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Einen

23. Oktober 2009

karin_und_reinhard 7hamm wa noch von den World Masters Games Sydney 2009! Genau genommen sogar zwei.
Zu erst einmal wollen wir uns bei Reinhard Michelchen für seine Berichte aus Sydney bedanken. Neben eigenen Wettkämpfen auch noch regelmäßig Blogbeiträge zu schreiben, ist schlicht und einfach anstrengend. Das gilt um so mehr, als man ja noch mit unbekannten Tücken wie z.B. einer US-Tastatur oder fehlenden bzw. besetzten PCs zu kämpfen hat. Eigentlich kann ein solches Vorhaben nur klappen, wenn man dabei großartig unterstützt wird: Also ein großes Dankeschön auch an Karin Michelchen, die Reinhards „Öffentlichkeitsarbeit“ in Sydney erst möglich gemacht hat.

Zweiter Punkt: Paul Mc Guire hat uns geschrieben:

Annette

Thanks for showing my video of the Masters Games Opening Ceremony on your blog. Although I cannot read German, it looks like a good coverage of the Games.

I have also made a video of the Closing Ceremony for you to view.

I hope you enjoy.

Regards

Paul McGuire

Danke, Paul, und bis Turin 2013.

Blick

18. Oktober 2009

Ein kleiner stimmungsvoller Blick zurück auf die World Masters Games Sydney 2009:

Und ein Blick nach vorn. Die nächsten World Masters Games finden 2013 in Turin (Italien) statt.
torino

Sydney 11

18. Oktober 2009

michelchens6.  und letzter Wettkampftag

G`day,

wie man hier oft zu hören bekommt. Hier sind wieder Karin und Reinhard. Es ist der 6. und letzte Wettkampftag und wir haben wieder die Ergebnislisten angesehen:

1. Bettina Schardt (W35) Werferfünfkampf
1. Gudrun  Mellmann (W 65)  Werferfünfkampf
1. Peter Speckens (M 70) Werferfünfkampf
2. Reinhard Michelchen (M55) 200m 24,40s
2. Peter Höll, Stefan Dietz, Reinhard Michelchen, Heiko Schmidt  4x100m

Heute am späten Vormittag hatten wir das 200m Finale. Bill Collins ist schwer zu besiegen. Er hält auch den WR de mit 23,36s über 200m in der M55. Aber ich habe es versucht und bin mit 24,40s (nur zwei Zehntel über dem deutschen Rekord) wieder auf dem Silberplatz vor Wolfgang Jeske aus Canada gelandet.

Am Nachmittag waren die 4 x 100m und die 4 x 400m Staffeln dran. Die 4x100m lief Peter Höll an, dann kam Stefan Dietz, ich wie immer die letzte Kurve und die Zielgerade blieb für Heiko Schmidt. Von 11 Staffeln waren nur die gut gebauten schwarzen Jungs aus USA vor uns (Foto) im Ziel . In der 4x400m am lief wieder Peter Höll an, dann habe ich versucht, uns in eine gute Position zu bringen und habe fünf Laufer überholt, dann gab Jago Liss alles – unser Ersatzmann, nachdem sich Alexander David beim Weitsprung verletzt hatte – und die letzte Runde blieb für Heiko Schmidt. Ein achtbarer 4. Platz von 9 Staffeln war der Lohn.

4x100 heiko schmidt_rmichelchen_stefan dietz_peter_hoell

Die Zusammenstellung der Staffeln ging hier etwas unkonventioneller vor sich. Das wäre auch etwas Neues für die Deutschen Meisterschaften. Es können nämlich Starter aus unterschiedlichen Altersklassen eine Staffel bilden. Sie müssen dann in der Summe des Alters nur unter 160 Jahre, 160-199 Jahre, 200-239 Jahre und 240+ Jahre alt sein. Da wäre es viel leichter für kleinere Vereine ein Team ohne Startgemeinschaften aufzustellen.

Abends fand die große Abschlussfeier in Sydney Zentrum am Darling Harbour statt. Das war genial, da unser Hotel nur 200m entfernt ist :-D. Ein großes Feuerwerk bildete den krönenden Abschluss der Spiele.

