse. Zwar bestand auch schon vor dem Verbandsratsbeschluss eine Uneinheitlichkeit, weil national auch die Altersklasse M/W 30 angeboten worden ist. Diese nationale Besonderheit benachteiligte jedoch keinen Athleten. Die Abschaffung
der Altersklasse M/W 35 benachteiligt dagegen die 35-40jährigen Senioren, weil sie
nunmehr keine eigene Altersklasse mehr haben.

Schließlich ist der Verband satzungsgemäß auch verpflichtet, alles zu tun, um Athleten auf internationale Meisterschaften vorzubereiten, also auch Senioren der Altersklasse M/W 35 auf die entsprechenden europäischen und Weltseniorenmeisterschaften. Mit der Streichung dieser Altersklassen verletzt der Verbandsratsbeschluss demzufolge auch die sich aus § 2 Abs. 1.5. der DLV-Satzung ergebende Verpflichtung, den in Frage kommenden Athleten Möglichkeiten der Vorbereitung zu geben.

Wenn eine Satzung daher keine Makulatur werden soll, ist der in Leipzig gefasste Verbandsratsbeschluss der DLV-Satzung anzupassen, ihn verfassungskonform zu machen, also zumindest die Altersklassen M/W 35 wieder in das Seniorenangebot aufzunehmen. Die Ausdehnung auch auf die Klassen M/W 30 weicht zwar auch von den internationalen Vorgaben ab, ist jedoch unschädlich, weil dadurch kein einziger Athlet benachteiligt, sondern eine Vielzahl von Athleten zusätzlich bei der Leichtathletik gehalten werden, die man ansonsten mangels entsprechenden Wettkampfangebotesverschreckt.

Ein Kommentar von Blasius Hippel

Zentralkomitee

27. Februar 2011

Das Zentralkomitee, abgekürzt ZK, gehört im Machtgefüge kommunistischer Parteien zu den obersten Entscheidungsgremien. Es tagt nicht ständig, aber wenn es -hinter verschlossenen Türen- getagt hat, darf die erstaunte Öffentlichkeit anschließend mit ehrfürchtig-gruselndem Erstaunen die Beschlüsse erfahren. Nie ist so ganz klar, wer eigentlich was auf den Weg gebracht hat. Klar ist nachher nur, was hinten dabei herausgekommen ist.

Der DLV hat kein Zentralkomitee. Er hat den Verbandsrat. Der tagt ebenfalls (Gottseidank!) nicht ständig und immer hinter verschlossenen Türen. Nie ist so ganz klar, wer eigentlich was auf den Weg gebracht hat. Klar ist nur, was dabei herauskommt. Das wird stets anschließend verkündet, wenn auch oft tröpfchenweise und viel später. Für den Außenstehenden ist es undurchschaubar. Das DLV-Gremium ist eine prädemokratische Verbandsorganisation, von der man nicht einmal auf der offiziellen Seite des DLV im Internet nachlesen kann, wer in ihm Sitz und Stimme hat. Dazu muss man das DLV-Jahrbuch bemühen.

Dieser DLV-Verbandsrat hat am Freitag in Leipzig getagt. Wie praktisch: So haben sich seine Mitglieder die Anreise zu den Deutschen Hallenmeisterschaften bezahlen lassen können – im Zweifel nebst mit im Fahrzeug sitzenden Ehegatten. Dann haben sie  ganz im Geheimen beschlossen,  die deutsche Seniorenleichtathletik ab dem kommenden Jahr 2012 der Altersklassen M/W30 und M/W 35 zu berauben und die deutsche Mastersleichtathletik erst zehn Jahre später mit der Altersklasse M/W 40 beginnen zu lassen. In allen anderen Ländern der Welt beginnt die Seniorenleichtathletik mindestens ab M/W 35. Der Grund ist einfach: So werden aus aktiven Leichtathleten übergangslos aktive Seniorenleichtathleten. Jetzt verordnet hierzulande der DLV allen eine Zwangspause, die mit 30plus nicht so gern hinterher laufen, springen und werfen wollen.

Wir lesen hier in einem Beitrag der Vorsitzenden des Bundesausschusses („BA“) Senioren Margit Jungmann, dies sei mehrheitlich beschlossen worden und der DLV-Vize, sie selbst und irgendwie alle seien sehr traurig.  Aber warum, liebe Margit Jungmann, hast Du nicht vorher Alarm geschlagen?  Warum hat Dein BA nicht gegen dieses Vorhaben mobilisiert? Vor drei Wochen, bei der Senioren-DM in Erfurt hättet Ihr dazu Gelegenheit und Unterstützer ohne Ende gehabt.

