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Erika Sauer

7. Oktober 2011

Eine schöne Nachricht zum Wochenende. Wieder einmal hat es ein deutsche Senior, pardon: eine deutsche Seniorin geschafft, eine Wahl zur „EBV“ (European Best Veteran) zu gewinnen: Mehrkämpferin Erika Sauer, W 70, SpVgg. Warmbronn.

Im Vorjahr bereits deutsche „Seniorensportlerin des Jahres“ nach Wahl durch die Leser des Magazins „Senioren Leichtathletik“, steigt Erika Sauer nun eine Stufe höher und wird auf europäischer Ebene als Leichtathletikseniorin des Jahres 2011 ausgezeichnet.

Mit Wolfgang Reuter (TSV Klausdorf) fing 2005 alles an, dann folgten 2006 Melitta Czerwenka-Nagel (LAG Saarbücken), 2008 Wolfgang Ritte (Weseler TV) und 2009 Guido Müller (TSV Vaterstetten).

Mit diesen Best-of-Ehrungen, vom Weltverband WMA, vom europäischen Partner EVAA und durch das Magazin „Senioren Leichtathletik“, wird die große Bedeutung des Seniorensports in der Leichtathletik national wie international herausgestellt.

Herzlichen Glückwunsch an Erika Sauer, die in Gent wie auch in Sacramento erfolgreich wie keine andere war und als I-Tüpfelchen in den Staaten gar noch einen Weltrekord im Siebenkampf aufstellte. Deutschland hat mit Erika Sauer eine weitere Botschafterin für die Seniorenleichtathletik.

Bei den Männern gewann Dreispringer Stig Bäcklund. Der Finne ist seit Jahren in seiner Disziplin der Weltbeste (und Rekordhalter) und konnte in Gent wie in Sacramento jeweils mit großem Abstand gewinnen. Die Ehrung der European Best Veterans erfolgt Ende Januar 2012.

Nota bene:
Das Council des Leichtathletik-Weltverbandes der Senioren (WMA) hat übrigens entschieden: Auch 2011 kommen die weltbesten Senioren aus Ozeanien. Im Vorjahr waren es zwei Australier, dieses Mal fiel die Wahl auf Lyn Ventris (W 50, Australien) und auf Ron Robertson (M 70, Neuseeland).
Beide werden zur IAF-Gala am 12. November nach Monaco eingeladen und dort geehrt.

Kurfürsten

22. Juli 2011

Noch mit dem Jetlag aus Sacramento in den Knochen finde ich wichtige Informationen in meinem E-Mailschließfach. Es  steht das nächste Highlight an oder der nächste Tiefpunkt.  Heute tagt der DLV-Verbandsrat in Kassel. Wie es so schön heißt „am Rande der deutschen Meisterschaften“.

Das Gremium hat dabei Aufgabe und  Gelegenheit, seine seltsame,  sportfeindliche Entscheidung vom Frühjahr zu korrigieren, mit der es die Altersklassen M/W 30 und 35 abschaffte und in der Realität so die 30-39jährigen Leichtathleten vom Wettkampfsport ausschloss. Mit diesem besonders undurchdachten Beitrag zum demografischen Wandel hatte der DLV-Verbandsrat seinerzeit nicht nur Kopfschütteln, sondern auch eine bis dahin nicht gekannte Unterschriftenaktion ins Leben gerufen: Die „internetten Sechs“ (lampis.netpromasters-lamasters-sportresults-model2010geherpokal und SeLA-Netz) kämpften schon  kurz nach Bekanntwerden der beschlossenen Abschaffung der Altersklassen („AK“) 30 und 35 beharrlich für die Beibehaltung der so wichtigen Altersgruppen der 30 bis 39-jährigen und starteten eine in der Geschichte des DLV einmalige Unterschriften-Aktion. Zusammen mit dem Fachmagazin ‚Senioren Leichtathletik‚, das von seiner aktuellen Ausgabe in diesen Tagen allen Landesverbandspräsidenten ein Freiexemplar zukommen ließ, wurde damit der Protest von rund 1500 aktiven Leichtathleten gegen das Hinausdrängen der U40-Generation aus der aktiven Leichtathletik dokumentiert. Dieser Protest richtet sich offen gegen ein Vorgehen, das sinnfrei der erfolgreichen deutschen  Mastersleichtathletik den „Nachwuchs“ wegnehmen will und wird – so es kommt.

