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Rausschmiss

26. Juli 2011

Der Verbandsrat des DLV….nach eingehender Beratung zur Förderung des Seniorensports beschlossen, die Altersklasse der Senioren mit M/W 30 beginnen zu lassen“ So lautet die offizielle Verlautbarung des Pressesprechers des DLV, Peter Schmitt vom letzten Samstag.
Wie bitte, Herr Schmitt? Der DLV berät eingehend und fördert den Seniorensport ab M/W 30? Ist das Ihr Ernst?
Darf man Sie vielleicht darauf hinweisen, dass es diese M/W 30 bereits seit Mitte der Siebziger gibt und die seit dieser Zeit bereits gefördert werden?
Nur sieht Ihre ‚Förderung‘ nun so aus, dass die bisherige Regelung außer Kraft gesetzt wird und die M/W 30 nicht mehr an Deutschen Meisterschaften teilnehmen kann.
Ist das eine ‚Förderung‘ oder eine ‚Beförderung‘ im Sinne von Rausschmiss?
Für die M/W 30, die bis Ende Juni 2011 noch ihre eigenen Meisterschaften hatte, ist das ein klarer Rausschmiss und keine Förderung.

Ein Ralf-Peters-Kommentar

Preußen

15. Dezember 2010

„Ich wollte, es wäre Nacht und die Preußen kämen“, soll der Herzog von Wellington vor der Schlacht bei Waterloo gesagt haben. Es wurde Nacht und auch die Preußen kamen und Napoleon erlebte sein ‚Waterloo’.

An diesen Spruch fühlt man sich erinnert, wenn man die News – Ankündigung des Deutschen Leichtathletik Verbandes vom 07. Dezember 2010 „Deutsche Meisterschaften vor Neuausrichtung“ liest. Bei dieser Neuausrichtung sind auch die Senioren ein Teil eines neuen Wettkampfkonzeptes (u.a. Streichung der DAMM und Zusammenlegung der Deutschen Meisterschaft von Senioren I und Senioren II).

Doch derzeit gibt es nur eine nächtliche DLV-Dunkelheit – und sind die helfenden Preußen noch zu erwarten? Die Leichtathletik-Senioren stehen derweil auf dem Schlachtfeld und  harren  bislang paralysiert der Dinge. Ja, sie können Opfer werden einer Überlegung, in die sie gar nicht mit einbezogen wurden. Denn sie, die Senioren, vertreten durch ihre Seniorenwarte in den DLV-Landesverbänden, sind bislang gar nicht befragt worden, als es um eine Neuausrichtung des Meisterschaftsprogramms ging.

Vizepräsident Professor Dr. Michael Böhnke*1) sah während seiner Amtszeit weise vorausschauend die Notwenigkeit einer Neuausrichtung (M.B. nannte es ‚Reform’), während sein gleichfalls promovierter Nachfolger Dr. Matthias Reick*2) noch jüngst keinen generellen Bedarf an einer Überarbeitung des Wettkampfprogramms bemerkte und sich dafür auf einen funktionierenden runden Tisch unter Einbeziehung der DLV-Seniorenwarte und der Installierung des BA Senioren in einem Interview berief. Doch wie soll etwas funktionieren, wenn der Informationsaustausch gar nicht stattfindet und die Basis damit gar nicht zu Worte kommt? Werden etwa die Leichtathletik-Senioren, da in eigenen Funktionsgremien nicht nur bisweilen uneins, gar fremdbestimmt werden?

Eigentlich war die Zeit reif, über Reformen und eine Neuausrichtung nachzudenken und einen Schritt in die Athleten orientierte Zukunft zu tun – ganz aus eigenem Antrieb, mit frischen Ideen und mit eigenen Programmen, ohne auf die Nacht, auf den Willen anderer oder auf die Preußen zu warten.

Ein Kommentar von Ralf Peters

Quellen:
*1) Senioren Leichtathletik, Ausgabe Januar-Februar 2009 (Kommentar S. 7)
*2) Senioren Leichtathletik, Ausgabe März 2010 (Interview S. 13/14)
Wappen: Preußen