Posts Tagged ‘Lahti 2009’

Dokument

5. März 2010

Dies ist sicherlich kein Foto, dass den DLV-Wettbewerb zur Seniorenleichtathletik gewinnen wird. Aber es ist -von US-Journalist Ken Stone aufgenommen- ein Zeitdokument:

Direkt nach dem 200m Finale am 3. August  2009  in Lahti wird Sieger Val Barnwell (USA) gerade offiziell darüber informiert, dass er für den Dopingtest ausgewählt ist.  Der WMA-Antidopingbeauftragte hält das Protokoll in seiner rechten Hand und schaut auf die Uhr, um die exakte Zeit in das Protokoll einzutragen.
Für mich sieht Val Barnwell nicht wie jemand aus, der gerade Gold gewonnen hat sondern wie jemand, der genau weiß, dass alles zu Ende ist. Der Dopingtest fiel positiv auf Testosteron aus.  (Photo © Ken Stone)

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Ugo

21. Februar 2010

Eine kleine Hommage an den großen Ugo Sansonetti, der am Wochenende in Ancona bei den nationalen Hallenmeisterschaften der Seniorenleichtathletik in Italien über 60m einen neuen Weltrekord aufgestellt hat. Hier ein Youtube-Video aus jung(geblieben)en Tagen:

Und wer Ugo „in Aktion“ sehen will, darf hier klicken. Bemerkenswert, wie der junge Kameramann zittert und wackelt, derweil Ugo stramm sprintet und siegt.

Abzocke

30. Januar 2010

Der Sommer und die WM im finnischen Lahti waren schön. Ich erinnere mich gern an spannende Wettkämpfe. Aber jetzt endet alles so, wie es begann: Mit Abzocke! Die Athleten, die die Ergebnisliste bestellt haben, werden zusätzlich zur Kasse gebeten. Ich weiß nun nicht, welches Rechtsverständnis es bei den Finnen gibt: Aber ein Vertrag ist ein Vertrag. Die Athleten haben im Voraus die Eregbnislisten bezahlt, haben damit ihren „Vertrag“ erfüllt. Trotzdem sehen sie sich nun einer Nachforderung gegenüber, die in der Vereinbarung weder angekündigt war noch im Kleingedruckten stand.
Der Weltverband WMA distanziert sich mit bedauernden Worten. Aber das hilft den Betroffenen nicht. Wir erinnern uns: Erst die überteuerten Hotels, jetzt diese vertragswidrige Nachzahlung von nicht gerade wenig. 25,– Euro kostet die Ergebnisliste. 10,00 Euro mehr als vereinbart. Sie erinnern sich, dass das 50 DM sind. Ein völlig übeteuerter  Betrag für eine Ergebnisliste, mag sie auch 1,5 kg wiegen wie diese.
In zwei Jahren ist Jyväskylä mit der Hallen-WM dran. Das nächste Finnen-Wunder steht also vor der Tür. In zwei Wochen gibt es die Deutsche Bestenliste des Oldenburgers Jörg Reckemeier: Vielleicht nicht dicker, aber besser und für einen Betrag, der deutlich günstiger ist. Auf Jörg R. kann man sich verlassen. Bei diesen Lahti-Finnen stimmt hingegen vor allem die Abzocke. Eine bittere Feststellung.

Erinnerung

22. Dezember 2009

Markus Zerres (*1961, TV Waldstraße Wiesbaden) wird sich an das 1500m WM-Finale  im Stadion Radiomäkki von Lahti bestens erinnern: Fast war er –einmal mehr– auf den letzten Metern überspurtet worden, als plötzlich der hinter Weltmeister Jesus Borrego (ESP, 4:01, 66 sec) unangefochten auf dem Silberrang liegende Brite Lex Bryce fünf Meter vor der Ziellinie entkräftet stürzte, der Kanadier Paul Osland nicht mehr ausweichen konnte und ebenfalls fiel – mit Kopf und Schulter  gerade noch über die Ziellinie kam und so Silber errang. Markus Zerres, der ein couragiertes Rennen gelaufen war, wurde Dritter. Verdient – trotz des Pechs des Briten. Mit 4:07,46 sec verpasste er seine Altersklassen-Bestzeit nur um drei Zehntel. Ich habe ein Youtube-Video gefunden, das die dramatischen 1500m der M45 von Lahti zeigt. Viel Spaß beim Zusehen:

