Posts Tagged ‘Leipzig’

103

6. März 2011

… oder Ross und Reiter

„Der DLV“ hat in Leipzig entschieden, die Senioren, die unter 40 sind, in die „Wüste“ zu schicken, sie nicht mehr als Senioren anzusehen. Dieser Beschluss hat allenthalben Bestürzung und Unverständnis hervorgerufen. Diese Altersklasse fühlt sich „vom DLV“ auf die Straße gesetzt.

Wer ist denn „der DLV“, der dieses „Todesurteil“ verkündet hat?

Der Ausschluss der Senioren U40 basiert auf einer Änderung der Leichtathletik-Ordnung des DLV, in der die Altersklassen in § 3 definiert sind. Diese Änderung hat der Verbandsrat in Leipzig beschlossen. Der Verbandsrat besteht aus den Präsidenten der zwanzig Landesverbände sowie den Mitgliedern des Präsidiums. Bei Änderung der Leichtathletik-Ordnung gilt das sog. „qualifizierte Stimmrecht“, d.h. jeder Landesverband hat, entsprechend seiner Mitgliederzahlen, unterschiedliche Stimmen, nämlich pro angefangene 5.000 Mitglieder eine Stimme. Zusammen kommen dabei insgesamt 189 Stimmen. Hinzuzuzählen sind die Stimmen der Präsidiumsmitglieder und die eines weiteren (neben dem im Präsidium bereits vertretenen Athletensprecher) Athletenvertreters. Dies sind – einschließlich der Ehrenpräsidenten – insgesamt 15 plus ein Athletenvertreter mit jeweils einer Stimme. Über die Änderung der Leichtathletik-Ordnung entscheiden daher insgesamt 205 Stimmen, die Mehrheit. Die beiden ebenfalls zum Präsidium gehörenden IAAF- und EA-Council-Mitglieder Prof. Helmut Digel und Frank Hensel sind bereits Präsidiumsmitglieder – wobei die aktuelle DLV-Satzung immer noch davon ausgeht, dass es sich beim EA- um ein EAA-Council-Mitglied handelt..

Eine Änderung der Leichtathletik-Ordnung bedarf daher der Mehrheit der abgegebenen Stimmen, also, wenn alle Mitglieder anwesend sind und abstimmen, 103 Stimmen.

Damit man sich einmal einen konkreten Überblick verschaffen kann, wer über die Abschaffung der Altersklassen M/W 30/35 abgestimmt hat und mit wie vielen Stimmen, hier eine Zusammenstellung – auch als Hilfe, um sich konkret an die Entscheidungsträger des „Leipziger Beschlusses“ zu wenden.

Hier werden Ross und Reiter benannt!

Blasius Hippel

 

(oFto: Abstellgleis von ©  Herbalizer)

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Unterschriftenaktion

3. März 2011

Zur Unterschriftenaktion

Liste der Unterzeichner

Eine gemeinsame Aktion von
“lampis.net”, “masters-sport.de”, “results-model2010.de“, „proMASTERs” und “SeLa-Netz”.

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28. Februar 2011

Leipziger Beschluss

28. Februar 2011

Hier unsere heutige Anfrage an alle DLV-Landesverbände:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir betreiben eine Internet-Informationsseite zur Seniorenleichtathletik und wenden uns mit folgenden Fragen an Sie:

Auf der Leipziger Sitzung des DLV-Verbandsrates ist u.a. beschlossen worden, die Altersklassen M/W 30 und M/W 35 zu streichen bzw keine Meisterschaften mehr für diese Altersklassen auszurichten. Der Beschluss widersprach einer vom DLV-Vizepräsidenten Allgemeine Leichtathletik eingebrachten Beschlussvorlage des Bundesfachausschusses, den das DLV-Präsidium einstimmig unterstützt hatte. Zur Veröffentlichung fragen wir Sie, ob Sie selbst bzw. wer aus Ihrem Landesverband an der Verbandsratssitzung teilgenommen und für oder gegen die gen. Beschlussvorlage gestimmt hat. Wir stellen anheim, die Gründe für das Abstimmungsverhalten darzulegen, wir werden sie ebenfalls veröffentlichen.

Veröffentlichen werden wir übrigens auch eine Nicht-Antwort auf diese Anfrage.

Hintergrund unserer Anfrage ist die große Empörung innerhalb der aktiven Seniorenleichtathleten über die Beschlussfassung, die u.a. bereits zum Rücktritt des Aktivensprechers der Senioenleichtathleten, Wolfgang Ritte (IAAF Masters of the Year 2008) geführt hat.