Mein Resümee:
– Die Reise hat sich gelohnt
– Sydney ist der Hammer
– Die Organisation war etwas verbesserungsbedürftig
– viele nette Leute kennengelernt
– 4 x Silber, 2 Württembergische Rekorde

Und jetzt nach 10 Läufen: Ab in den verdienten Urlaub !!!!
Wer mehr im Detail über die Games, Ergebnisse usw. nachlesen möchte,  kann hier etwas finden.

(Fotos: © R. Michelchen)

Sydney 10

17. Oktober 2009

420725_R_K_by_Ulla-Trampert_pixelio.deHeute kam eine E-Mail von Angelika Holder (zzt. Sydney und immer noch ohne Foto!). Sie bittet -nur damit die Leserschaft informiert ist- zunächst: „Bitte keine E-Mails auf diesen account, da ich den aus Zeitgründen nicht benutze. Leider kann ich an meinen accor-account aufgrund von Wartungsarbeiten nicht rankommen“ und schickt dann einen langen Bericht, der mit einem einen Nachtrag zum „Strassengehen in Parramatta und Hans Siegele“ (Sie erinnern sich sicher hieran) beginnt:

Mittlerweile sind in der Altersklasse M 60-64 von Hans Siegele alle (!) Geher disqualifiziert worden. Die Ursache bleibt rätselhaft: Aber womöglich erlitten nicht wenige Gehrichter und das Auswertungspersonal gleich mehrere Sonnenstiche. Zur Altersklasse W 60 und Ursula Herrendörfer noch diese Information: Die abkürzende Slowakin hat den Weg auf die Ergebnisliste nicht geschafft, nicht mal mit der Anmerkung „dsq“

Aktuell von heute
im 5.000m Bahngehen:

Österreichs Hans Siegele ist bis 1 Runde vor Schluss einmal verwarnt und unangefochten Dritter. Irgendetwas scheinen die Aussies jedoch gegen ihn und die Oesis zu haben, denn „nachträglich“ bekommt er in der letzten Runde noch 2 rote Karten gezeigt und wird erneut disqualifiziert. Fachfrau Ursula Herrendörfer kommentiert dies sofort mit „absolute Fehlentscheidung“. Übrigens sind nur australische Gehrichter vor Ort, da die Aussies angeblich kein Geld hatten, um internationale Gehrichter anzuheuern. So macht Sport sicher nicht Freu(n)de…

3./4. Wettkampftag
Wir sind Prinz!!!

Seit heute dreht sich in den Medien alles etwas weniger um die ca. 28.242 gemeldeten Teilnehmer; denn „His Highness Prince Frederik of Denmark“ ist angekommen und nimmt an den Segelwettbewerben in Sydney Harbour teil. Wir freuen uns natürlich für die Aussies, dass sie durch seine nahe Hobart geborene Ehefrau, Prinzessin Mary, geborene Donaldson, längst zu gefühlten Halb-Dänen wurden und entsprechend enthusiastisch eingestellt sind. Seiner Hoheit wünschen wir viel Erfolg, bedauern aber sehr, dass er beim medienwirksamen Probesegeln, leider, leider fast untergegangen wäre. Das Boot konnte letztlich von den unzähligen Helfern wieder aufgerichtet und Prinz Hendrik, zwar pitschenass doch unversehrt aus dem Wasser gezogen werden. Also werden „wir“ in den Medien weiter von Frederik und entsprechend weniger von uns hören (-:

5./6. Wettkampftag
……und ewig nervt das Internet

Ulrike Gille hat heute Qualifikation, sie will in der W45 am Diskuswurf teilnehmen. Viele andere auch, also ist schon vorab klar, dass es 2 Quali-Gruppen gibt. Die erste soll bzw. darf schon um 8 Uhr morgens, die zweite um 9.20 Uhr ran. Nur wer ist denn wo eingeteilt? Keine Frage: Die Einschreiblisten geben darüber Auskunft, sollte man/frau meinen. Oh, we are so sorry, we don’t have the lists yet! Es ist ja auch noch’n bisschen früh am späten Nachmittag des Vortages. Aber die klare Information: Sie finden die Gruppeneinteilung im Internet! Sowieso werden hier alle Ergebnisse, Listen und sonstige Informationen immer schnell online aktualisiert.