Ring

16. November 2009

Die 18. Weltmeisterschaften der Senioren im finnischen Lahti hatten ihren positiven Dopingfall. Der Ex-Amateur-Boxer Pekka Viippo war erwischt worden. Gleich mehrere Substanzen konnte das Labor ihm nachweisen und als fällige Konsequenz hat der Neu-Kugelstoßer zwei Jahre Zeit zum Nachdenken.
Das Medieninteresse in Finnland, das vor Jahren im Wintersport eine Flut von Dopingskandalen hinter sich gebracht hatte, war groß. Erst Boxer (der mit Doping damals nichts anzufangen wusste, so Viippo heute), nun Leichtathlet, der unter Erfolgs- und Öffentlichkeitsdruck stand. Diese Öffentlichkeit nutzt der 45 Jährige nun, um Erklärungen abzugeben, die hanebüchen sind: geringe Ahnung von medizinischen Vorgaben, Nutzung von Medizin, die er dringend benötigt und so weiter.
Den Übergang vom Boxen zur Leichtathletik hatte sich der Finne wohl leichter vorgestellt. Doch weit gefehlt, denn in der Leichtathletik gibt es auch Regeln und Vereinbarungen wie zum Beispiel die medizinische Ausnahmeregelung (MAR, auch TUE genannt).
Ausreden über Ausreden, Entschuldigungen sind in seinem Interview der finnischen Presse nicht aufgetaucht. Zumindest eine Entschuldigung hätte gereicht, um den Mitstreitern des Kugelwettkampfes sein Bedauern für den Betrug auszudrücken. Kein Sterbenswort, keine Silbe dazu; stattdessen nur Ausflüchte und Rechtfertigungen und der Hinweis, dass er in zwei Jahren wieder auflaufen wird und dann mit gleichen Leistungen beweisen will, dass alles nur halb so schlimm war.
In diesem Falle wäre es angebracht, dass sich Pekka Viippo einen Berater gönnt, der ihm vielleicht den Weg zum Boxen wieder ebnet, wo ja auch Altersklassen in den Ring gehen können. Gemeint ist mit diesem Ring aber der quadratische 5 x 5 Ring und nicht der kreisrunde mit 2,135 m Durchmesser.
Ralf Peters

(Foto © Siegfried Fries, pixelio.de)

KO

6. November 2009

KNOCK_OUTDer finnische Kugelstoßer Pekka Ilmari Viippo (M45) hat gedopt. Bei der WM wurde bei dem frisch gebackenen Vizeweltmeister eine Dopingkontrolle durchgeführt. Sie erfolgte offenbar gezielt, nach dem der Mann binnen eines Jahres seine Bestleistung um mehr 1 m gesteigert hatte. Die Dopinguntersuchung überführte ihn. Jetzt ist er für mindestens zwei Jahre aus dem Verkehr gezogen.
Mit Knock-out-Erlebnissen bei internationalen Sportereignissen hat Pekka Viippo so seine Erfahrungen. Von 1985 bis 1990 wurde er nämlich jeweils finnischer Meister im Superschwergewicht und durfte deshalb im Mai 1989 bei der Box-Europameisterschaft in Athen an den Start. Dort schlug ihn der Russe Alexandr Miroshnichenko in der ersten EM-Runde – ko.