Wir bitten aus gegebenem Anlass um Ihre Stellungnahme bis zum 02.03.2011, 12.00 Uhr. Herzlichen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Annette Koop
www.masters-sport.de

Zentralkomitee

27. Februar 2011

Das Zentralkomitee, abgekürzt ZK, gehört im Machtgefüge kommunistischer Parteien zu den obersten Entscheidungsgremien. Es tagt nicht ständig, aber wenn es -hinter verschlossenen Türen- getagt hat, darf die erstaunte Öffentlichkeit anschließend mit ehrfürchtig-gruselndem Erstaunen die Beschlüsse erfahren. Nie ist so ganz klar, wer eigentlich was auf den Weg gebracht hat. Klar ist nachher nur, was hinten dabei herausgekommen ist.

Der DLV hat kein Zentralkomitee. Er hat den Verbandsrat. Der tagt ebenfalls (Gottseidank!) nicht ständig und immer hinter verschlossenen Türen. Nie ist so ganz klar, wer eigentlich was auf den Weg gebracht hat. Klar ist nur, was dabei herauskommt. Das wird stets anschließend verkündet, wenn auch oft tröpfchenweise und viel später. Für den Außenstehenden ist es undurchschaubar. Das DLV-Gremium ist eine prädemokratische Verbandsorganisation, von der man nicht einmal auf der offiziellen Seite des DLV im Internet nachlesen kann, wer in ihm Sitz und Stimme hat. Dazu muss man das DLV-Jahrbuch bemühen.

Dieser DLV-Verbandsrat hat am Freitag in Leipzig getagt. Wie praktisch: So haben sich seine Mitglieder die Anreise zu den Deutschen Hallenmeisterschaften bezahlen lassen können – im Zweifel nebst mit im Fahrzeug sitzenden Ehegatten. Dann haben sie  ganz im Geheimen beschlossen,  die deutsche Seniorenleichtathletik ab dem kommenden Jahr 2012 der Altersklassen M/W30 und M/W 35 zu berauben und die deutsche Mastersleichtathletik erst zehn Jahre später mit der Altersklasse M/W 40 beginnen zu lassen. In allen anderen Ländern der Welt beginnt die Seniorenleichtathletik mindestens ab M/W 35. Der Grund ist einfach: So werden aus aktiven Leichtathleten übergangslos aktive Seniorenleichtathleten. Jetzt verordnet hierzulande der DLV allen eine Zwangspause, die mit 30plus nicht so gern hinterher laufen, springen und werfen wollen.

Wir lesen hier in einem Beitrag der Vorsitzenden des Bundesausschusses („BA“) Senioren Margit Jungmann, dies sei mehrheitlich beschlossen worden und der DLV-Vize, sie selbst und irgendwie alle seien sehr traurig.  Aber warum, liebe Margit Jungmann, hast Du nicht vorher Alarm geschlagen?  Warum hat Dein BA nicht gegen dieses Vorhaben mobilisiert? Vor drei Wochen, bei der Senioren-DM in Erfurt hättet Ihr dazu Gelegenheit und Unterstützer ohne Ende gehabt.

Warum sind in Leipzig nicht DLV-Vizepräsident Dr. Matthias Reick, alle  Mitglieder des  BA Senioren und ebenso die Seniorenwarte der DLV-Landesverbände aufgestanden und haben gesagt: „Wenn Ihr Ignoranten dies beschließt, treten wird geschlossen zurück!“ Aus diplomatischen Gründen hättet Ihr sogar den Begriff „Ignoranten“ weglassen können.

Klebt Ihr etwa so an Euren Ämtern? Seid doch ehrlich: Der Leipziger ZK-Verbandsratsbeschluss macht Euch doch zu dummen Statisten und Euere Arbeit für die Seniorenleichtathletik zu einem Witz. Warum agiert Ihr nicht gegen Funktionäre, die Gegner der Seniorenleichtathletik sind und arrogant von oben herab und ohne jede Kenntnis der Menschen, die Seniorenleichtathletik treiben, Grundlegendes und Sinnvolles zerschlagen, denen internationale IAAF-Regeln wurscht sind und die Euch auch noch Eueren selbst gesetzten, aktuellen Arbeitsschwerpunkt aus der Hand schlagen, den Übergang von der Hauptklasse in die Mastersleichtathletik? Diese Funktionäre lachen ganz offensichtlich über Euch und alle Seniorenleichtathleten. Der DLV, längst und amateurhaft gescheitert im Kampf um öffentliche Anerkennung, TV-Übertragungen und Stadionrundbahnen  tritt dem Bereich zwischen die Beine, der der erfolgreichste der deutschen Leichtathletik ist. Ist ihm der dauerhafte Erfolg seiner Masterssportler, sind ihm die Seniorenleichtathleten etwa peinlich?