Warum sind in Leipzig nicht DLV-Vizepräsident Dr. Matthias Reick, alle  Mitglieder des  BA Senioren und ebenso die Seniorenwarte der DLV-Landesverbände aufgestanden und haben gesagt: „Wenn Ihr Ignoranten dies beschließt, treten wird geschlossen zurück!“ Aus diplomatischen Gründen hättet Ihr sogar den Begriff „Ignoranten“ weglassen können.

Klebt Ihr etwa so an Euren Ämtern? Seid doch ehrlich: Der Leipziger ZK-Verbandsratsbeschluss macht Euch doch zu dummen Statisten und Euere Arbeit für die Seniorenleichtathletik zu einem Witz. Warum agiert Ihr nicht gegen Funktionäre, die Gegner der Seniorenleichtathletik sind und arrogant von oben herab und ohne jede Kenntnis der Menschen, die Seniorenleichtathletik treiben, Grundlegendes und Sinnvolles zerschlagen, denen internationale IAAF-Regeln wurscht sind und die Euch auch noch Eueren selbst gesetzten, aktuellen Arbeitsschwerpunkt aus der Hand schlagen, den Übergang von der Hauptklasse in die Mastersleichtathletik? Diese Funktionäre lachen ganz offensichtlich über Euch und alle Seniorenleichtathleten. Der DLV, längst und amateurhaft gescheitert im Kampf um öffentliche Anerkennung, TV-Übertragungen und Stadionrundbahnen  tritt dem Bereich zwischen die Beine, der der erfolgreichste der deutschen Leichtathletik ist. Ist ihm der dauerhafte Erfolg seiner Masterssportler, sind ihm die Seniorenleichtathleten etwa peinlich?

Kein Seniorenleichtathlet hat vergessen, mit welcher unsäglichen Tolpatschigkeit dieser DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop vor dem Deutschen Bundestag behauptete, bei den Senioren seien 80% gedopt (und erst nach Tagen und allenfalls halbherzig von seiner Unverschämtheit abrückte). Er ist -wie die meisten der Abstimmenden im Verbandsrat- ein alternder Funktionär ohne jeden tatsächlichen Bezug zu denen, die in seinem Alter immer noch aktiv Leichtathletik machen.

Mit ihm hat sich der Verbandsrat des DLV von der sportlichen Lebenswirklichkeit seiner Aktiven entfernt. Deshalb sollte er bei seiner nächsten Tagung, die auch wieder hinter verschlossenen Türen stattfinden wird,  zwangsweise  den einzigartigen Dokumentarfilm „Herbstgold ansehen müssen. Damit die Herrschaften jedenfalls die Chance haben zu verstehen, um was es bei der Seniorenleichtathletik geht. Und wenn im Film der Schwede Herbert Liedtke nach seinem 100m-WM-Finale spricht, dann sollten Sie ganz genau hinhören. Er kommentiert nämlich in Wahrheit nicht sein Abschneiden sondern diesen seltsam-anachronistischen Leipziger Beschluss…

Robert Koop

Durchblick

8. September 2010

Dass unsere Leichtathletik schon genug kompliziert ist und manches detailliertes Fachwissen voraussetzt, ist uns allen bewusst und macht die Sache gegenüber Außenstehenden nicht gerade leichter. Dass man sich aber gegenseitig, also intern, die Sache noch schwerer macht, ist kaum mehr vermittelbar. Das Beispiel der 10 km – Meisterschaft (Straße) am Wochenende in Ohrdruf verdeutlicht es.

Die Seniorenathleten (auf der Straße) haben im DLV seit Jahren ihr eigenes Altersfeld; die Seniorinnen beginnen mit der W 35, die Senioren bei M 40 – zum Vergleich: in der Stadion-Leichtathletik à la Kevelaer und Kaiserslautern in diesem Jahr war die Eingangsklasse jeweils M/W30.

Im Vorjahr hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF bei seinem Kongress in Berlin auf Wunsch mehrerer finanz- und publicity-trächtiger Marathonläufe unverhofft festgelegt, dass die Seniorinnen und Senioren einheitlich auf der Straße erst ab 40 als Alterssportler gewertet werden dürfen. Außer einem Aufschrei im Vorjahr und viel Kopfschütteln hat sich seither nichts getan. Leidtragende sind zweifelsohne die Seniorinnen und Senioren. Auf ihren Rücken wird alles ausgetragen, was Funktionäre aushecken.

Im Stadion ab 30 (in Deutschland) bzw. ab 35 (international), auf der Straße ab 35 -Frauen- und ab 40 -Männer- bzw. ab 40 (international). Dazu die Variante, dass international die Männer/Frauen ab 35 die Langstrecke im Stadion laufen (dürfen) und erst ab 40 dieselbe Distanz auf der Straße.

