Posts Tagged ‘Nyiregyhaza’

Neugierig

9. Januar 2011

Alle Jahre wieder bin ich auf die Meldezahlen vor internationalen Meisterschaften neugierig. Jetzt steht in zwei Monaten die Hallen-EM in Gent bevor, gesprochen stets  Chent, wie wir Westfriesen wissen.  Und die bekannt gewordenen Meldungen versprechen einen echten Knaller. Bislang 589 Athletenmeldungen für Gent aus Deutschland, das ist nicht ganz das Doppelte zu Ancona, wo mit 340 erstmals die 300er Grenze überschritten wurde.

Guckst du hier beim DLV, der bestimmt morgen noch Meldungen bekommt, weil der Meldeschluss an einem Freitag lag und noch Post kommen kann und wird, ‚reingeschneit sozusagen.  Auch die Tommis bereiten, wie ich höre, eine Invasion vor, dieweil die Franzosen noch zögerlich sind. Etwa wegen Waterloo? 😉

Die heutige Momentaufnahme entspricht dem, was schon bei der Stadion-EM im ungarischen Nyiregyhaza allenthalben zu hören war: Für viele deutschen Seniorenleichtathleten ist die Hallen-EM im flandrischen Belgien der Saisonhöhepunkt und sie verzichten auf den so attraktiven Start in Sacramento. Aber Kalifornien sehen und laufen (Axel H. bitte lesen: werfen)… das ist doch auch etwas. Freunde, vielleicht überlegt ihr es Euch noch mal, wenn ihr nach dem Wettkampf in Chent bei einem belgischen Bier…? Es ist nämlich immer so schön, wenn wir uns alle wieder sehen. 😀

Spaß

29. Mai 2010
Sie wird nicht zur EM nach Ungarn fahren!
Almut Brömmel, die unlängst 75 wurde, ist auf Grund ihrer Behinderungen auf ihr Auto angewiesen und hat niemanden zum Mitfahren gefunden. Auch eine Quartierbeschaffung in letzter Sekunde wäre ihr zu hektisch gewesen. Eigentlich hatte sie das ganze Jahr schon wettkampfmäßig  abgeschrieben.
Nach relativ wenig Training probierte sie allerdings am Pfingstsamstag bei einem Testwettkampf die neuen, leichteren Geräte für die Altersklasse W75 aus, die ihr gut liegen, zumal sie alle Disziplinen nur aus dem Stand machen kann. Am besten gefällt ihr der 2-kg-Hammer (25.20m trotz Regens). Die Kugel hat einen sehr kleinen Durchmesser und ist nicht leicht zu treffen (8.39m). Ein größerer Umfang wäre wünschenswert. Auch auf den leichten Diskus muss man sich erst umstellen. Die 20.20m (bei Regen) kann sie auch mit dem 1kg-Gerät werfen. Von ihrem Standspeerwurf (15.83m) war die Augsburgerin sehr enttäuscht. Dagegen flog das Gewicht ohne Rückenschmerzen (!!) ganz schön weit (10.52). Ihre Auswertung hätten 4175 Punkte ergeben. Nach
Almuts Meinung ist der Altersfaktor für das Hammerwerfen in der neuen Wertung zu hoch angesetzt.
Die neuen Geräte bringen der Mastersathletin – verglichen mit den schwereren –  im Training etwa folgenden Weitenzuwachs: Kugel 1.50m, Hammer 6.50m, Diskus 2m, Gewicht 1.50m. Da es im Handel kein 4-kg-Gewicht gibt, kann man sich ein passendes aus einem alten Hammer basteln.
„Jedenfalls machen die leichteren Gewichte  mehr Spaß“, sagt Almut Brömmel. „Schade, dass sie in Deutschland noch nicht verwendet werden.“ Die Bayerin hat es dazu nicht weit: In Österreich nämlich darf (und muss) man damit schon offiziell werfen.

Der deutsche Bedenkenträger-Sonderweg nimmt derweil den älteren Athletinnen den Spaß und auch die Möglichkeit, neue Bestleistungen und Rekorde zu erreichen.

