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Europäisch

26. September 2011

Geht man nach dem Tageszähler auf der Homepage der EM-Organisatoren von Zittau, Bogatynia und Hradek 2012, so ist bald die 300 erreicht. 300 Tage bis zu den Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren im nächsten Jahr.
Als europäischer Athlet muss man aber immer noch Geduld haben. Nicht so sehr als deutscher Athlet, aber auf jeden Fall als Athlet, der der deutschen Sprache nicht so zugetan ist. Die Startseite in Deutsch, die Informationen zu Unterkünften in Deutsch und das Aktuelle ebenfalls in Deutsch. EVACS 2012 eine deutsche Meisterschaft mit internationaler Beteiligung?

Die Statuten des europäischen Seniorenleichtathletik-Verbandes EVAA weisen Englisch als „Amtssprache“ aus, natürlich nicht von jedem hundertprozentig beherrscht, zumindest aber im Groben erfasst. Englisch fehlt. Polnisch fehlt, Tschechisch fehlt. Es fehlt jede andere europäische Sprache. Man muss viel Geduld haben bei den Organisatoren, die sich wohl nach der Entlassung des LOC-Geschäftsführers Hermann Härtwig im Laufe des Frühsommers immer noch neu orientieren müssen und die Versäumnisse der Vergangenheit aufarbeiten.

Ob diese Geduld jedoch bei den nicht-deutschen Athleten noch lange anhält, ist die drängende Frage; denn gerade die (Leichtathletik-)Senioren planen langfristig, fast immer deutlich  jenseits der nur noch zur Verfügung stehenden 300 Tage. Also, Ihr EM-Organisatoren: Zeigt endlich, dass es mehr als internationale deutsche Meisterschaften sind, die da im Dreiländereck im Herzen Europas stattfinden. Präsentiert endlich eine vielsprachige Internetseite. Bitte!

Übrigens:  Heute, am 26. September ist der Europäische Tag der Sprachen. Jedes Jahr werden an diesem Tag in Europa die vielen Sprachen ins Rampenlicht gestellt, die auf unserem Erdteil erklingen. Seit 2001 bezeugt dieser Tag  unser reiches linguistisches Erbe und regt die Menschen an, neue Sprachen zu lernen.

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Streichen?

12. Oktober 2008

Die Organisatoren der nächsten Masters-WM im finnischen Lahti 2009 sind längst mit einer Internetseite im Netz. Auf ihr finden wir eine fulminante Begrüßung. Fünf Beiträge von Offiziellen mit fünf Überschriften, die es in sich haben, vereehrte,  veehrte, sportverbundene Sportenthusiasten. Hertzlich echt und ehrlich liest sich das so:

Hertzlich Willkommen zu Lahti
Meine sehr vereehrten Athleten und Sportenthusiasten
Meine sehr veehrten Master-Athleten
Liebe Sportfreunde!
Liebe echte und ehrliche, sportverbundene Meisterschafts-Gäste!

So weit, so sympathisch. Allerdings wäre es mir statt einer Jubelbegrüßung lieber, wenn nicht in Lahti und in weitem Umkreis wirklich alle verfügbaren Hotels und Unterkünfte vom lokalen Organisationskomitee geblockt wären, weil es sich über die Hotels und von diesen gezahlte Provisionen zu einem Großteil finanziert. Ganz im Vertrauen sag ich Ihnen mal, geneigter Leser, dass diese Finnen eigentlich ja was rüberwachsen lassen könnten, damit ich auf meiner kleinen Seite im Internet hemmungslos Reklame für die Masters-WM 2009 mache – oder? Gut, dass Sie meiner Meinung sind! ;-).

Aber weil es so einen Alles-inklusive-Trip nur für die (ganz ohne Ironie: in Lahti wirklich) dauerarbeitenden Funktionäre der WMA gibt, bescheide ich mich und suche. Ich zähle nun einmal zu der Spezies, der es Freude macht, im WWW zu stöbern und preiswerte Alternativen zu überteuerten Veranstalterhotels zu finden. Das, so scheint mir nach Stunden und Tagen im Internet, geht in Lahti überhaupt nicht, was vielleicht zunächst einmal erträglich wäre, wenn…ja wenn nicht die finnischen Übernachtungspreise so atemberaubend sind, wie sie sind. Man rechnet in Suomi mit 7000 Teilnehmern. Ich sage mal voraus, dass wegen der Preise bei 4.400 Schluss ist, auch wenn der Wert des Euro sinkt und es daher für die US-Boys und -Girls wieder denkbarer wird, nach Europa zu kommen, falls dies so bleibt.

Ich jedenfalls habe vier Kinder im Studium und frage mich inzwischen, ob ich diese WM nicht streichen soll. Ich hoffe einstweilen noch inständig auf den für November angekündigten Prospekt von Haase-Reisen,  nachdem uns die Top-Reiseprofis um Walter Holder wegen dessen jugendlichen Alters von 70 allein und verloren zurückgelassen haben und nichts mehr machen (übrigens von den Mastersgames in Sydney 2009 abgesehen).

Also, Du lesender Surfer vor dem Herrn, schon mal vorsorglich gefragt: Kennste noch weitere finnische Ü/F-Geheimtipps (klar: Antwort also nur per PM!) für kinderreiche Eltern? Oder lieber doch die WM  streichen und ab in’s ungarische Nyiregyhaza, um die Masters-EM 2010 hotelmäßig vorzubereiten, oder vielleicht in die Oberlausitz, um sich im Städtedreieck Zittau (Sachsen), Hrádek nad Nisou (CZ) und Bogatynia (PL) schon auf die Masters-EM 2012 zu freuen? Da wird’s nämlich billiger – denk ich mir.