Blickt da noch einer durch oder sollte nicht mal einer energisch Klarheit einfordern? Der Deutsche Leichtathletik Verband hätte es doch in der Hand – nachdem er in seinen eigenen Reihen für Ordnung gesorgt hat…

(Straßenlauf; © Reinhard Schuldt creative commons)

Abseits

13. Mai 2010

Lamine Diack (Foto re) will im nächsten Jahr noch einmal als Präsident der IAAF kandidieren. Dies erschreckt viele, zum Beispiel seinen Vize Sebastian Coe.

Diack – schreibt die Süddeutsche Zeitung

„ist seit 1999 IAAF- Präsident, er folgte dem gerade wiedergewählten, aber dann im Alter von 76 Jahren an einem Herzinfarkt gestorbenen Italiener Primo Nebiolo. Nun ist Diack selber 76, und man merkt ihm das Alter an: Wenn er redet, nuschelt er so, dass ihn kaum jemand versteht. Was jedoch die meisten verstanden haben, ist sein Motiv für die abermalige Kandidatur: Das frühere Parlamentsmitglied will 2012 Präsident des Senegals werden, und als Chef einer globalen Organisation, so glaubt er, habe er bessere Chancen bei der Wahl.
Man muss sich wundern, wie Diack demnächst auch noch einem darbenden Land vorstehen will, wenn er zuletzt schon seinen Weltverband nicht ordentlich führen konnte. Immer mehr Klagen drangen an die Öffentlichkeit. So hat er jüngst einen TV-Vertrag abgeschlossen, der dazu führte, dass im Kernmarkt Europa zuletzt so gut wie keine Bilder mehr von hochklassigen IAAF-Veranstaltungen zu sehen waren. Er hat eine neue weltweite Wettkampfserie initiiert, die Diamond League, deren Wertungssystem für Laien selbst dann unverständlich bleibt, wenn es ihm nicht von Diack vorgenuschelt wird. Vor allem aber, so der jüngste und alarmierendste Vorwurf aus inneren IAAF-Zirkeln, droht der in Monaco ansässige Weltverband in finanzielle Bedrängnis zu geraten. Lamine Diack scheint gerade dabei zu sein, die Leichtathletik ins Abseits der öffentlichen Wahrnehmung zu führen.“ Mehr

Dem  ist eigentlich nichts hinzuzufügen. Oder?

(Foto:© SpreePiX – Berlin flickr.com, Creative Commons)

Tragik

14. September 2009

Sportjournalist Jens Weinreich, dessen Blog ich gern lese, berichtet über die Ereignisse um Caster Semenya:

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF hat nichts gelernt. Zwar gibt sich die IAAF im aktuellen Statement on Caster Semenya zurückhaltend, aber Jacquelin Magnay vom Sydney Morning Herald berichtete bereits:

THE world champion 800m runner Caster Semenya has been revealed to have male and female sexual organs, posing an ethical and political quandary for the sport’s ruling body, the International Association of Athletics Federations, and her home nation, South Africa.

Gerade schreibt Magnay, deren Texte ich nicht zum ersten Mal empfehle:…
weiter hier bei Jens Weinreich

Rückschritt

15. August 2009

images-1Auf ihrem Kongress in Berlin hat die IAAF eine plötzliche Kehrtwendung vollzogen und man reibt sich ungläubig die Augen: Künftig gibt es keine Wertung der „Altersklassen M/W 35“ bei Straßenlaufwettbewerben mehr. Auf der WMA-Generalversammlung in Lahti wurde dies diskutiert und die Delegierten erfuhren einige Hintergründe: Die Veranstalter der beiden Stadtmarathons in London und New York sind Ausgangspunkt der Regeländerung, Sie wollten die Altersklassenänderung.
Die WMA-Delegierten in Lahti haben klar gegen eine solche Änderung votiert. In Lahti war dabei auch zu hören, dass das IAAF Masters Committee ebenfalls gegen diese Änderung der Altersklassen gestimmt hat, nachdem erst 2005 beim IAAF Kongress in Helsinki auf Antrag der WMA die Altersklasse 35 der Männer  eingeführt worden war.

Daher ist das jetzt Beschlossene ein Rückschritt, und  Konfusion ist die Folge; denn 35-jährige Masterssportler  und Masterssportlerinnen werden zwar über 5.000m oder 10.000m im Stadion gewertet, aber nicht über dieselbe Distanz auf der Straße und dies für eine oder zwei Handvoll Weltklasse-Laufprofis, die nie bei einer Senioren-WM starten werden.