Also flugs einen PC im TIC-Informationszentrum bemüht. Aber gegen 16.30Uhr sind keine Internet-Listen auffindbar. Zurück zur Einschreibung…..Oh, die ‚endgültige‘ Gruppeneinteilung ist erst ab 18.30Uhr verfügbar (gleichzeitig mit der Schließung des TIC). Gedruckte Listen gebe es nicht, wir sollen bitte im Internet schauen, da wird alles gepublisht. Also Internet-Cafe aufgesucht und eine Internetkarte fürs Surfen gekauft – aber die Diskusgruppen W45 bleiben im Internet-Nirwana verschwunden.

Nächster Morgen, 5 Uhr aufstehen und rein zum Olympiapark-Gelände. Callroom-Zeit für die erste Gruppe = 7.10Uhr. Die Liste müsste also gegen 6.30Uhr aushängen. Aber Fehlanzeige, daher, sorry, gegen 6.40Uhr ans Fenster geklopft – es ist schon jemand im Orga-Büro- und auf den Wettbewerb sowie die fehlenden Listen aufmerksam gemacht. Na also, kurz vor sieben wird die TN-Liste der 1. Gruppe ausgehängt – und Ulli (Gille) hat Glück; sie ist nicht zu früh aufgestanden; denn sie darf um 8Uhr ran. Pech hat ’ne Australierin, die ebenfalls auf Verdacht, eine PKW-Anreise von 2 1/2 Stunden in Kauf nehmen musste. Wäre sie doch nur länger daheim geblieben, denn sie ist erst um 9.20Uhr in der zweiten Gruppe dran. Aber ausschlafen kann sie morgen und bis dahin ist ihr Ärger über diese Abwicklung des Wettkampfes dann sicher etwas verpufft.

Als sich die 1. Quali-Gruppe nach getaner Arbeit dann von der Anlage verabschiedet, weiß nur die Holländerin Ingrid van Dyck, dass sie im Finale ist. Die Quali-Leistung hier ist nämlich reichlich hoch angesetzt, so dass sie nur von Ingrid erreicht wurde: Wir dachten bisher immer, hier dürfen und sollen auch ‚echte‘ Hobbysportler teilnehmen, ob die aber in der W45 den Diskus 36m werfen können? Jedenfalls, Ulli, schon wieder im Hotel und Schlaf nachgeholt, wird von ihrer im Stadion verbliebenen ‚Hilfstruppe‘ darüber informiert, dass das Finale ruft. Am Nachmittag legt sie dann „einen drauf“ und wird gute Dritte.

Gestriger Wettkampftag:
……5.000m Verfolgungsrennen.

Marie Zollmann (W65) und Elfriede Willerts (W70) sind heute im Nebenstadion bei den 5.000m zugange. Das medalsWetter ist prächtig, nur der sehr starke Wind wird hinderlich sein und auch der Startordner bemüht sich ebenfalls nach Kräften dies zu tun.

Es starten drei Alterklassen zusammen, was bekanntlich sinnvoll ist, wenn die einzelnen Felder nicht so groß sind. Außerdem hat man dann meist jüngere Konkurrenz und erzielt evtl. eine bessere Zeit. Ob da aber Regeln vom Verfolgungsrennen der Radfahrerregeln angewendet werden sollten? Das kann man ja mal probieren, dachte sich der Startordner, und machte „seinen“ Läuferinnen klar, dass sich nur die eine Hälfte an der ‚richtigen‘ Startlinie aufstellen, der Rest aber bitte 200m weiter gehen und von dort aus starten soll – irgendwie ulkig, jedenfalls könnten die Läuferinnen dann auf der Geraden sehen, ob die Gegengruppe schneller oder langsamer ist. Die Radler jedenfalls machen’s so (-: Obwohl man den Kampfrichtern bitte nicht widersprechen soll, wie einige australische Läuferinnen meinen, bringt Elfriede Willerts dem Verantwortlichen doch noch rechtzeitig und bestimmt bei, dass alle an der gleichen Linie starten. Schade, vielleicht hätte mir der 5.000m Verfolgungslauf ja doch ganz gut gefallen…

Morgen
gehen die Games zu Ende. Ob ich dann über Abreiseplanungen und anderen Dingen noch Zeit fürs Internet haben werde – wer weiß?

Bei den Werfermehrkämpfen sollte es am Sonntag nun wirklich keine Probleme mehr geben. Aber laut Aushang sollen morgen die Halbmarathonis in vier oder fünf verschiedenen ‚Wellen‘ mit jeweils 2min Abstand auf die Strecke geschickt werden – unterteilt nach Altersklassen; die jüngsten starten zuerst. Ich hab’ da so meine Zweifel, ob sich wirklich alle Läufer in dieses Schema pressen lassen bzw. nicht doch weiter nach vorne drängen. Vermutlich werden auch Athleten wieder vor den Offiziellen an der Strecke und diese, wie beim 10km-Lauf nicht vorbereitet sein. Lassen wir uns überraschen!