Freunde! Der Spaß, der Ehrgeiz und die Freude, den die Mastersleichtathleten am aktiven Wettkampfsport haben, stören offenbar die Funktionäre um Schoeppe,  Girschikofsky & Co. Sie dulden allenfalls AOK-Hausfrauentrab und Trimm-dich-Aktionen. Das aber ist ebenso anmaßend wie dumm.

Was heute geschieht, ist dabei auch bemerkenswert undemokratisch. Denn da hat Bayernpräsident Schöppe in persona gleich 30 Stimmen, wenn er den Arm hebt. Sein westfälischer Kollege genauso viel und die Niedersächsin Rita Girschikofsky 14. Insgesamt 103 Contra-Stimmen reichen folgich  für das Ende der traditionellen Mastersleichtathletik (guckst Du hier den Beitrag von Blasius Hippel). Die Stimmen entfallen also nicht etwa auf die Landesverbände und eine mehrköpfige Delegation, die unterschiedlich votieren könnte. Allein der jeweilige Präsident eines Landesverbandes stimmt ab. Schöppe hält also sozusagen 30 Hände hoch.  Das ist abenteuerlich. Denn selbst wenn das höchste Gremium eines Landesverbandes beschlösse, die Altersklassen beizubehalten, könnte der Präsident mit allen Stimmen seines DLV-Landesverbandes gegenteilig abstimmen. Gleichzeitig hat der DLV-Präsident nur eine einzige, seine eigene  Stimme. Da stimmten ja die Kurfürsten und Kurbischöfe des Mittelalters demokratischer ab, weil jeder von ihnen bei der Wahl nur  eine Stimme hatte. Diese Strukturen und die  Neuordnung  der unübersichtlichen Schar von Landesverbänden sind der wirkliche Reformbedarf im zurzeit allenfalls noch drittligareifen DLV!

Bekannt geworden ist (erst) jetzt auch der aktuelle Antrag des Bundesfachausschusses (BFA) ‚Senioren‘  an den DLV-Verbandsrat. Dieser schlanke, bescheidene Antrag (lesen!) wird heute nicht angenommen werden.  Er wird wohl so entschieden werden, dass man sich auf die sogenannte  internationale Lösung verständigt. Abgeschafft bleibt die Altersklasse M/W 30. Die Submasters, aus der  sich die Leichtathletikseniorinnen und -senioren in der Vergangenheit rekrutiert haben, sind dann Geschichte. Bei mir war es die DM 1991 in Hagen (Westfalen), als ich über 800m Vierte wurde und meine beiden Ältesten tödlich beleidigt waren, dass „Mama keine Medaille“ bekam. Für mich war der Wettkampf ein tolles Gefühl, nach -zig Jahren und fünf Kindern „wieder da“ zu sein! Ich glaube nicht, dass ich fünf Jahre in der allgemeinen Wettkampfklasse hinterher gelaufen oder erst mal eine mehrjährige Warteschleife eingelegt hätte.  Der in Aussicht stehende M/W-35er-Beschluss den z.B. Nordrhein, Westfalen und Hessen heute  favorisieren, ist also in Wahrheit nur ein fauler Kompromiss. Er kneift mit der Altersklasse M/W 30 nämlich das ab, was nicht abgekniffen werden darf.

War folglich aller Protest vergebens? Heute denke ich da an den mutigen, aufrüttelnden Rücktritt des Aktivensprechers Wolfgang Ritte, an die vielen SeLa-Leserbriefe, Kommentare, Interviews und an die besonders beeindruckende Stadionansprache von Thomas Ritte bei der DM Senioren I in Ahlen vor ein paar Wochen. Alle hatten eines zum Ziel: M/W 30 und M/W 35 müssen bleiben. Der Verbandsrat des DLV wird sich dummerweise anders entscheiden und damit ein funktionierendes gutes System zerschlagen, um das uns ganz Leichtathletik-Europa beneidet.

Oder geschieht ja doch noch ein Innehalten? Denn die Hälfte ist natürlich nicht genug. Die Leichtathletik braucht das Ganze, Ihr Funkti0näre! Aber wenn ihr statt dessen  nur die AK  M/W35, also 50% zulasst und Euch oberflächlich-gönnerhaft auf Internationales beruft, dann doch bitte mit allen Konsequenzen: International gilt bei der AK-Zugehörigkeit die Geburtstagsregelung statt der DLV-Jahrgangsregelung sind und alle Wettbewerbe in allen Altersklassen. Und die internationalen Maße und Gewichte. Rosinenpicken ist da nicht. Nioch ist Gelegenheit, einen Fehler zu korrigieren. Heute in Kassel, am Rande der Meisterschaften.