(Foto © Rike, pixelio.de)

Sonderweg

24. September 2009

ga1Erinnern Sie sich?
Vor zwei Jahren lagen für die WMA-Generalversammlung in Riccione Anträge in Hülle und Fülle vor, mit denen die Wettkampfregeln ( „Rules of Competiton“) an aktuelle Entwicklungen und Bedürfnisse angepasst werden sollten. Damals nahm die Sitzung aus Zeitmangel ein vorzeitiges, manche sagen chaotisches  Ende und die Anträge wurden nicht mehr behandelt.
Jeder wusste aber, dass sie jetzt in Lahti debattiert werden sollten. Und dort wurden sie jetzt beschlossen: im Hürdenlauf die Anlaufänderung von 16 m auf 12 m, die  neuen Gewichte im Hammer- und Gewichtwurf der Frauen ab 70 bzw. 75.
Jeder wusste also seit Riccione vor zwei Jahren, was anstand. Sollten die DLV-Verantwortlichen das verdrängt haben? Weder in der Zeit zwischen den beiden WMA-Sitzungen noch vor der Zusammenkunft in Lahti äußerte man sich, zum Beispiel mit einem Gegenantrag. Hat es irgendwann Kritik oder Opposition des DLV zu den Anträgen gegeben?  Offenbar erst jetzt, mehr als einen Monat nach Lahti und seinen Beschlüssen, wurden diese Anträge im DLV-Bundesfachausschuss Senioren diskutiert. Mit einem sonderbaren Ergebnis: In Deutschland folgt man nicht allen geänderten Regeln der WMA und geht eigene Wege. Wie lange wird verschwiegen. Also: Warum reagiert der DLV erst jetzt?
Warum hat der DLV nicht vor Lahti bereits Initiative gezeigt und gegen diese Regeländerungen Stellung bezogen?
Jetzt geraten deutsche Senioren ins Spannungsfeld der Verbände ganz und fragen sich ganz praktisch: Warum können z.B. keine internationale Rekorde 2010 bei deutschen Meisterschaften „über die Hürden“ oder bei den suspendierten Wurfdisziplinen der Frauen erzielt werden, obwohl deutsche Athletinnen hier zu den Weltbesten zählen?
Erst jetzt in Hamburg hat der DLV erstmals zum Ausdruck gebracht, dass er als weltstärkster und weltbester Seniorenverband nicht mit allem einverstanden ist, was da beschlossen wurde. Doch warum hat er dies nicht bei und während der internationalen Versammlungen gesagt? Warum schwiegen die DLV-Vertreter in Lahti, wo sie doch seit zwei Jahren wussten, was kommt, und um die praktischen Probleme, die sie jetzt zum Sonderweg veranlassten – Wochen, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist? Niemanden konnten die WMA-Beschlüsse  überraschen, auch niemanden im DLV.
Hätte er nicht in Lahti jedenfalls eine Übergangsphase ins Gespräch bringen können, die er jetzt mit seinem deutschen Sonderweg will? Doch auf der Generalversammlung  in Lahti (Foto; © Ken Stone) ergriff kein DLV-Vertreter das Wort. Hätte so nicht der Sonderweg vermieden werden können, von dem niemand sagt (und weiß), wie lange er gegangen werden soll?

Nachtrag: Kritik an der jetzigen DLV-Position auch aus den USA

Titel

25. August 2009

sl_titel.anna

Tom Philipps‚ Bild© von meinem 1500m-WM-Finallauf in Lahti  am 6. August 2009 auf dem Titel der nächsten SENIOREN LEICHTATHLETIK. Danke für das wunderbare Foto, Tom!

5334?

27. Juli 2009

LahtilogoDer DLV meldet heute, dass bei der morgen im finnischen Lahti beginnenden WM in Lahti  insgesamt 5334 Athletinnen und Athleten starten. Mit Verlaub, ich habe da meine Zweifel.
Denn die Zahlen aus Finnlands Süden sind mir längst etwas suspekt geworden. So meldete der DLV 448 deutsche Starter (inzwischen 450), aber  in der finnischen Statistik finden sich zahlengedrehte 484. Aus der Schweiz sollen 56 Starter teilnehmen, die Schweizer selbst wissen aber nur von 48. Die Spanier kennen 153 Starter, gemeldet werden aber 162. Die USA-Liste enthält 231 Namen und nicht, wie die Organisatoren angeben 298.
Nach mehr Differenzen habe ich bisher nicht gesucht.
Eine Erklärung für die  Unterschiede  habe ich nicht. Ich finde sie allerdings sehr bemerkenswert.