Zum Schluss werden noch die 4x100m + 4x400m Staffeln ausgetragen – unterteilt in vier Altersklassen und zwar <160 Jahre, 160 – 199 Jahre, 200 – 239 Jahre und 240+ Jahre. Das zusammengerechnete Lebensalter aller vier startenden Athleten (Stichtag 11.10.09) ergibt die entsprechende Altersklasse.

Bei den Frauen treten die „German Girlies“ an, die es durch gute Planung in die drittälteste Altersklasse schaffen. Mal schauen, wie sich die (W35 – W45 -W50 und W65 =) 213 Jahre schlagen werden. Den Namen jedenfalls, da bin ich mir sicher, haben wir nach dem Geschmack der Aussies ausgewählt 😉Team Volleyball_Neuseeland

Als Ersatzläuferinnen wurden unsere Werferinnen Gudrun Mellmann(W65) und Ingrid Junge (W70) angeheuert – bis morgen wissen die beiden dann auch, dass sie dann da sein müssen. Hoffentlich haben sich auch unsere Männer einen ‚ordentlichen‘ Namen zugelegt…

CU at any time back in Germany
Eure Angelika Holder
(ab sofort mit Ungarn- u. Kamloops-Vorbereitungen beschäftigt)

(Fotos von unten: © R. Michelchen: Reinhard M.s Fans vom  Team New Zealand-Volleyball; Ken Stone; Ulla Trampert bei pixelio )

Sydney 9

17. Oktober 2009

karin_reinhard6Samstag 17. Oktober – 5. Wettkampftag

G`day,
wie man hier oft zu hören bekommt. Hier sind wieder Karin und Reinhard. Es ist der 5. Wettkampftag und wir können drei Treppchenplätze vom Freitag melden:

1. Peter Speckens (M70) Kugel                 12,52m
2. Reinhard Michelchen (M55) 400m   54,98s
3. Anke Zimmermann (W35) Weit          4,92m

Heute Vormittag um 9:00 (so früh kann eigentlich noch gar nicht laufen) standen die 200m Semifinalläufe auf dem Programm (bei 15 grd Kälte). Das Finale ist gemeinsam mit 3 Sprintern aus USA, 3 Canada und 3 aus Down Under erreicht; es gibt hier 9 Rundbahnen und 12 für die 100m!

Hier noch etwas für unsere Profis in Deutschland:

Bis jetzt habe ich, obwohl wir Oktober haben und die Wettkampfsaison eigentlich vorbei ist, bei meinem wichtigsten Wettkampfskulptur des Jahres meine besten Leistungen gebracht. Das klappt auch in unserer Masters-Trainingsgruppe in Sindelfingen hervorragend, und wir haben das auch immer in den vergangenen Jahren geschafft. Was nutzt es unseren „Profisprintern“ eine tolle „Quali“ irgendwann zu laufen und, wenn es darauf ankommt, kommt kaum etwas rüber (siehe Berlin)? Diese Leute werden doch von allen Seiten unterstützt. Vielleicht sollten wir mal einen Erfahrungsaustausch bei einem DLV-Verbandstreffen anregen, so wie wir das hier zwischen den Läufen oder auch mal abends mit den schnellen Jungs aus USA, Canada oder GB machen. Sprint findet auch im Kopf statt!!  Als wir bei der DM in Ulm vom DLV zu einem kleinen Empfang eingeladen wurden, sagten schon die Offiziellen, dass sich die Jüngeren von uns eine Scheibe abschneiden koennen.

Deutschland hatte früher viele Weltklassesprinter, und ich werde oft gefragt, ob ich, wie einige hier, an Olympischen Spielen teilgenommen habe.

Morgen am Sonntag ist der letzte Wettkampftag. Vormittag haben wir die 200m Finals und am Nachmittag die 4 x 100m und die 4 x 400m Staffeln auf dem Terminplan. Abends wird dann die große Abschlussfeier stattfinden.

Das Wetter ist  gerade mittelpraechtig, aber trocken.