(Foto: Titelbild Seniorenleichtathletik August 2011; Grafik re.: Druck des Kurfürstenkollegiums bei der Wahl Heinrichs VII. )

Stefanie

9. Februar 2010

In einem informativ und spannend geschriebenen Artikel berichtet die Alsfelder  „Oberhessische Zeitung“ über das Alsfelder Stabhochsprung-Sportfest und den M55-Weltrekord von Wolfgang Ritte am vergangenen Sonntag. Illustriert wird der Bericht mit dem unten stehenden Foto, das die -jedenfalls nach dem Doppelpunkt irritierende- Bildunterschrift  trägt:

„Gewinnt bei den Frauen: Stefanie Dauber vom Wiesbadener LV. Fotos: wri“

Gewinnt bei den Frauen: Stefanie Dauber vom Wiesbadener LV. Fotos: wri

Familie

2. Dezember 2008

Athletics- one family. Leichtathletik- eine Familie. Es ist der Programmsatz der Offiziellen in WMA und EVAA und aller Masters-Leichtathleten. Aber bekommen eigentlich in einer Familie deren Senioren ihre Präsente in der Diele oder in der Küche, während die Jugend im Wohnzimmer ausgezeichnet wird?
Unwillkürlich musste ich an diesen Vergleich denken, als mir klar wurde, dass die beiden hoch verdient zu Masters Athlete of the Year 2008 gewählten Senioren-Spitzensportler Wolfgang Ritte (Wesel) und Christine Müller (Zürich) zwar bei der IAAF-Gala in Monaco ausgezeichnet wurden – aber am Rande, nicht auf der Bühne, nicht unter dem Beifall der vielen hundert, illustren Gäste. Es fand eine kleine, wenn auch feine Verleihung der Auszeichnungen statt – in einem Vorraum des großen Saales.
Mit Verlaub, ich empfinde das als ein wenig schäbig. Es wird weder der sportlichen Leistung der beiden Europäer gerecht, noch dem Selbstverständnis („one family“) und der Qualität der IAAF. Im nächsten Jahr muss sich dies ändern und der demnächst in Lahti neu zu wählende WMA-Präsident muss sich der Sache annehmen, gleichgültig ob er Amerikaner, Australier oder Europäer ist.  Und auch Cesar Moreno -Vorsitzender des IAAF-Masters-Kommitee ist gefordert, diesen Punkt mit dem IAAF-Präsident Lamine Diack zu erörtern und die Sache ins Reine zu bringen.

Kleid

29. November 2008

 

Gala-Kleid, Christine Müller - IAAF-Masters of the Year 2008, Monaco 23.11.2008

Gala-Kleid, Christine Müller - IAAF-Masters of the Year 2008, Monaco 23.11.2008

Also- selten haben wir uns so intensiv mit einem Kleid befasst. Ehrlich gesagt, noch nie. Aber auf vielfachen Wunsch interessierter Damen aus der Szene und dank Wolfgang Rittes Ehefrau Ute, die eine Kamera dabei hatte und zu bedienen wusste, können wir heute endlich mit einem Bild des Kleides dienen, das Christine Müller (Zürich) bei der IAAF-Gala am letzten Sonntag in Monaco trug. Die bescheidene Schweizerin erhielt wie Deutschlands Wolfgang Ritte die Auszeichnung  IAAF-Masters of the Year 2008. 

Das Bild vom Kleid links – ganz exklusiv für unsere Leser. 
Christine Müller schreibt dazu: “ Tatsächlich habe ich noch etwas Passendes gefunden, in dem ich mir nicht verkleidet vorkam. Auch die flachen Schuhe waren durchaus tragbar. Die Fotos sind von Wolfgang und Ute, welche ich übrigens als außerordentlich nette Leute kennen gelernt habe.“

Und sie ergänzt: “ Nun hat auch mich der Alltag wieder eingeholt. Doch jetzt am Wochenende werde ich sicher nochmals und nochmals das vor einer Woche in Monaco Erlebte in Gedanken durchgehen. Es war wirklich wie im Film, und Wolfgang und ich waren mitten drin. Die Kulisse von Monaco, die Anwesenheit so vieler großer Leichtathletik-Stars und des Fürsten machte den Ausflug zu einem einmaligen Erlebnis.“

