Posts Tagged ‘Linz’

Chance

2. Juli 2010

Gestern war großes Kino in Essen – bekanntlich Europas Kulturhauptstadt 2010. Und es war einzigartiges Kino. Knapp 1000 Besucher applaudierten stehend nach Ende der Filmpremiere „Herbstgold“ in einem der größten Kino Deutschlands, der Lichtburg. Wann sehen so viele Menschen begeistert einen Dokumentarfilm in einem Lichtspielhaus?  „Herbstgold“-Regisseur Jan Tenhaven, Produzent Klaus Beetz und die Hauptdarsteller Gabre Gabric, Ilse Pleuger, Herbert Liedtke und Jiri Soukup waren mehr als glücklich- zu recht!

Ein begeistertes Publikum sah einzigartige Aufnahmen. Selten kam über die Senioren die Leichtathletik so positiv ins Bild wie in diesem Dokumentarfilm ‚Herbstgold‘. Es ist eine vergebene Großchance, geprägt von Sturheit und Borniertheit. Der Film war und ist ein grandioses Werk. Wie in Toronto, München und Linz gab es Ovationen und zwischendurch Applaus auf offener Szene. Und das von 1000 Besuchern, der helle Wahnsinn.

Es war eine einzigartige Schau – allerdings gänzlich ohne den Deutschen Leichtathletikverband (DLV); der nämlich hat die Chance verpasst. Der DLV und seine Verantwortlichen hätten auf der Bühne stehen können, die Jan Tenhaven ihnen bereitet hat. Aber der Verband hat die ausgestreckte Hand der Filmemacher und Produzenten nicht ergriffen – wie „aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen“ zu hören ist allein, weil Athletin Ilse Pleuger (auf dem Foto im Interview mit dem ARD-Magazin Brisant) im Film ein Trikot des „falschen Ausrüsters“ Adidas trägt.

Freunde, schüttelt den Kopf, und wir sehen uns nachher in Kevelaer, wo Maria schon die Tränen vergossen hat. Wohl damals bereits für den DLV, der die einmalige Sympathiewerbung  für die Senioren und die Leichtathletik zugunsten (oder zulasten) des Generalsponsors NIKE hintan gestellt hat.

(Text und Foto: © Ralf Peters)

Kaffee II

20. März 2008

Dieser Blog befasst sich traditionell seit der 2. Seniorenleichtathletik-Hallen-WM in Linz mit der Kaffee– und der Sockenfrage. Das war vor zwei Jahren. Die Tradition ist folglich (fast) schon langjährig.
Also eine kleine Kaffeekunde: Deutscher Filterkaffee ist in Frankreich unbekannt. Verlangt man einfach „Kaffee“, gibt es eine kleine Tasse mit schwarzem, starken Espresso. Bestellt man -wie wir an der Autobahn- einen „Grand Cafe du Creme“ ist der Inhalt fast derselbe, aber die Tasse hat Normalformat.
Etwas anders ist es an der kleinen Cafebar in der Halle des Stadium Jean Pellez. Im Gegensatz zu unseren österreichischen Freunden vor zwei Jahren, kostet der „Kaffee“ hier aber nur 1 Euro (frz.: öhn öroh!), ist also glatte 60 % billiger. Allerdings auch etwas weniger, was angesichts der Flüssigkeitsmenge in Linz schwer denkbar aber eben doch der Fall ist.
Der Ausweg besteht darin, einfach mal nachzufragen. Dann wird in den Becher deutlich mehr eingeschenkt und obendrauf gibt es noch einen kräftigen Schuss Milch. Und alles immer noch für öhn Öroh. Den hol ich mir jetzt.

(Foto: © Knipseline, bei pixelio.de)

Wilhelm II

18. März 2008

Ich vergaß: Wilhelm Köster ist natürlich anwesend. Denn seine Vorarbeit für die WM in Linz ist so anerkannt, dass im Meisterschaftshandbuch dieser WM originalgetreu die Passagen aus dem Handbuch 2006 übernommen sind. Einschließlich des Hinweises, dass der Rundkurs an der Donau verlaufe. Sehr schön. 😉

Wilhelm

18. März 2008

Wenn etwas nur mit Routine abgewickelt wird, wirkt es schnell lieblos. Wenn die Routine dann auch noch erheblich hakt, werden die Betroffenen unzufrieden. Zwar jubelte der amtierende Vorsitzende des Masters-Weltverbandes Monty Hacker voreilig schon bei der Eröffnung, dass diese dritte Hallen-WM eine Steigerung der Vorauflagen von Linz und Sindelfingen sei. Bisher kann ich dies aber nicht bestätigen. Im Gegenteil. Die Organisation hakt deutlich. Wilhelm Köster würde gebraucht; der Niedersachse hatte in Sindelfingen und Linz den Zeitplan überarbeitet und dabei perfekte Arbeit geleistet.
Hier in CF schwimmt nicht nur der Zeitplan; 80-Jährige sitzen länger als eine Stunde im Callroom. Es finden Halbfinalläufe statt, die dann wieder annulliert werden, Siegerehrungen, bei denen die Geehrten gefragt werden, wer denn gewonnen habe,  und man sehnt sich nach Sindelfingen zurück, das mit einer perfekten, in neun Monaten „aus dem Boden gestampften“ Organisation glänzen konnte.  Hoffen wir, dass es besser wird.