Wer mehr im Detail über die Games, Ergebnisse usw. nachlesen möchte,  kann hier etwas finden

(Fotos: © R. Michelchen)

Sydney 8

16. Oktober 2009

karin_reinhard5G`day,

wie man hier oft zu hören bekommt. Hier sind wieder Karin und Reinhard.

Auf dem Weg ins Stadion kommen wir jeden Tag am Schild „Olympic Park Sprintplattform“ vorbei (ist aber nur ein S-Bahnhof). So gehe ich jedesmal hochmotiviert ins Olympiagelaende und freue mich auf die sehr schnelle Mondo-Bahn. Die ist knallhart, aber schnell. Hofffentlich machen das meine zarten Beine noch ein wenig mit. Mich wollten die Kampfrichter schon zu den Langstrecklern schicken. Ich muss etwas mehr Krafttraining machen. Werde immer ganz blass, wenn ich die schnellen, schwarzen Sprinter aus USA oder Canada sehe. Die könnte man sofort in den Kugelstoßring stellen und würden wahrschienlich auch mit vorn dabei sein.

Wir koennen noch einige handverlesene Ergebnisse nachreichen:

1. Silke Stolt (W 40)  Diskus                       40,08m
1. Bettina Schardt (W35)  Hammer            42,01m
1. Peter Speckens (M70) Diskus                        42,90m
3. Anke Zimmermann (W35) 5 Kampf            2175Punkte

Heute Vormittag stand um 10:00 Uhr der  400m Endlauf an. Leider lief genau der Titelverteidiger der World Masters Games von Edmonton 2005, Bill Collins (USA), eine Bahn hinter mir. Also konnte er mich genau kontrollieren, aber das wollte ich ihm so schwer wie möglich machen. Erst nach 300m habe ich ihn langsam neben mir gespürt. 50m vor dem Ziel konnte er sich leicht absetzen, und ich kam selbst nur 5/10s nach Bill ins Ziel. Die Silbermedaille wurde noch durch einen neuen Württembergischen Rekord in 54,98s etwas aufgewertet (habe erst jetzt gesehen, das meine 11,87s über 100m ebenfalls einen neuen Rekord in unserem DLV-Landesverband bedeuten).

die 400m silberne2 Stunden später fanden die 200m Vorläufe statt. Das war dann eher kein Sprint sondern mehr „Trimm Dich Pfad“. Ich kam als 6. auf die Gerade aber im Ziel war ich dann Zweiter. Ausreichend für das Semi morgen Früh um 9:00!! Aber Bahnfahren ist bestimmt auch morgens ganz lustig. Man trifft viele nette Leute. Es sind ja schließlich 28.000 Sportler in Sydney.

Verdammter PC , wieder kaum noch Buchstaben auf der Tastatur. Ich sitze gerade im Central Harbour Distrikt an einer Ecke in einem komischen 24h shop. Morgen ist der vorletzte Wettkampftag. Vormittags haben wir die 200m Semifinals.

Das Wetter soll sich nächste Woche in Richtung 30 Grad bewegen. Hilft uns jetzt nicht sehr. Wer mehr im Detail über die Games, Ergebnisse usw. nachlesen möchte,  kann hier etwas finden.

(Fotos: © R. Michelchen)

Sydney 7

16. Oktober 2009

operJa, wo laufen sie denn?

Heute geht es früh raus in den Park nach Parramatta. Hier befindet sich übrigens das größte Einkaufszentrum Sydneys. Die Erläuterung im LA-Handbuch für die Läufer , wie dort die Geh-/Laufstrecke zu finden ist, ist knapp gehalten. Anscheinend zu knapp für mich…. Ich irre am Eingang dieses überraschend großen Parks immer unruhiger umher. Klasse, nicht der kleinste Hinweis, wohin ich gehen muss, will man zur Strecke…
Endlich, eine „Offizielle“ kommt auf mich zu, die werde ich fragen, doch dazu kommt’s nicht; denn die Dame ersucht mich um Auskunft, wo es denn hier zur Geherstrecke gehe, sie sei dort eingeteilt. Mir bleibt die Spucke weg
Schnell zieht meine „Begleiterin“ ihr Handy aus der Tasche und kontaktiert die Administration, um zu ihrem Einsatzort zu gelangen….Wir würden abgeholt , bedeutet sie mir. Toll, finde ich, auch wenn mir ihre telefonisch abgegebene Erklärung über unseren Standort nicht logisch erscheint….sicherlich gibt es in diesem schönen Parkgelände nicht nur eine Brücke (-:

Gerade findet sich noch’n Volunteer ein – mit Laptop, da er zum Mediateam gehört und Interviews mit Aktiven machen soll. Seine Begrüßung: Hey ladies, do you know where the race course is? For heavens sake, ich bin wirklich nicht der einzige Depp, der die Geher verpasst, nur weil er die Strecke nicht findet. Nach einem weiteren Telefongespräch, ist unser Standort lokalisiert und kurze Zeit später kommt ein Master-PKW angerauscht und bringt uns in den Zielbereich. So sehe ich wenigstens die letzten Geher das Ziel erreichen.
Die Athleten meiner Reisegruppe freuen sich über ihre Platzierungen und beglückwünschen sich gegenseitig, auch unseren Österreicher Hans Siegele, früherer Olympiateilnehmer und seit langem erfolgreicher Mastersathlet. Die ersten Siegerehrungen finden schon bald nach dem Einlauf statt und werden, korrekt gekleidet im dunklen Anzug (wie hält der Mann das in der Sonne bloß aus?), vom OB der Stadt Parramatta vorgenommen.

Fahre zurück ins Stadion, die öffentlichen Verkehrsmittel sind einfach spitze, um etwas Stadionluft zu schnuppern. Heute geht es hier nun recht organisiert und ohne größere Probleme zu. Am Nachmittag findet noch der Crosslauf in Parramatta statt, daher wieder zurück, nun weiß ich ja, wo ich hin muss.

„Meine“ Athleten dort empfangen mich mit Sarkasmus. Hans Siegele wurde nicht wie vermutet Zweiter, sondern ohne Verwarnung auf der Strecke oder ’ne Eintragung an der Tafel im Zielbereich disqualifiziert. Er ist sehr deprimiert, denn trotz Protest (= 50 AUD hingeblättert) wird nichts geändert. Hinter verschlossenen Türen werden die von ihm verlangten 3 Roten herausgekramt – vielleicht auch erst erstellt. Er bleibt disqualifiziert… und bekommt, „sorry, we can’t help your“ sein Geld wieder zurueck – nanu, wieso das denn?

Im Gehen der Frauen geht es noch wilder zu. Ursula Herrendörfer, unangefochten Zweite in ihrer Altersklasse, stellt kurz vor der Siegerehrung fest, dass sie nur noch Dritte und eine Slowakin vor ihr sein soll – unmöglich, die hatte sie doch

fahnen-harbourside

mit der eigentlich drittplatzierten Australierin überholt. Ebenfalls Protest, ohne 50 AUD, jedoch auch ohne dass die Aussies Ursula anhören wollen. Schnell, die nun Viertplatzierte Australierin gesucht und noch mal zu den Offiziellen. Nun hört man zu und bemüht endlich den PC….tatsächlich die Slowakin, mittlerweile kreischend und dem Kollaps nahe (jedenfalls vor den Kampfrichtern) ist überhaupt nicht die ganze Strecke gegangen, sie hat einfach ne Runde ausgeruht und ist kurz vor dem Ziel wieder eingestiegen, unbemerkt und -kontrolliert von irgendwelchen Kampfrichtern! Da bleibt noch mal echt die Spucke weg.

—-Ende, muss mal kurz oder auch länger zum Diskuswerfen.

Viele Grüße aus dem heute sehr sonnigen, jedoch sehr windigen Sydney von

Angelika

Nachtrag: Den ganzen Text gibt es inzwischen auch in englisch.

(Heute schrieb Angelika Holder, aktive Werferin und Reiseleiterin von Holder Tours; Foto © R. Michelchen)

Sydney 6

15. Oktober 2009

karin_reinhard4G`day,

hier sind wieder Karin und Reinhard.

Es ist der 3. Wettkampftag, wir haben uns wieder die Ergebnislisten angesehen und  können von Montag und Dienstag noch erfreuliche Resultate melden:

1.    Susanne Strom (W45) Speer             39,64m
1.    Peter Speckens (M70)  Gewichtswurf              17,18m
2.    Jürgen Dannenberg, (M 60)            48,65m
3.    Alexander David (M35) Weitsprung   5,79m

Die vollständigen Ergebnisse findet Ihr wie immer auf dem Link unten.