Soso, „den Ausflug“. Ich glaube, über dieses Wort werde ich noch einmal nachdenken und vielleicht einen kleinen Blogbeitrag schreiben…

Würdig

16. April 2008

Jetzt ist es amtlich! Was kein Seniorensportler zu wagen gehofft hat, hat nunmehr der DLV amtlich bestätigt! Wolfgang Ritte ist Sport-Ass des Monats März 2008  und zwar nicht Sportsenior des Monats, was er sicherlich verdient hätte. Sondern Sport-Ass aller Klassen. Das war noch nie da. Bislang haben sich immer Aktive durchgesetzt, noch nie ein Seniorensportler. Und 45 % bei vier Kandidaten ist ein stolzes Ergebnis. Es zeigt, welchen Stellenwert zumindest die Schar der Athleten dem Seniorensport zwischenzeitlich einräumen.
Hoffentlich ist das ein Signal: Ein Signal an andere Seniorensportler, da
ss sich Leistung lohnt und ihre Leistung gewürdigt wird; Signal aber auch an alle, die Seniorensport bislang eher belächelt, zumindest nicht ernst (genug) genommen haben.
Horcht, horcht! Senioren stehen im Konzert der Großen ihre Frau, ihren Mann. Und das dank Wolfgang Ritte. Herzlichen Glückwunsch an das würdige Sport-Ass des Monats.
Bernd Hippel 

Erfahrungen

9. März 2008

DM-Erfahrungen von Jürgen Rudert: Anreise mit dem Auto ab 9:30 Uhr aus Burgdorf , Ankunft in Erfurt 13:40 Uhr,  in die Halle und Unterlagen holen, kurze Kontakte mit anderen mir bekannten Aktiven und Passiven. 14 Uhr fertig und dann warten auf den ersten „Einsatz“. Warten also bis 16:30 Uhr, dann aufwärmen und vorbereiten auf Stabhoch M 60/65. Das Einspringen sowohl ohne als auch mit Latte ist noch leicht und es passt diesmal auch besser als 2006. Endlich beginnt nach  8 Stunden der Wettkampf mit 2,00 m (!). Ich darf warten und warten  und warten – auch um 18:30 Uhr noch. 

Dann endlich um 19:07 Uhr spring ich zum ersten Mal. Der Anlauf passt, leicht drüber nur nur etwas unterlaufen. Ist das schon der Titel ? Nein, Heinrich Loddeke hält noch mit; 3,00m lasse ich aus. Heinz kämpft sich im 2. Versuch über 2,95 m, Nordrhein Bestleistung.  An 3,00 m scheitert er jedoch.

Um 19:23 Uhr bin ich allein im Wettkampf. 3,05 m sicher im Ersten. 3,15 m ebenfalls sehr sicher im Ersten. Als ich dann die DLV – Jahresbesthöhe von 3,25 m auflegen lasse, werde ich fast schlagartig müde. Warum? Zu wenig getrunken? Auch schmerzt plötzlich mein rechtes Kniegelenk. Trotzdem versuche ich diese 3,25 m zu knacken. Aber ich unterlaufe zwei mal etwa einen dreiviertel Fuß! Auch die 3,30 m, die mich nochmal motivieren sollen, gelingen nicht mehr. Um 19:42 Uhr ist der letzte Versuch.

Schade, ich bin nicht nur deutlich müder geworden, sondern auch die Halle ist fast leer. Stabhochsprung vor leeren Rängen. Zudem ist es jetzt empfindlich kühl. Mehr als 10 Stunden aktiv mit Anreise, Warten, Einspringen, Warten, Wettkampf sind schon ziemlich stressig. Ich frage mich, ob es Wolfgang Ritte ebenso geht ? Der beginnt ja auch erst, wenn alle anderen schon fertig sind . Nun, auf mich wartet noch eine stürmische Rückreise nach Burgdorf, wo ich zusammen mit Karl Ochs gegen Mitternacht ankomme

Uff. Nie wieder Anreise am Tage des Wettkampfes ! Auch nicht wenn der Wettkampf erst spät Nachmittags stattfindet: Da hab ich mal wieder etwas dazu gelernt mit nun 60 ! Jürgen, 08.03.08

Persönliche Anmerkung: Dieselbe „Anreise“-Erfahrung habe ich bei der DM I im vergangenen Sommer genauso machen dürfen…