Sonntag

7. Mai 2010

Sonn- und Feiertage sind in Deutschland bei der Erwähnung von ‚freien‘ Tagen fast ein Synonym. Sie werden häufig unisono benutzt und selbst auf Verkehrsschildern verwendet.
Nachdem der DLV mit seiner Anti-Doping-Abteilung nun endlich den Fehler erkannt hat, dass die Antragsfrist für TUE-Anträge für die Europameisterschaft in Ungarn bei der WMA durch einen „Zahlendreher“ falsch vermittelt wurde, steigert die Seniorenabteilung das Durcheinander durch die Erklärung, dass bei der Zählweise die Sonntage gesondert berechnet wurden. Hallo, was ist das denn? Die IAAF bzw. die WMA hat die Regel festgelegt, dass 21 Tage bzw. 28 Tage als Antragsfrist zu Grunde gelegt werden, Sonntage eingeschlossen, ansonsten käme man bei der IAAF auch in Teufels Küche, da Sonntage und Feiertage -wie eben gesagt- unisono zu nutzen sind. Dann hätte man nämlich das ausgesprochene Chaos in den Ländern Europas: 14. Juli Frankreich Nationalfeiertag, 6. Juli Feiertag in Tschechien, 2. Juli Maria Heimsuchung, 29. Juni Peter und Paul im Vatikan, 25. Juni Mittsommernacht in Skandinavien, 23. Juni Nationalfeiertag in Luxemburg, 17. Juni Nationalfeiertag in Island usw. Schon wären wir dann bei Anfang Juni für eine Antragsstellung und hätten Feiertage wie „Tag der Hausfrau“, „Tag des Holzschuhs“, „Tag der Lotusblume“ … völlig vergessen.
Das Einfachste wäre doch, der DLV übernimmt unverändert die international gültigen und praktizierten Termine und verwirrt seine Senioren nicht immer mit neuen Zahlendreher- oder Sonntagsterminen. Es sollte doch irgendwie klar für alle sein und werden.

Wetten

27. März 2010

Lasst mich zunächst etwas lästern, bitte. Da informiert die DLV-Webseite über die XVII. Senioren-Europameisterschaften unter dem Titel

„Senioren-EM in Nyiregyha“

über die internationale Leichtathletik-Herausforderung des Sommer, wo wir doch jenseits aller Schreibfehler längst wissen, dass Austragungsort das ostungarische Nyíregyháza ist. Und das klingt lautmalerisch dann wie Nü-rä-scha-sa.  Oder Nie-re-tscha-sah. Ganz wie gewünscht.

Jetzt muss also gemeldet werden. Sehen wir uns? Ich bin mir sicher, dass es eine besondere EM werden wird. Zwar scheint der Austragungsort nicht unbedingt attraktiv. Aber mehr Sein als Schein ist ja auch ein tragendes Motto. Denn sicher ist: Die Ungarn werden sich ein Bein ausreißen – wie sie es bei der Junioren-EM 1995 an gleicher Stelle auch getan haben- und die Atmosphäre wird großartig sein – wie 1998 in Cesenatico, 2000 im finnischen Jyväskylä oder vor vier Jahren in Poznan. Jeweils und auch jetzt im nicht ganz so großen Nyíregyháza richtig gute Meisterschaften – sportlich und auch sonst. Wetten, dass?!

21

12. Dezember 2009

Zwar glaube ich nicht, dass beim Deutschen Leichtathletikverband (DLV) die Alarmglocken schon ganz besonders schrill läuten, aber ein kleines Glöckchen ist doch bereits deutlich zu hören. Der Grund: Erst 21 deutsche Athletinnen (6) und Athleten (15) haben bislang ihre Meldung für die 4. Hallen-WM der Senioren im kanadischen Kamloops abgegeben, die vom 1. bis 6. März im kanadischen Westen stattfinden. Und die Meldefrist läuft schon in drei Wochen -am Montag, 4. Januar – ab. Es wird also wohl eher nur ein recht kleines Kontingent aus deutschen Landen werden, das sich auf den Weg nach British Columbia macht.
Woran liegt es?
Ich kann nur für mich persönlich sprechen. Für mich kommt ein Start bei dieser nach Sindelfingen (2004), Linz (2006) und Clermont-Ferrand (2008) 4. Leichtathletik Hallen-WM der Senioren nämlich nicht in Frage, und ich denke, dass es vielen anderen deutschen und europäischen Masters, „die bei uns Senioren heißen“ (O-Ton Dieter Massin)  aus denselben Gründen genauso geht: Die Finanzen, der Zeitpunkt mitten in meiner (Schul-)Arbeitszeit und die Zeitumstellung binnen weniger Tage hin und zurück  (Kamloops aktuell +9 Stunden) lassen mich zuhause bleiben. Auch der Austragungsort hat mich dazu bewogen. Damit meine ich sowohl den Ort Kamloops, als auch die wenig attraktive Wettkampfstätte.
Liebe Nordamerikaner, liebe Kanadier,
bitte seid mir nicht böse, aber es muss (und wird) ohne mich gehen. Aber 2011 in Sacramento (USA) will ich dabei sein, trotz Finanzen, Zeitumstellung und was sonst noch anstrengt. Vorausgesetzt allerdings, ich bin in 20 Monaten gesund und fit. Bis dahin freu‘ ich mich auf die EM in Nyíregyháza und auf Sindelfingen, Kevelaer und andere Treffen.