Kein Seniorenleichtathlet hat vergessen, mit welcher unsäglichen Tolpatschigkeit dieser DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop vor dem Deutschen Bundestag behauptete, bei den Senioren seien 80% gedopt (und erst nach Tagen und allenfalls halbherzig von seiner Unverschämtheit abrückte). Er ist -wie die meisten der Abstimmenden im Verbandsrat- ein alternder Funktionär ohne jeden tatsächlichen Bezug zu denen, die in seinem Alter immer noch aktiv Leichtathletik machen.

Mit ihm hat sich der Verbandsrat des DLV von der sportlichen Lebenswirklichkeit seiner Aktiven entfernt. Deshalb sollte er bei seiner nächsten Tagung, die auch wieder hinter verschlossenen Türen stattfinden wird,  zwangsweise  den einzigartigen Dokumentarfilm „Herbstgold ansehen müssen. Damit die Herrschaften jedenfalls die Chance haben zu verstehen, um was es bei der Seniorenleichtathletik geht. Und wenn im Film der Schwede Herbert Liedtke nach seinem 100m-WM-Finale spricht, dann sollten Sie ganz genau hinhören. Er kommentiert nämlich in Wahrheit nicht sein Abschneiden sondern diesen seltsam-anachronistischen Leipziger Beschluss…

Robert Koop

Track

9. September 2010

Pressemitteilung des DLV

„Das geschäftsführende Präsidium des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) hat Cheick-Idriss Gonschinska (42) zum 15. September als neuen Cheftrainer Track berufen. Der diplomierte Sportwissenschaftler aus Leipzig löst Rüdiger Harksen ab, der künftig die Aufgabe des Bundestrainers Hürdensprint Männer und Frauen übernehmen wird.

„Rüdiger Harksen ist nach den Olympischen Spielen in Peking 2008 in die Position des Cheftrainers Track berufen worden und war gleichzeitig Disziplintrainer Frauensprint. Diese Doppelbelastung sollte spätestens nach der EM in Barcelona beendet werden. Rüdiger Harksen hat mich nach den Europameisterschaften darum gebeten, ihn vom Amt des Cheftrainers zu entbinden. Er möchte sich künftig wieder ausschließlich in eine der leistungsstärksten Kaderdisziplin im Trackbereich einbringen. Diesem Wunsch haben wir entsprochen“, sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen. „Ich bin davon überzeugt, dass Gonschinska als Cheftrainer Track und Herbert Czingon als Cheftrainer Field auch künftig erfolgreich arbeiten werden.“

Gonschinska war zuletzt DLV-Bundestrainer Hürdensprint (Männer/Frauen) und arbeitet seit 15 Jahren mit Bundeskaderathleten im gesamten Track-Bereich zusammen. Die Entscheidung wurde vergangene Woche bei einer Klausurtagung der DLV-Trainer in Würzburg bekanntgegeben und wird bei der Spitzensporttagung in Kienbaum (17. – 19. September) noch einmal ausführlich erläutert.“

Abgesehen davon, dass ich mich frage, ob man als oder zum Trainer beruft, stehe ich rätselnd vor diesem Track. Wie Sie, liebe Leser, weiß ich: Die Drillinge Tick, Trick und Track (englisch Huey, Dewey, and Louie) sind die Neffen Donald Ducks. Sie leben bei ihrem Onkel in Entenhausen, nicht in Leipzig. Die drei sind Pfadfinder beim Fähnlein Fieselschweif und machen keine Leichtathletik. Wieso ist einer von ihnen jetzt beim DLV? Tatsächlich trägt Track ein rotes Knit Training Jacket oder vielleicht auch nur ein Männer SS Baselayer, die uns der DLV verkaufen will; letztere Bezeichnung lässt mich übrigens -ganz unabhängig vor dem Inhalt der Track-Presseerklärung- aus einem ganz anderen Grund frösteln.

Ach, ihr lieben DLV-Sprachpantscher , könnt Ihr nicht ganz einfach deutsch von Lauf, Sprung und Wurf reden und schreiben, anstatt einen Neffen von Donald Duck zu bemühen?

Nachtragskorrektur – Gerade lese ich: Offiziell trägt Tick eine rote, Trick eine blaue und Track eine grüne Kappe. Also doch nichts Rotes aus dem DLV-Shop. Nun, immerhin ist grün die Farbe der Hoffnung…