Und was passiert, wenn nun auch die Werfer, deren Spitzenathleten bekanntlich oft älter als 35 sind, ebenfalls einen Antrag stellen?

Familie

2. Dezember 2008

Athletics- one family. Leichtathletik- eine Familie. Es ist der Programmsatz der Offiziellen in WMA und EVAA und aller Masters-Leichtathleten. Aber bekommen eigentlich in einer Familie deren Senioren ihre Präsente in der Diele oder in der Küche, während die Jugend im Wohnzimmer ausgezeichnet wird?
Unwillkürlich musste ich an diesen Vergleich denken, als mir klar wurde, dass die beiden hoch verdient zu Masters Athlete of the Year 2008 gewählten Senioren-Spitzensportler Wolfgang Ritte (Wesel) und Christine Müller (Zürich) zwar bei der IAAF-Gala in Monaco ausgezeichnet wurden – aber am Rande, nicht auf der Bühne, nicht unter dem Beifall der vielen hundert, illustren Gäste. Es fand eine kleine, wenn auch feine Verleihung der Auszeichnungen statt – in einem Vorraum des großen Saales.
Mit Verlaub, ich empfinde das als ein wenig schäbig. Es wird weder der sportlichen Leistung der beiden Europäer gerecht, noch dem Selbstverständnis („one family“) und der Qualität der IAAF. Im nächsten Jahr muss sich dies ändern und der demnächst in Lahti neu zu wählende WMA-Präsident muss sich der Sache annehmen, gleichgültig ob er Amerikaner, Australier oder Europäer ist.  Und auch Cesar Moreno -Vorsitzender des IAAF-Masters-Kommitee ist gefordert, diesen Punkt mit dem IAAF-Präsident Lamine Diack zu erörtern und die Sache ins Reine zu bringen.

Klick

15. Oktober 2008

Über die Frage, ob er hat und ob sie hat, ist bei den beiden Jamaikaner  Usain Bolt und Veronica Campbell-Brown, diskutiert worden, und eigentlich kann dies nicht ernsthaft bezweifelt werden. Obwohl: Solange kein positives Ergebnis nachgewiesen ist, ist es auch möglich, dass die Erde eine Scheibe ist. Egal. Jetzt wählen die Besucher der IAAF-Internetseite den Leichtathleten des Jahres und auch dort liegen die beiden Sprinter aus der Karibik weeeeiiiiiit vorn. Genauso wie in Peking. Weeeeiiiiiit dahinter liegen Athleten vom Schlage eines Haile Gebrselassie und einer Yelena Isinbayeva.
Und wieder hat es bei mir Klick gemacht. Ich kann nichts dafür! Es klickt einfach so. Obwohl: Solange kein positives Ergebnis nachgewiesen ist, ist es selbstredend so, dass nicht etwa intelligente karibische Computerprogramme oder manipulative PC-Strategien vorliegen und die Erde wieder eine Scheibe…
Macht’s da bei Ihnen etwa auch Klick?

Vorlage

30. September 2008

Heute habe ich Post bekommen. Klaus Wowereit, der Regierende Bürgermeister von Berlin, lässt mir folgendes mitteilen:

DER REGIERENDE BÜRGERMEISTER   
               VON BERLIN    
             Berlin, den 29.September 2008

– Senatskanzlei III C 3 –

Tel.  030/90 26 2337
Fax: 030/90 26 23 56
E-Mail: horst-peter.schaeffer@senatskanzlei.berlin.de

 

Sehr geehrte Frau Koop,

den Eingang Ihrer an den Regierenden Bürgermeister gerichteten Mail vom 16. September 2008, in der Sie das Thema Einlagewettkämpfe anlässlich der  bevorstehenden Leichtathletik Weltmeisterschaft ansprechen, möchte ich bestätigen.

Ich habe mir erlaubt, Ihren elektronischen Brief, der dem Regierenden Bürgermeister vorlag, an die in dieser Angelegenheit zuständige Berlin Organising Committee 2009 GmbH – z. Hd. Herrn Geschäftsführer Clausen – weiterzuleiten. Sie werden von dort ein Antwortschreiben erhalten. 

Mit freundlichen Grüßen

i.A. gez. H.P. Schaeffer

Der Ball ist also bei Heinrich Clausen. Der kennt immerhin die Mastersszene, obwohl er ein bisschen aus der Übung ist. Also  Heinrich, dann mach mal. Wir werden Dich zur Not auch bestechen, mit einem 5-Liter-Kanister Sprit und einer CD, wenn’s klappt. Informierte wissen um die Effektivität dieser Gaben!