Streichen?

12. Oktober 2008

Die Organisatoren der nächsten Masters-WM im finnischen Lahti 2009 sind längst mit einer Internetseite im Netz. Auf ihr finden wir eine fulminante Begrüßung. Fünf Beiträge von Offiziellen mit fünf Überschriften, die es in sich haben, vereehrte,  veehrte, sportverbundene Sportenthusiasten. Hertzlich echt und ehrlich liest sich das so:

Hertzlich Willkommen zu Lahti
Meine sehr vereehrten Athleten und Sportenthusiasten
Meine sehr veehrten Master-Athleten
Liebe Sportfreunde!
Liebe echte und ehrliche, sportverbundene Meisterschafts-Gäste!

So weit, so sympathisch. Allerdings wäre es mir statt einer Jubelbegrüßung lieber, wenn nicht in Lahti und in weitem Umkreis wirklich alle verfügbaren Hotels und Unterkünfte vom lokalen Organisationskomitee geblockt wären, weil es sich über die Hotels und von diesen gezahlte Provisionen zu einem Großteil finanziert. Ganz im Vertrauen sag ich Ihnen mal, geneigter Leser, dass diese Finnen eigentlich ja was rüberwachsen lassen könnten, damit ich auf meiner kleinen Seite im Internet hemmungslos Reklame für die Masters-WM 2009 mache – oder? Gut, dass Sie meiner Meinung sind! ;-).

Aber weil es so einen Alles-inklusive-Trip nur für die (ganz ohne Ironie: in Lahti wirklich) dauerarbeitenden Funktionäre der WMA gibt, bescheide ich mich und suche. Ich zähle nun einmal zu der Spezies, der es Freude macht, im WWW zu stöbern und preiswerte Alternativen zu überteuerten Veranstalterhotels zu finden. Das, so scheint mir nach Stunden und Tagen im Internet, geht in Lahti überhaupt nicht, was vielleicht zunächst einmal erträglich wäre, wenn…ja wenn nicht die finnischen Übernachtungspreise so atemberaubend sind, wie sie sind. Man rechnet in Suomi mit 7000 Teilnehmern. Ich sage mal voraus, dass wegen der Preise bei 4.400 Schluss ist, auch wenn der Wert des Euro sinkt und es daher für die US-Boys und -Girls wieder denkbarer wird, nach Europa zu kommen, falls dies so bleibt.

Ich jedenfalls habe vier Kinder im Studium und frage mich inzwischen, ob ich diese WM nicht streichen soll. Ich hoffe einstweilen noch inständig auf den für November angekündigten Prospekt von Haase-Reisen,  nachdem uns die Top-Reiseprofis um Walter Holder wegen dessen jugendlichen Alters von 70 allein und verloren zurückgelassen haben und nichts mehr machen (übrigens von den Mastersgames in Sydney 2009 abgesehen).

Also, Du lesender Surfer vor dem Herrn, schon mal vorsorglich gefragt: Kennste noch weitere finnische Ü/F-Geheimtipps (klar: Antwort also nur per PM!) für kinderreiche Eltern? Oder lieber doch die WM  streichen und ab in’s ungarische Nyiregyhaza, um die Masters-EM 2010 hotelmäßig vorzubereiten, oder vielleicht in die Oberlausitz, um sich im Städtedreieck Zittau (Sachsen), Hrádek nad Nisou (CZ) und Bogatynia (PL) schon auf die Masters-EM 2012 zu freuen? Da wird’s nämlich billiger – denk ich mir.