Heute standen die 400m Vorrunden auf dem Programm. Mein Ziel „Endlauf“ ist erreicht. Bin aber ganz schön fertig. Auf das Ergebnis brauchte ich zum Glück nicht zu warten, da ich meinen Lauf gewonnen habe.

Danach hat es sogar noch zu einem Foto (re.) mit Bill Collins und Rick Riddle, beide vom Houston Elite Team USA, gereicht. Bill hat ein interessantes Trainingsbuch für Masters geschrieben „ The Ageless Athletic Spirit“. Habe ich natürlich gekauft. Nur so kann ich eventuell Bill mit seinen eigenen Waffen schlagen.billcollins_rickriddle_USA

Leider habe ich nicht die Zeit, mir das ganze Olympiagelände anzusehen. Es ist kein Olympisches Dorf, es ist eine Stadt mit riesigen Stadien und Hallen fuer verschiedene Sportarten.Die bekanntesten sind das Aquatic Centre, in dem ich gerade den Text schreibe und ständig Schwimmer am Fenster vorbeikraulen, und das ANZ Stadion, in dem schon 115.000 Zuschauer bei der 2000er Olympiade Platz gefunden haben. Breite Boulevards ziehen sich durch das Areal, eingerahmt von schönen Parks und Wasserspielen. Hotels und Gaststaetten sind im Zentrum angesiedelt, so dass es möglichst „kurze“ Wege gibt. Aber wir haben hier zum Glück auch noch einen internen Shuttleservice.

Morgen Vormittag haben wir die 400m Finals auf dem Terminplan. Danach gibt es  gleich die 200m Vorläufe. Ist ganz schön stressig, aber ab nächste Woche gibt es Urlaub im Wohnmobil.

Das Wetter war gestern wie im April bei uns, aber heute sind  hier ca. 22° und trocken. Wer mehr im Detail über die Games, Ergebnisse usw. nachlesen möchte,  kann hier etwas finden.

(Fotos © R. Michelchen)

Sydney 5

14. Oktober 2009

earlfeeAm Mittwoch war bei den World Masters Games in Sydney Ruhetag. Trotzdem gibt es Berichtenswertes: Der Australier Geoff Bramley hat auf seiner Internetseite inzwischen 40 Videofilme zum Herunterladen bereit gestellt, die er bei den World Masters Games von den Rängen des Stadions gedreht hat. Darunter eine ganze Reihe von 100m und 800m-Läufen und etwas mehr.
Bei der Gelegenheit:
In Sydney hat am Dienstag Earl Fee, Masters of the Year 2005 aus Kanada, seinen eigenen, erst vor zwei Monaten in Lahti aufgestellten M80-Weltrekord über 800m (2:49:92 min) auf 2:49:30min verbessert.

(Foto: Earl Fee, © Ken Stone)

Sydney 4

13. Oktober 2009

Die Basler Zeitung berichtet zu dem -englischsprachigen- Video:

An den World Masters Games in Australien sorgte ein 100-Jährige für Aufsehen: Sie stellte im Kugelstossen einen Weltrekord auf und holte Gold. Und sie hat ein spezielles Erfolgsrezept.
Ruth Frith ist eine der treusten Teilnehmerinnen der World Masters Games, die derzeit in Sydney zum siebten Mal ausgetragen werden. Es ist eine olympiaähnliche Sportveranstaltung, an der man mindestens 25 Jahre alt sein muss. Die 100-Jährige aus Brisbane ist eine der rund 28’000 Athletinnen und Athleten und sorgte für Aufsehen. Sie stiess im Olympiapark die Kugel auf 4,07 m, verbesserte damit den Weltrekord und holte natürlich die Goldmedaille.
Doch Letzteres war eigentlich schon vorher klar. «So lange ich keinen Fehlstoss habe, werde ich gewinnen», erklärt sie. Frith war nämlich die einzige Teilnehmerin in der Kategorie der 100- bis 104-Jährigen. Und ihr Erfolgsrezept? Fünfmal in der Woche trainiert sie, auch Hammerwerfen, Weitsprung oder Speerwurf. Im Bankdrücken schafft sie noch immer 35 kg. Sie raucht nicht und trinkt nicht. Und: «Esst kein Gemüse, weil auch ich nie Gemüse gegessen habe», verriet sie dem Reporter der englischen Zeitung «Telegraph».
In vier Jahren finden die World Masters Games in Turin statt.